Design und Konstruktion
Die Rumpf- und Decksaufteilung der 458 stammt direkt von der 455 ab, die Hanse als so solide befand, dass das Decksgestell nur geringfügige Überarbeitungen erforderte; das spätere Boot ist eher eine verbesserte und modernisierte Version dieser Plattform als ein völlig neues Designkonzept. Der Rumpf selbst ist eine Form von Judel/Vrolijk, die ursprünglich für die 455 von 2014 entworfen wurde, und die Kanu-Rumpftiefe wird nach achtern getragen, um das große Spatenruder zu stützen, dessen Fläche fast der des Kielflossen entspricht. Der Ruderbeschlag ist freiliegend, und der Spiegel weist einen leichten Neigungswinkel auf. Über dem Kajütaufbau ist ein eingelassenes Panel mit einem Teakdeck versehen, während alle Luken bündig ausgeführt sind. Es standen zwei Kieloptionen zur Verfügung: ein flacher Tiefgang von 6 Fuß und ein L-förmiger, 7 Fuß 4 Zoll tiefer Kiel, mit Verdrängungen von jeweils 26.675 bzw. 25.794 Pfund. Die Breite beträgt 14 Fuß 4 Zoll bei einer Wasserlinienlänge von 40 Fuß, was ein Verhältnis von Länge zu Breite von 3,1 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis nahe 180 ergibt – Werte, die sie als breite Fahrtenyacht mit moderater Beladung kennzeichnen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 458 ist mit einem 7/8-Rigg mit zurückgepfeilten Salingen ausgestattet, wobei die Püttinge außen am Rumpf liegen. Zudem verfügt sie über eine Selbstwendefock auf einer Vorliekse, was das Wenden so einfach macht wie das Drehen des Steuerrads. Es gibt keinen Traveller für die Großschot; stattdessen lässt sich die Großschot von beiden Seiten bedienen. Alle Leinen laufen nach achtern geschützt zum Niedergang, wo sie zu den Winschen an den Cockpitrandverkleidungen führen. Tester berichteten in der Zeitschrift Yachting Monthly, dass das Boot mit nur zwei Personen an Bord entzückend zu segeln sei, das Radgatter reagiere feinfühlig und das Steuer ein wirklich entspannter Ort sei, um vor Anker auf einer großen Yacht zu liegen. Der serienmäßige 57-PS-Diesel (mit optionaler 80-PS-Version) und die Saildrive-Übertragung unterstützen ein Rigg, das sich mit elektrischen Winschen als leicht zu handhabend erwies, ohne je schwierig zu werden. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die 458 zwei Hauptaufteilungen. Eine Variante platziert eine Doppelkoje auf der Mittellinie im Vorschiff mit einer eigenen Nasszelle und Dusche; die Alternative teilt das Vorschiff in zwei Doppelkojen auf, die über eine Nasszelle mit Dusche zugänglich sind, die von beiden Kabinen oder dem Hauptsalon aus erreichbar ist. Der Salon selbst verfügt über einen großen Esstisch mit einer Mittelbank, die bis zu sechs Personen Platz bietet, eine Sofakoje an Backbord, die sich zur Navigationsecke mit Blick nach achtern umbauen lässt, sowie einen stilvollen Loungebereich. Die L-förmige Pantry ist auf See praktisch, aber nicht überdimensioniert, und eine große Nasszelle mit Duschbox befindet sich an Backbord. Die Achterkabinen haben große Doppelkojen und Kleiderschränke, während die Eignerkabine mit einer 1,63 Meter breiten Koje und reichlich Stauraum dominiert; Yachting Monthly maß die achteren Kojen als 9 Zentimeter breiter als die der Bavaria C45. Große Skylights und zahlreiche öffnende Luken fluten den Innenraum mit Licht, und die riesige Plicht mit den beiden Steuerrädern im Heck vervollständigt den ergonomischen Außenbereich.
Das Fazit
Die Hanse 458 ist eine verfeinerte Weiterentwicklung eines bewährten Rumpfes, die ein leicht zu bedienendes Rigg mit einem hellen, konfigurierbaren Innenraum kombiniert, der sowohl für das Fahrtensegeln mit der Familie als auch für den Charterbetrieb geeignet ist. Ihre breiten Proportionen und das Ruder mit fast gleicher Fläche wie der Kiel sorgen für Gelassenheit und viel Platz, obwohl die Sitzecke bei voller Belegung etwas eng werden kann und der Selbstwendefock-Plan auf raumen Kursen nur dann seine Vorteile ausspielt, wenn er durch zusätzliche Segel ergänzt wird.
Vorteile
- Abgeleitet von einem bewährten 455-Rumpf mit übernommenem Decks-Layout
- Selbstwendefock und Linien im Schutz der Kajüte machen sie zum Genuss für kleine Crews
- Zwei Optionen für den Vorschiffsaufbau sowie geräumige Achter- und Eignerkabine
- Große Plicht, bündige Luken und reichlich natürliches Licht
Nachteile
- Die Sitze der Mittelsofakombüse sind für sechs Personen eng bemessen
- Das Selbstwendefock-Rigg begrenzt die Segelfläche auf raumen Kursen ohne Zusatzteile
- Die Pantry ist ausreichend statt geräumig





