Bavaria Cruiser 36 (Farr) — Informationen, Bewertung, technische Daten

Farr Yacht Design·2010·Bavaria Yachtbau
Bavaria Cruiser 36 (Farr) drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
37.07' · 11.3 m
Verdr.
15.432 lbs · 7.000 kg
Erstes Baujahr
2010

Die Bavaria Cruiser 36 (Farr) wurde als Teil einer völlig neuen, sechsfach umfassenden Bavaria CruiserLinie vorgestellt, die von Farr Yacht Design gemeinsam mit BMW Group DesignworksUSA und dem eigenen Designteam von Bavaria entworfen wurde. Gebaut von Bavaria Yachtbau in Giebelstadt, Deutschland, weist der 37 Fuß 1 Zoll lange Rumpf eine Breite von 12 Fuß 3 Zoll und eine Verdrängung von 15.432 Pfund bei einem Ballast von 4.585 Pfund auf. Das Designkonzept zielt auf einen ausgewogenen Rumpf und Rigg ab, das sowohl für Fahrtensegler als auch für Clubregattasegler geeignet ist.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
37,07 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
32,48 ft
Breite
12,04 ft
Tiefgang
6,46 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
55,7 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
4.586 lbs (Blei)
Verdrängung
15.432 lbs
Wasserkapazität
55 gal
Kraftstoffkapazität
40 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
44,68 ft
Unterliek Großsegel
16,73 ft
Vorsegeldreieck Höhe
46,26 ft
Vorsegeldreieck Basis
12,24 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
47,85 ft
Segelfläche
742 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
19,15
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
29,72
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
201,06
Komfort-Ratio
25,62
Kenterungsverhältnis
1,93
Rumpfgeschwindigkeit
7,64 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf der 36 ist ein Sandwich-Laminat mit massivem GFK unter der Wasserlinie und einem Kevlar-verstärkten Bugbereich, während das Überwasserschiff eine E-Glasfaser-Konstruktion mit einem Airex-PVC-Schaumkern verwendet. Auch die Form des Decks und des Kajütaufbaus ist im Sandwichbau mit Airex-Schaum ausgeführt und verfügt über eine partielle Gitterstruktur zur Versteifung des Kajütdachs. Ein tiefes, robust aussehendes Gitterwerk aus GFK verdeckt den Unterbau der Kabine dort, wo die Kielbolzen durch große Gegenplatten führen. Eine Sprayhood ist Teil des Kajütaufbaudachs, und der Aufbau selbst weist die markanten, negativ geschwungenen Seitenlinien auf. An Deck verläuft ein stabiler Aluminium-Fußreling mit Aussparungen für Stützklötze nahe den robusten Festmacherklampen. Die Wantenbasis ist so breit wie möglich ausgelegt, mit Püttingen direkt am Rumpf. (1)

Rigg und Handhabung

Das an Deck gesteppte Rigg mit zwei Salingen nutzt herkömmliches Drahttakelung und einen Mast aus Selden mit konstanter Querschnittsform. Die Konfiguration ist leicht fraktioniert, um Platz für ein großes Raumwindsegel und eine optionale Genua zu bieten. Eine leicht überlappende Rollfock wird über auf dem Kajütdach montierte Karren auf inneren Schienen geschotet. Lange, nach hinten gepfeilte Salingen verlängern die J-Maß effektiv. Für die Großschotsteuerung wurde auf einen herkömmlichen Traveller verzichtet, stattdessen kommt eine Püttingeinstellung mittschiffs im Baum mit zwei festen Blöcken auf dem Kajütdach zum Einsatz. Für das Segeln mit kleiner Crew kann die Großschot zu einer der Winschen am Süll geführt werden. Unter Motor trieb der 27 PS starke Volvo-Penta mit Saildrive das Boot bei 1.400 U/min auf 3,6 Knoten und bei 3.000 U/min auf 7,2 Knoten im Flachwasser. Tester empfanden das Steuerrad als leichtgängig und präzise; das Boot drehte sich problemlos in seiner eigenen Länge und war mit nur leichtem Fingerdruck praktisch selbststeuernd. Unter Segeln glitt das Testboot bei leichtem Wind in der Chesapeake Bay hervorragend dahin: 3,2 Knoten bei 5 Knoten wahrem Wind und etwas über 4 Knoten knapp über 9 Knoten Windstärke. Auf raumen Kursen lief sie komfortabel mit 7,5 Knoten. (1)

