Design und Konstruktion
Hanse baut die 418 mit einem Gelcoat-Außenlack über einer Vinylesterharzschicht zur Vermeidung von Osmose, gefolgt von einem Balsakern, der von GFK umgeben und mit Polyesterharz laminiert ist. Rumpf und Deck sind verklebt und an jeder Relingstütze durchgebolzt, während schlichte Sülls die Relingstützen für das Seil tragen. Ein gusseiserner Kiel wird entweder als 2,08 m langer L-förmiger Profilkiel oder als flacherer Flachkiel mit 1,75 m Tiefgang angeboten, und ein einzelnes Spatenruder mit Jefa-Anlenkung gibt dem Steuermann hervorragende Rückmeldung. Die 418 teilt sich ihren glatten Rumpf mit der 415, die sie ersetzt hat, sodass das Unterwasserprofil bereits eine bekannte Größe war, als das neue Deck und der Innenraum entstanden. (1)
Rigg und Handhabung
Das Decks-Layout ist völlig neu und um zwei Steuerräder sowie klappbare Steuersitze herum aufgebaut, die eine robuste, mittschiffs positionierte Klapp-Tisch-Konstruktion flankieren. Alle Leinen zur Segelbedienung laufen vom Mast nach achtern unter den abnehmbaren Persenningen zu Fallstoppern und einer Lewmar-Winsch direkt vor jedem Rad, wobei neben den Rädern Leinenkörbe vorhanden sind, um das Cockpit frei zu halten. Am Wind macht die Selbstwendefock das Wenden zum Kinderspiel durch eine einfache Drehung des Rades, und auf raumen Kursen sorgt die doppelte Großschot dafür, dass das Großsegel mit Volllatten für jeden Steuermann leicht erreichbar ist. Die Sicht von jedem der beiden Räder ist hervorragend, egal ob man sitzt oder steht, und sobald man die etwas breiten Cockpitsenkel passiert hat, ist das Deck sehr gut begehbar. Bei leichtem Wind um die 5 Knoten verzeichneten Testsegler eine konstante Geschwindigkeit von 4 Knoten hoch am Wind und etwas mehr auf raumen Kursen vor Anker. Das Boot, mit dem wir gesegelt haben, besitzt zudem ein zweites Winschpaar an den Cockpitsenkeln im Vorschiff für die Handhabung der Vorlieks- und Achterlieksegel. (1)
Unterbringung
Der Innenraum ist eine modernisierte Weiterentwicklung mit drei großen Rumpffenstern pro Seite und mehreren Decksluken, die bei der Prüfung für eine gute Luftzirkulation sorgten. Die beträchtliche Breite erstreckt sich bis in die Eignerkabine im Vorschiff, wodurch eine Kingsize-Inselbett-Koje entsteht, ergänzt durch entweder zwei Kleiderschränke oder einen Backskasten sowie eine Nasszelle mit Dusche an Steuerbord. Im Salon befinden sich an Steuerbord eine große U-förmige Couch und ein Klapp- und Schiebetisch; gegenüber steht eine Sitzecke mit einer nach hinten ausgerichteten Navigationsecke am hinteren Ende gegenüber der Wand der Nasszelle. Eigner können eine Achterkabine an Backbord und an Steuerbord entweder eine zweite Schlafkabine oder einen Stauraum/Arbeitsbereich wählen – die Wahl des Arbeitsbereichs bietet der L-förmigen Pantry mehr Arbeitsfläche.
Das Fazit
Die 418 ist eine gut gelungene Mittelklasse-Fahrtenyacht: Sie nutzt einen bewährten Rumpf, setzt auf ein klares Deck mit Doppelrad und nach achtern geführten Leinen sowie auf einen hellen, flexibel einrichtbaren Innenraum. Die Flachkiel-Option erweitert die Reviergrenzen, und die Selbstwendefock zusammen mit der Großschot des Spitzgatters machen das Segeln mit kleiner Crew am Wind und vor dem Wind von beiden Steuerständen aus unkompliziert.
Vorteile
- Gleitfähiger Rumpf aus der 415, kombiniert mit neuem Deck und Innenraum
- Doppelradsteuerung, alle Leinen nach achtern geführt, selbstwendende Fock für einfaches Wenden
- Konfigurierbare Achterkabinen und heller Innenraum mit einer großen Inselbett-Koje im Vorschiff
Nachteile
- Hohe Cockpitsenkel, die beim Vorgehen überwunden werden müssen
- Der Flachkiel weist immer noch einen Tiefgang von 1,75 m auf









