Design und Konstruktion
Die 385 Grand Large ist ein breites Boot mit einem hohen Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L), wenn auch im Vergleich zu anderen neu auf den Markt gebrachten europäischen Serien-Fahrtenyachten ihrer Ära bei Breite und Gesamtausmaßen moderat dimensioniert. Ihr Rumpf besteht aus massivem Sandwich-Polyester, und die Werft gab an, dass das Vakuuminjektieren von GFK und PVC-Schaum für absolute Steifigkeit und Festigkeit sorgte, während für die Decks die Vakuuminjektion oder das Resin-Transfer-Molding verwendet wurde. Alle Dufour-Yachten dieser Generation verfügen über ein Längsträgersystem, das im Kielbereich mit Twaron verstärkt ist und an den Außenrumpf laminiert ist. Der Kiel ist aus Gusseisen mit Bulb-Profil, und der strukturelle Ansatz spiegelt die Verwendung einer einteiligen, massiven GFK-Gitterstruktur wider, die mit dem Rumpf verschmolzen ist. Mit einer Verdrängung von rund 7.000 kg (15.400 Pfund) und einem Eisenballast von 1.950 kg (4.300 Pfund) liegt die 385 bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 28 Prozent – ein Wert, der ihre angestrebte Stabilität unterstreicht. (1)
Rigg und Handhabung
Die 385 besticht durch ihr 7/8-Slup-Rigg, das als Doppel-Saling-Konfiguration mit durchgehenden Diagonalen ausgelegt ist, sodass die Riggspannung auf Decksebene eingestellt werden kann. Die Segelfläche beläuft sich auf etwa 624 Quadratfuß, und das eher niedrige Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis unterstreicht ihren Charakter als Fahrtenyacht und nicht als reine Regattayacht, obwohl die 385 GL dank der großzügigen Segelfläche und des gut dimensionierten Riggs auch bei Regatten gute Ergebnisse erzielt. Probefahrer fanden sie feinfühlig am Ruder und bei Böen von 5 bis 8 Knoten, mit einer festen, aber hochgetakelten Doppelradsteuerung, die sofort anspricht; das große Spatenruder sorgt selbst in rauem Seegang für eine hervorragende Rückmeldung. Sie läuft sehr kursstabil, sodass das Vorsegel vom Rad aus bedient werden kann, und ihr Rumpf ermöglicht enge Kurse mit guten Leistungen am Wind. Unter der Option mit einem 40 PS starken Volvo erreicht sie schnell ihre Rumpfgeschwindigkeit und manövriert sowohl vorwärts als auch rückwärts hervorragend.
Unterbringung
Die häufigste Version der 385 Grand Large bietet drei Kabinen und zwei Nasszellen, wobei auch eine Zwei-Kabinen-Konfiguration verfügbar ist. Die Aufteilung ist ein moderner Klassiker: Eine Bugkabine und zwei Achterkabinen, wobei die Pantry mittschiffs an Backbord und eine große Dinette gegenüber als Mittelsofortsitz dienen, an den sich der Koch auf Backbordgängen abstützen kann. Der Innenausbau ist bis zur Deckslinie mit Holz ausgeführt, mit geformtem Himmel und Stoffeinlagen; die internen Formteile in den Achterkabinen sind von hoher Qualität und weich im Griff. Die Innenräume sind geräumig und hell, was das Ergebnis einer neu gestalteten Raumaufteilung für maximalen Komfort beim Fahrtensegeln ist. Ein klappbarer Teak-Pflichtisch mit Edelstahl-Geländer liegt auf der Mittellinie, und der einzigartige Heckkorb von Dufour lässt sich mittels eines Klappmechanismus in eine Badeplattform verwandeln.
Das Fazit
Die Dufour 385 Grand Large ist eine wohnliche Fahrtenyacht, die sich für Offshore- und Küstenfahrten mit kleiner Crew eignet. Ihr Felci-Roséo-Rumpf verbindet Geschwindigkeit und Komfort, und das breite, helle Innenraum-Layout mit drei Kabinen bleibt auch bei längeren Törns praktisch. Das 7/8-Rigg und die Doppelradsteuerung machen sie einhand oder mit kleiner Crew leicht zu handhaben, während die Grand Large-Linie den Komfort vor Anker bietet, der diese Modellreihe auszeichnet.
Vorteile
- Stabil, manövrierfähig und leistungsstark bei einer breiten Palette von Bedingungen
- Geräumiges Layout mit drei Kabinen und zwei Nasszellen sowie einem hellen, neu gestalteten Innenraum
- Doppelradsteuerung mit direktem Ansprechverhalten und einfachem Zugang zum Vorsegel-Winsch
- Hervorragende Regatta-Eignung dank großzügiger Segelfläche und gut dimensionierter Takelage
Nachteile
- Das bescheidene Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt die Beschleunigung bei leichtem Wind
- Hohes Freibord und hohes Kajütaufbau-Profil im Vergleich zu Performance-Cruisern



