Design und Konstruktion
Mazza verlieh der 336 einen geraden Deckssprung, der sich leicht zum Bug hin verjüngt, ein umlaufendes Windschutzscheiben-Fenster im Vordeck und eine Gummirubber-Bordkante von Bug zu Bug zur Schutz vor dem Zugriff von Beibooten. Der Rumpf und das Deck erhielten die Plan-Zulassung des American Bureau of Shipping (ABS), eine strenge Reihe von Vorschriften bezüglich Deck- und Rumpfstruktur sowie der Püttinge. Über der Wasserlinie setzte Hunter Marine nach Standardpraxis unter der Wasserlinie eine Sandwichkonstruktion mit Balsakern auf einem massiven GFK-Rumpf ein, wobei die nach außen gerichtete Flansch-Rumpf-Deck-Verbindung versiegelt und durchgebolzt wurde; diese zeitgemäße Methode des Werfters verlieh der Struktur eine belegte Zulassungsqualität ohne exotische Versprechen. Edelstahlhandläufe minimieren die Wartung im Überwasserschiff, und der offene Heckspiegel erleichtert das Einsteigen aus einem Beiboot oder Steg.
Rigg und Handhabung
Die 336 ist mit einem von Lars Bergstrom entworfenen 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, bei dem die zurückgepfeilten Salingen so geneigt sind, dass das Achterstag komplett wegfällt. Die Zwischensalingen sind unregelmäßig, und die Leistung liegt in einem riesigen Großsegel mit extrem viel Achterlieksbereich (Mega-Roach) und Volllatten – eine 110 % Genua auf einer Profurl Rollfock rundete den Segelplan des Testbootes ab. Ein kurzer Traveller vor dem Steuerrad und ein Brückendeck, das die Schoten vom Mast nach achtern leitet, halten das Deck frei von laufenden Leinen, während Lazy-Jacks das Reffen und Bergen mit kleiner Crew oder einhand unkompliziert machen. Die Reffsysteme nutzen ein feinfühliges Einleinen-System, das unter dem Brückendeck zur Trimmmöglichkeit in der Plicht führt. Sailing Breezes stellte fest, dass das 7/8-Rigg gut Höhe lief und zwischen 2,5 und 3 Knoten Wind (bei 3 bis 5 Knoten wahrem Wind) ansprang, um dann bei 5 bis 8 Knoten Wind „wirklich Fahrt aufzunehmen“. In ihren Tests schrieben die Segler, dass der 27 PS starke Yanmar-Dieselantrieb sanft und relativ leise lief und das Boot bei etwa halber Drehzahl problemlos auf Rumpfgeschwindigkeit brachte. (1)
Unterbringung
Unter Deck wirkt die 336 hell und luftig, mit 11 öffnenden Fenstern und Luken sowie handgewachstem Teak- und Eschenholz, das mit klarem Lack versiegelt ist. Es wurden zwei Layouts angeboten: eines mit einem großen offenen Salon, einer vollständigen, umlaufenden Sitzecke und einer mit Vorhängen versehenen V-Koje im Vorschiff; das andere mit einer separaten, geschlossenen Vorschiffskabine für Familie oder Freunde. Die Achterkabine nutzt das Volumen des Cockpits, um Stehhöhe zu gewinnen, und bietet eine außergewöhnlich breite Doppelkoje, einen Kleiderschrank und reichlich Stauraum. Die umlaufende Pantry ist gut durchdacht und verfügt über zwei tiefe Spülen, zwei Schneidebretter, ein separates Ablaufbrett, eine integrierte Geschirrschiene und Gläserhalter. Ein hydraulisch betätigtes Eisboxdeckel und eine Leinenluke vor dem Niedergang runden die durchdachten Details ab.
Cockpit und Decks-Ausrüstung
Das markante, runde Cockpit erstreckt sich nach außen bis zur Fußreling und bietet Platz für sechs bis acht Personen mit höheren Rückenlehnen und einem am Steuerstand montierten Tisch. Zwei Sitzkohlen auf der Heckreling, eine Edelstahl-Badeleiter, eine Badeplattform und zwei Staufächer im Spiegel machen das Heck zu einem echten sozialen und praktischen Bereich. Die vor dem Niedergang positionierte Falltasche hält das Cockpit unterwegs aufgeräumt.
Bekannte Schwachstellen
Das Rigg mit zurückgepfeilten Salingen, bei dem das Achterstag wegfällt, bringt einen spürbaren Nachteil auf raumen Kursen mit sich: Es ist unmöglich, das Großsegel vor dem Wind vollständig zu fieren, da die Salingen im Weg stehen. Dieselbe Salingengeometrie führt zu Scheuerstellen an den Salingenden, die auf dem Testboot durch zwei gut platzierte Saling-Patches gelöst wurden. Käufer und Eigner sollten vor dem Kauf für raume Kurse genau prüfen, ob die Salinge gepatcht oder die Scheuerprotektoren abgenutzt sind, und sich mit der Einschränkung beim Fieren des Großsegels vertraut machen. (2)
Das Fazit
Die Hunter 336 ist eine durchdacht aufgeteilte Fahrtenyacht aus den Mitte der 1990er Jahre, die die ultimative Kontrolle über das Großsegel vor dem Wind gegen ein sauberes, backstagfreies Deck und ein leistungsstarkes, ausgestelltes Großsegel eintauscht. Ihre Kabinen sind für die Länge wirklich geräumig, und die ergonomische Plicht mit dem offenen Heckspiegel eignet sich hervorragend für ein Paar oder eine kleine Familie, die von einem kleineren Boot aufsteigen. Die ABS-Zertifizierung und Mazzas maßvolles Design verleihen ihr Glaubwürdigkeit als Küstenkreuzer, sofern die Grenzen des Salingverschleißes und der Leichtwindtauglichkeit vor dem Wind eingehalten werden.
Vorteile
- Der breite Vorschiffsrumpf und das runde Cockpit bieten für 33 Fuß außergewöhnlich viel Gesellschafts- und Kabinenraum im Heck
- Bergstrom-Fractional-Rigg mit Mega-Roach-Großsegeln läuft bereits ab 3 Knoten Wind hervorragend
- Das leise 27-PS-Yanmar erreicht die Rumpfgeschwindigkeit bei halbem Gas
- ABS-Zertifizierung und dokumentierte hohe Bauqualität
Nachteile
- Zurückgepfeilte Salingen verhindern ein vollständiges Durchfallen des Großsegels auf raumen Kursen
- Die Salinge reiben das Großsegel ab, es sei denn, sie sind gepatcht