Unterbringung

Unter Deck zeigt die Cruiser 36 einen modernen Innenraum im Stil einer europäischen Wohnung mit dem Gefühl eines Zuhauses auf dem Wasser, einer Stehhöhe von 1,90 m im Salon und natürlichem Licht durch zahlreiche Decksluken, Bullaugen und feste Rumpfportale in jeder Kabine. Käufer konnten sich für ein Zwei- oder Drei-Kabinen-Layout entscheiden, beide mit einer einzigen Nasszelle/Dusche, einer U-förmigen Pantry und offenen Salons mit einem großen, klappbaren Tisch. Die Zwei-Kabinen-Version verfügt über eine separate Navigationsecke und einen vollwertigen Kartentisch; die Drei-Kabinen-Version lässt einen Navigationstisch aus dem Schott ausklappen und nutzt eine abnehmbare Sitzecke als Sitzgelegenheit. Die U-förmige Pantry kombiniert eine tiefe Spüle mit Corian-Innenschale, einen zweiflammigen, kardanisch aufgehängten Herd mit Backofen und einen obenauf zu öffnenden Kühlschrank mit Gefrierfach, während Corian-Platten die Spülen und den Herd verschließen, wenn sie nicht benutzt werden. Die Achterkojen bieten eine volle Stehhöhe von 2,03 m mit guter Belüftung, obwohl die Vorschiffskoje für eine Sechs-Fuß-Person nur begrenzte Beinfreiheit bietet. Die Plicht selbst ist geräumig mit langen Bänken, einem Teakdeck und einer klappbaren Badeplattform am Heck, die mehr als die Hälfte der Breite einnimmt und bei Aufholen gleichzeitig als Steuersitz dient.

Ausrüstung und Optionen

Zur Standardausrüstung gehören ein Mastfurlungssystem, zwei Lewmar-Schotwinschen am Steuerstand und ein weiteres Paar am Niedergang sowie stromsparende LEDs im gesamten Boot. Ein Bugstrahlruder wird angeboten, ist aber kaum nötig. Der NSY Pack kann unter anderem mit einer Warmwasserheizung, einer elektrischen Ankerwinde, einem Anker mit 50 m Kette und einer UKW-Funkanlage ausgestattet werden. Für leistungsorientierte Eigner sind die Cockpitspritzkräne mit Code 0- oder Spinnakerwinschen versehen, und zwei Vordeckplätze nehmen einen abnehmbaren Bugspriet für einen asymmetrischen Gennaker auf; ein Eigner nahm eine Carbon-Spinnakerbombe in Empfang.

Bekannte Schwachstellen

Das vertikal gelattete Rollgroßsegel im Mast erhielt bei Tests die Anmerkung, dass die Langlebigkeit fraglich sein könnte, was sich jedoch erst noch zeigen muss. Die Edelstahl-Salingschiene in der Pantry dient als Handlauf, kann aber auch dazu führen, dass kleinere Gegenstände hindurchrutschen.

Das Fazit

Die Bavaria Cruiser 36 ist ein durchdachter Cruiser-Racer-Hybrid, der etwas Segelpurismus gegen Volumen und einfache Handhabung eintauscht. Farrs ausgewogener Rumpf und die breite Wantenhöhe verleihen ihr ein sicheres Gefühl auf dem Wasser, während die Sandwichkonstruktion und das verdeckte Bodengruppe-Grid das Gewicht im Rahmen halten. Sie ist im vorderen Salonbereich extrem breit, aber an allen Stellen großzügig dimensioniert, wo eine segelnde Familie tatsächlich lebt. TradeABoat erkannte im ausgewogenen Rumpf und Rigg des Bootes großes Potenzial für Clubregatten. (2)

Vorteile

  • Ausgewogener Rumpf und Rigg, ideal für Fahrtensegler und Clubregattasegler gleichermaßen
  • Sandwich-Laminat mit massivem GFK unter der Wasserlinie und Kevlar-Bug
  • Großzügiges Cockpit und die in dieser Klasse führende, absenkbare Badeplattform
  • Einfache Segelhandhabung durch Brackleschot und einhandtaugliche Führung
  • Zwei- oder Drei-Kabinen-Layouts mit modernen, hellen Innenräumen

Nachteile

  • Die Vorschiffskoje bietet für größere Segler nur geringen Beinfreiheitsbereich
  • Die Langlebigkeit des vertikal gelagerten Rollgroßsegels im Mast ist unbewiesen
  • Der Fidelschiene der Pantry können kleine Gegenstände auf den Boden fallen

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