Design und Konstruktion
Die Rumpfform von Felci kombiniert einen feinen Vorschiffseintritt mit viel Volumen im Achterschiff, und die Bauweise unterstützt diese Struktur ohne Probleme. Das Deck ist als Sandwichdeck mit Schaumkern und als Einzelstück-Monocoque injiziert, wobei auf beiden Seiten fertige Oberflächen vorhanden sind. Anschließend wird es mit 3M 5200 an der innenliegenden Flanschung des Rumpfes verklebt und alle 8 Zoll mechanisch befestigt. Unter Deck ist ein Bodengruppe-Raster an den handaufgelegten GFK-Rumpf verklebt, um die Lasten von Kiel und Rigg zu verteilen. Eine vakuuminjizierte Harzinfusion füllt die Kerben im PVC-Schaumkern und verbindet jede Schicht gleichmäßig mit dem Kern. Ein Blick in die Bug- oder Achterkabine zeigt ein Laminat mit einem hohen Glasfasergehalt im Verhältnis zum Harz und ohne Hohlräume. Der effiziente, ambossförmige gusseiserne Kiel ist mit Edelstahl-Kielbolzen befestigt und verteilt die Segellasten über eine ausreichende Kontaktfläche, um den Rumpf stabil zu halten. Es gibt zwei Kielversionen: einen tiefen Tiefgang von 7 Fuß 3 Zoll und eine flachere Version mit 5 Fuß 10 Zoll sowie Ballastgewichten von jeweils 6.283 und 6.724 Pfund. (1)
Rigg und Handhabung
An Deck ist die 445 für das Wachen mit kleiner Crew optimiert. Lange Cockpitbänke und doppelte Steuerräder mit Lewmar-Steuerung bieten hervorragende Rückmeldung und präzise Kontrolle, während das halbeliptische Ruder für eine stabile Kursstabilität sorgt. Eine doppelte deutsche Großschot kann vom Steuerstand aus bedient werden, und die Primärwinschen befinden sich nahe den beiden Steuerrädern. Das Z-Spar-Rigg verfügt über zwei zurückgepfeilte Salingen und einen Facnor-Rollantrieb; auf dem Weg trimmbare Genua-Leinenführungen ermöglichen es der Crew, die Schotführung anzupassen, wenn die 140-prozentige Genua gefiert oder gerefft wird. Ein herkömmliches Bindereff-Großsegel mit Lazy-Jacks und einer auf dem Baum montierten Abdeckung erwies sich in den Tests als leicht zu handhaben, und ein Einleinen-Reffsystem ermöglicht das erste Reffen ohne Verlassen des Cockpits. Ein integrierter Speigatten für Offshore-Segel wartet im Bug, ergänzt durch einen optionalen ausfahrbaren Speigatten.
Unterbringung
Unter Deck bietet das großzügige Volumen echten Wohnraum. Das Drei-Kabinen-Modell platziert eine Doppelkoje auf der Mittellinie in einer fast überdimensionierten Eignerkabine im Vorschiff mit einer Nasszelle an Steuerbord und einer geräumigen Dusche an Backbord; die Vier-Kabinen-Aufteilung verfügt stattdessen über zwei Bugkabinen. Zwei Achterkabinen bieten Doppelkojen und Kleiderschränke, wobei die Backbordkabine direkten Zugang zur Nasszelle und Dusche am Fuß der Niedergangstreppe bietet, wo ein selbstlenzender Schrank für nasse Winterausrüstung sorgt. Der Salon umschließt einen großen Esstisch in einer U-förmigen Sitzgruppe und bietet zusätzlich eine Bank auf der Mittellinie mit Stauraum. Acht Decksluken, acht Bullaugen sowie feste Rumpfbullaugen halten den Innenraum aus Moabi-Mahagoni hell. Die Längsgekachelte Pantry erstreckt sich bis zum Hauptschott und verfügt über einen Herd, Backofen, eine doppelte Spüle und eine gut kardanisch aufgehängte Dreiflammkochplatte; ein zweiter Kühlschrank ist unter dem Sofa untergebracht, und ein von oben zu beladender Isotherm-Kühlschrank vor der Navigationsecke dient gleichzeitig als Ablage. Ein eingebauter Weinschrank, Schuhschränke und Platz für einen Generator zwischen den Achterkabinen vervollständigen die Stauraumlösungen – und das alles bei einer Stehhöhe von unter 1,93 m.
Ausrüstung und Antrieb
Der standardmäßige 55-PS-Volvo-Diesel weicht auf vielen Booten einem 75-PS-Volvo mit Saildrive, das Segeltestsegler als leise und sanft empfanden. Ein vierflügeliger Faltpropeller mit geringem Widerstand und sorgfältig verschweißte Püttinge gehören zum Standard, und eine elektrische Winsch auf dem Kajütdach erleichtert das Setzen von Leinen. Ein Bugstrahlruder mit Schiebeluke erleichtert das Anlegen, und die breite, klappbare Badeplattform über dem Spiegel öffnet das Heck fürs Wasser. Teakholz-Akzente im Deck und auf den Cockpitsitzen sowie Handläufe, die in beiden Seitenwänden des Kajütdachs integriert sind, runden das durchdachte Paket ab.
Das Fazit
Die Dufour 445 Grand Large ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht, die Volumen mit gutmütigem Handling verbindet. Ihr Infusionsbauweise-Deck und der mit einem Gitter verstärkte Rumpf wirken langlebig und aufgeräumt, und die Kabinenaufteilung gehört zu den nutzbarsten im Bereich der 45-Fuß-Yachten. Der Flachkiel opfert etwas Abdrift für bessere Zugänglichkeit, während der tiefe Kiel für Blauwasserpläne ausgelegt ist.
Vorteile
- ISO-Kategorie A-Ocean-Zertifizierung mit infundiertem, lückenlosem Rumpflaminat
- Doppelrad-Steuerstand mit deutschen Großschot-Schläuchen, ideal für das Segeln mit kleiner Crew
- Drei- und Vier-Kabinen-Layouts mit echten Queen-Size-Kojen und cleverer Stauraumlösung
- Leiser Saildrive-Antrieb mit Klapppropeller und optionaler Bugstrahlsteuerung
Nachteile
- Der gusseiserne Kiel erfordert im Vergleich zum Blei eine ständige Wachsamkeit gegen Korrosion
- Die Version mit geringem Tiefgang opfert Abdrift zugunsten des tiefen Kiels





