Design und Konstruktion
Hunters Standard-Konstruktionsweise zeigt sich deutlich bei der E36. Der Rumpf und das Deck verwenden oberhalb der Wasserlinie einen Balsakern mit massivem GFK unter Wasser. Das Laminat kombiniert eine modifizierte Polyester/Epoxyharz-Mischung mit einer durchgehenden äußeren Vinylester-Schicht zur Vorbeugung von Osmoseblasen. Eine Kevlar-Schicht verläuft vom Vorsteven bis zum Kiel für hohe Stoßfestigkeit im Falle eines Aufpralls während der Fahrt. Ein strukturelles Gitter verstärkt den Rumpf, und der Standardkiel ist aus Eisen. Eine Performance-Version bietet einen tiefen Bleikiel für mehr Segelfläche. Das Deck ist durchgebolzt und mit dem Rumpf mit dem Klebstoff 3M 5200 auf einer nach außen gerichteten Flanschplatte laminiert. Diese Flanschplatte ist in einem Längstrimm eingehüllt, der von Bug bis Heck verläuft. Praktische Details reichen von wulstartigen Fußrelingen über robuste Handläufe auf dem Kajütaufbau bis hin zu Relingstützen, deren Sockeln auf den Fußrelingen platziert sind, damit kein Wasser darum herum sammeln kann, was zu Undichtigkeiten oder Korrosion führen würde. Ein niedriges Brückendeck über dem Niedergang hilft, das Schwallen von Wasser unter Deck zu minimieren. (1)
Rigg und Handhabung
Die E36 ist mit einem rückstagslosen B&R-7/8-Rigg aus Aluminiumspargen und stehendem Drahttakelung ausgestattet. Der Edelstahlcockpitbügel dient als Basis für ein Bimini und den Großschot-Traveller. Das Standardrigg trägt ein Großsegel mit Volllatten; das Testboot zeigte das serienmäßige 110-Prozent-Furling-Vorsegel und das optionale Rollgroßsegel im Mast. Das Performance-Paket bietet ein großes Square-Top-Großsegel aus Carbon von UK-Halsey mit Tape-Drive-Antrieb, das 12 Prozent mehr Segelfläche liefert, sowie einen ausfahrbaren Spriet für einen großen asymmetrischen Spinnaker, eine Winsch-Upgrade, einen Faltpropeller und ein größeres 42-Zoll-Rad. Auf dem Wasser bei stabilen 6 bis 8 Knoten vor der Biscayne Bay in Miami lief das Boot auf allen Kursen sehr kursstabil, ging leicht über die Welle und erreichte etwa 3,4 Knoten am Wind bei einem scheinbaren Windwinkel von 38 Grad bei knapp über 6 Knoten wahrer Windstärke; auf einem kurzen Raumwindkurs von 45 Grad lagen es knapp unter 4 Knoten. Die Ruderanlage war feinfühlig, und die Flachkiel-Version zeigte sich sehr gutmütig bei ungenauen Manövern. Unter Motor trieb der 29 PS starke Yanmar sie bei 2.300 U/min mit 5,5 Knoten und bei 3.800 U/min mit 7,5 Knoten an. (1)
Unterbringung
Die absenkbare, verlängerte Badeplattform erleichtert den Zugang zum Wasser nicht nur; durch die Wegfall der Notwendigkeit für einen Ausschnitt im Boden wird zusätzlicher Raum für das Layout unter Deck und einen größeren Cockpittisch freigesetzt. Die Plicht selbst ist gut proportioniert, mit charakteristischen Sitzbänken am Heckkorb für die Crew und einer stabilen Tischplatte, die bei Krängung auch als Fußstütze dient. Unter Deck liegen der Salon, der Navigationstisch, die Pantry und die Nasszelle an Backbord des Niedergangs und sind hervorragend ausgeführt; der Salon wird von Bullaugen, Decksscheiben und Rumpffenstern mit Licht überschwemmt und mit attraktiven, lackierten Kirschbaum-Innenausbauten versehen. Ein stabiler Handlauf an Backbord erleichtert den Aufstieg über die Niedergangsstufen. Die Achterkabine gewinnt durch die klappbare Plattform zusätzlichen Raum und ist geräumig sowie komfortabel mit vielen Luken ausgestattet, während die V-Koje im Vorschiff etwas eng für die Zehen ist, aber guten Stauraum bietet.
Bekannte Schwachstellen
Die Gutachten der E36 zeigten keine strukturellen Mängel oder systemische Fehler. Die unvollständigen Konstruktionsnotizen und die Tests auf dem Wasser dokumentierten die Details des Bootes wie beschrieben, ohne wiederkehrende Probleme zu melden; der Standard-Eisenkiel und das Balsaholzkernmaterial oberhalb der Wasserlinie sind als spezifizierte Merkmale und nicht als identifizierte Schwachstellen anzusehen.
Refits und Eignerschaft
Käufer der Performance-Variante sollten beachten, dass das Heck ohne Badeplattform offen gestaltet ist, um Gewicht zu sparen, im Gegensatz zur klappbaren Plattform der Standard-E-Version, die sich einhaken lässt und über eine einzelne Leine mit einer Spinlock-Kupplung und einem Gasdruckdämpfer für den Absinkvorgang bedient wird. Die benutzerfreundliche Konstruktion der Plattform zeigt sich auch in den kleinen Details des Bootes. Die Standard-Yanmar-Motoren und die Rollanlagen sorgen für einfache Systeme, und die Upgrades des Performance-Pakets sind werksseitig dokumentiert, anstatt nachträglicher Improvisationen zu sein.
Das Fazit
Die Hunter E36 ist eine durchdacht detaillierte Fahrtenyacht für Küstenfahrten, die den Regattagedanken gegen Wohnraum und einfache Handhabung eintauscht. Ihre Konstruktion ist das konventionelle Hunter-Design dieser Ära mit vernünftiger Schlagfestigkeit und Blasenprävention, und ihr Verhalten bei leichtem Wind macht sie für ein segelndes Paar sehr zugänglich. Die Kabinen sind hell und gut aufgeteilt, wobei die Achterkabine der klare Gewinner des Plattform-Designs ist.
Vorteile
- Die absenkbare Badeplattform befreit das Volumen unter Deck und lässt sich einfach bedienen
- Das B&R 7/8-Rigg mit Cockpitbügel vereinfacht die Segelhandhabung und den Bimini-Montagevorgang
- Gute Leichtwindleistung und ein gutmütiges Rudergefühl bei der Flachkiel-Version
- Vinylester-Außenschicht und Kevlar-Krashschicht lösen typische Probleme mit GFK
Nachteile
- Die vordere V-Koje ist aufgrund von geringer Stehhöhe und -breite eng
- Der serienmäßige Eisenkiel ist für einige Käufer weniger attraktiv als der leichte Performance-Kiel aus Blei
- Das Rollgroßsegel im Mast war beim Testboot optional und nicht serienmäßig





