Design und Konstruktion
Hanse baute die 385 aus GFK mit einem Deck und Rumpf mit Balsaholzkern. Die Form selbst sorgt maßgeblich für das Wohnen an Bord: Das niedrige Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,94 und eine Verdrängungslänge von 171 beschreiben einen breiten, volumenorientierten Rumpf und nicht eine schlanke Regattayacht. Der steile Vorsteven optimiert die Wasserlinienlänge auf 10,4 Meter – ein ganzes Meter weniger als die Länge über alles (LOA). Dies bringt direkte Geschwindigkeitsvorteile ohne dass das Deck verlängert werden muss. Von Anfang an wurden vier Innenraumaufteilungen angeboten, und die Konstruktion ist eine unkomplizierte GFK-Bauweise ohne regelbasierte Einschränkungen bei den Spantenprofilen. Das Ergebnis ist ein quadratischer Rumpf mit viel Innenraumvolumen im Verhältnis zur LOA. (1)
Rigg und Handhabung
Die 385 ist mit einem hohen, 9/10-Rigg ausgestattet, das zwei zurückgepfeilte Salingen, ein verstellbares Achterstag und Püttinge am Kajütaufbau trägt. Eine 100 % selbstwendende Arbeitsfock an einer einzigen Schot arbeitet perfekt mit einem Großsegel mit Volllatten zusammen, was eine kombinierte Segelfläche von 74 Quadratmetern ergibt. Alle Fallen und Schoten laufen nach achtern durch eingelassene Kanäle im Kajütdach zu Stoppern und Primärwinschen an den beiden Steuerständen. Die Großschot läuft auf einer Brille auf dem Kajütaufbau, vor der Mittellinie des Baums, und das Deck wurde so aufgeteilt, dass alle Kontrollen, einschließlich der Fallen, direkt zum Steuermann geführt werden. Ein Rezensent schrieb in Boating New Zealand, dass sie wie ein Traum zu segeln sei und die Hürden für ein problemloses Handling mit Abstand senke. Bei 18 Knoten Wind schaffte sie mühelos über sieben Knoten am Wind und drehte auf dem Kreuzerdeck blitzschnell um. Das große Spatenruder und der klappbare zweiflügelige Propeller auf dem 27 PS starken Volvo Saildrive sorgen zudem für hervorragende Manövrierbarkeit beim Rückwärtsanlegen. (2)
Unterbringung
Im Inneren präsentiert sich die 385 mit einem geräumigen, luftigen Innenraum, in dem natürliches Licht von Bullaugen und Luken auf eingelassene Deckenleisten, drei Lichtquellen als Leselichter und ein Touchpad an der Pantry-Insel trifft, über das das gesamte Netzwerk gedimmt werden kann. Die vier Layouts umfassen Versionen mit zwei oder drei Kabinen in verschiedenen Pantry-Varianten: Der Standard-Zwei-Kabinen-Plan bietet Stühle im Salon an Backbord mit dem Navigationstisch dazwischen oder eine Sitzecke mit einer kleinen Navigationsecke achtern. Die Wahl einer Achterkabine führt zu einer besonders gut aufgeteilten Pantry, während das Drei-Kabinen-Layout einen Teil dieser Pantry und die riesigen Backskisten der Zwei-Kabinen-Version opfert, um eine Steuerbord-Achterkabine zu erreichen. Das Boot mit drei Kabinen bietet eine Eignerkabine im Vorschiff mit V-Koje und getrennten Kleiderschränken für Eigner und Ehefrau sowie identische Doppel-Achterkabinen, die alle eine einzige Nasszelle mittschiffs an Backbord mit Dusche und einer Toilettenschnauze zur Trockenhaltung teilen. Die L-förmige Pantry verfügt über schwarze Quarztische, zwei Edelstahlspülen, Zugang von oben und vorne zum 130-Liter-Kühlschrank und einen kardanisch aufgehängten zweiflammigen Ofen. Ein massiver Salontisch mit einer Backbord-Schiebeluke zur Sitzecke steht über einem kleinen Weinschrank im Boden.
Bekannte Schwachstellen
Ein kleiner Handhabungsnachteil ist zu beachten: Das große Großsegel verdeckt die bescheidene Selbstwendefock, sodass man auf raumen Kursen eher ungleichmäßige Halsenwinkel fährt, anstatt saubere Windkanten zu laufen. Dies liegt an den Rigg-Proportionen und ist kein Mangel, beeinflusst aber das Segelverhalten auf raumen Kursen.
Das Fazit
Die Hanse 385 ist eine gut durchdachte moderne Fahrtenyacht, die den Regattageist gegen Volumen, Licht und ein wirklich einfaches Handling mit kleiner Crew eintauscht. Die Selbstwendefock und das Deck mit allen Leinen an achtern machen sie leicht zu handhaben, und der Innenraum gehört zu den flexibelsten seiner Größenklasse. Der Windwinkel im Raumwind durch das Großsegel ist der einzige wirkliche Kompromiss im Segelplan.
Vorteile
- Der Querschnitt des Rumpfes bietet ein außergewöhnliches Innenraumvolumen für eine LOA von 37 Fuß 5 Zoll
- Alle Steuerleitungen wurden nach achtern zu den Doppelsteuerständen geführt für echtes Segeln mit kleiner Crew
- Vier Layouts, darunter ein charterfreundlicher Plan mit drei Kabinen und hervorragendem Stauraum
- Gerades Vordeck und lange Wasserlinie sorgen für lebendige Leistung am Wind und einfaches Wenden
Nachteile
- Das große Großsegel verdeckt die bescheidene Fock, was uneffiziente Halsen vor dem Wind erzwingt
- Die Drei-Kabinen-Aufteilung geht auf Kosten von Pantry-Platz und den großen Backskisten der Zwei-Kabinen-Version






