Design und Konstruktion
Dufour baut den Rumpf der 390 aus handaufgelegtem massivem GFK-Laminat mit NPG-Harz, wobei die Decks in geschlossenen Zwei-Teil-Formen injiziert werden – ein kontrastierender Prozess, der das Überwasserschiff konsistent hält, während der Rumpf in offenen Formen aufgebaut wird. Das Anheben des Bodenbretts offenbart eine Verstärkungsmatrix und Edelstahl-Gegenplatten für die Kielbolzen. Der Innenausbau ist im gesamten Boot solide, fein verarbeitet und in-house von Dufour gefertigt. Das Überwasserschiff fällt fast senkrecht zu langen Knickspanten ab, die weit vorn ansetzen, was das Innenraumvolumen maximalisiert, bevor es sich zu einer schmaleren Wasserlinie verjüngt. Die Breite von knapp über 13 Fuß wird weit nach vorn getragen, was der 390 deutlich breitere Schultern als ihren Vorgängern verleiht. Ein großes festes Fenster im Kajütaufbau achterlich des Mastes flutet den Salon mit Licht, und breite Seitendecks führen bis zum Heck für sicheren Bewegungsspielraum auf See. (1)
Rigg und Handhabung
Die 390 ist eine 7/8-Slup mit einem moderaten Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 16,3 auf dem 100%-Vorsegeldreieck, segelt jedoch überraschend gut bei leichtem Wind und auch bei einer Brise. Ein fester Bugspriet bietet die Wendepunkt-Befestigung für einen asymmetrischen Spinnaker und hält den Anker frei von der vertikalen Vorsteven, um Kratzer zu vermeiden. Standardmäßig ist sie mit zwei Achterstagspannern ausgestattet, wobei auf der Optionenliste ein einzelner geteilterstag und ein Spanner angeboten werden, und es ist ein standardmäßiger Traveller installiert. Ein Paar Lewmar 40 Selbstholer direkt vor den beiden Steuerrädern ermöglicht auch die Bedienung einer deutschen Geteilten Großschot. Das standardmäßige Selbstwendefock wird neben einer optionalen 108%-Genua auf dem Facnor FlatDeck-Rollantrieb angeboten – die Fockfächer sind jedoch zu kurz, wenn eine überlappende Genua gefahren wird. Unter Motor ist ein 30 PS Volvo Saildrive mit einem zweiflügeligen Festpropeller Standard, wobei 40 PS als Upgrade verfügbar sind. Sie verliert schnell an Fahrt, sobald der Wind nachlässt, aber Tester fanden sie bei typischen Fahrtenbedingungen gutmütig und fehlerverzeihend.
Unterbringung
Unter Deck ist die 390 um eine flexible Aufteilung mit drei Kabinen herum konzipiert. Das gezeigte Boot nutzte ein Layout mit drei Kabinen und zwei Nasszellen, während Alternativen eine riesige Querdoppelkoje im Heck, eine Aufteilung mit drei Kabinen und drei Nasszellen inklusive einer längs angeordneten Pantry an Backbord sowie eine neuere Version mit nur einer Nasszelle umfassen. Der Standard-Holzbau stammt von Moabi, wobei Teak oder helles Eichenholz verfügbar sind. Die L-förmige Pantry verfügt über einen Corian-Arbeitsplatte über der Spüle und einen zweiflammigen Herd zur Erweiterung des Arbeitsbereichs. Der schlichte Kartentisch lässt sich absenken, um die Koje des Sofakojen-Linksitzes zu verlängern, die eine Gesamtlänge von 1,83 m (6 Fuß) erreicht. Geteilte Matratzen in den Kabinen ermöglichen das Aufriggen von Leegeschirr, und große Schubladen bieten Zugang zum Stauraum unter der Backbordsitzbank. Ein riesiges Backskist-Unterdeck befindet sich unter dem Backbordsitz, und ein Weinschrank unter dem Bodenbrett beim Niedergang ist optional erhältlich.
Cockpit und Decks-Ausrüstung
Der klappbare Spiegel offenbart eine große Badeplattform mit integrierter Teleskopleiter, einem speziellen Rettungsinselkasten sowie einer Außengrill- und -spüle. Der klappbare Cockpittisch verfügt über einen eingebauten Kühlbox mit Flaschenhaltern und ist mit Handläufen sowie praktischen Fächer für Kleinigkeiten ausgestattet, was die halb tiefen Backskisten auf beiden Seiten ergänzt. Eine elektrische Ankerwinde befindet sich in einer geformten, selbstlenzenden Kettenkiste, und für eine Außenpantry im Heck ist gesorgt. Die rutschfeste Beschichtung an Deck bietet weniger Halt als bei einigen Konkurrenzbooten – ein Detail, das man unterwegs auf See gut spürt.
Das Fazit
Die Dufour 390 Grand Large ist eine durch und durch moderne Fahrtenyacht mit viel Volumen, die dank der Rumpfform von Felci und des Knickspant-Layouts über ihren bescheidenen Segelplan hinausragt. Sie ist im Hafen komfortabel, gutmütig unter Segeln und ungewöhnlich anpassungsfähig unter Deck. Die kurze Kursstabilität des Vorsegels und das schnelle Weglaufen sind jedoch echte Nachteile für Performance-Fans.
Vorteile
- Überraschende Leichtwind- und Briseleistung für eine volumenstarke Fahrtenyacht
- Flexibles Drei-Kabinen-Layout mit viel handwerklichem Innenausbau
- Durchdachte Cockpit-Struktur: absenkbare Badeplattform, stauraumreiche Plichttischplatte, selbstlenzender Windenstauraum
- Große Breite im Vorschiff und schmale Kimmkanten balancieren Volumen und Handhabung aus
Nachteile
- Vorstag ist für eine überlappende Genua zu kurz bemessen
- Verliert schnell an Fahrt, wenn der Wind nachlässt
- Die rutschfeste Decksbeschichtung bietet weniger Grip als bei einigen




