Design und Konstruktion
Dufour baut den Rumpf der 430 als massives GFK-Laminat im Handauflegeverfahren, während das Deck ein mit Schaumkern versehenes GRP-Sandwich ist, das im Vakuuminjektionsverfahren hergestellt wird – eine Methode, die die Werft nutzt, um die Schalldämmung und die Wärmedämmung zu verbessern. Die Grand Large-Serie zeichnet sich durch eingegossene Kajütaufbauten und zusätzlichen Volumenanteil im Vorschiffsbereich aus. Bei diesem Rumpf beginnt eine Kimm etwa auf Station 3,8 und verläuft bis zum Spiegel. Es gibt ein einziges Ruder, und das Testboot in der YACHT-Prüfung war mit einem standardmäßigen tiefen Kiel von 2,10 Metern ausgestattet. Ein struktureller Punkt verdient die Aufmerksamkeit eines Käufers: Dufour stellt den Rumpf ohne Schott im Vordeck her – eine Eigenschaft, die bei allen Modellen bis 46 Fuß dieser Modellreihe fehlt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Standardrigg ist ein einfacher Mast mit zwei Spargen (Z-Spars) und externen Ober- und Unterwanten, der eine Selbstwendefock sowie nur das absolut notwendige Trimmbesatz trägt. Der Großbaum ist sehr tief am Mast befestigt und verläuft nach achtern, wobei die Travellerschiene für die Großschot wie ab Werft auf dem Kajütaufbau sitzt. Die Fock kann ebenfalls als Selbstwender getakelt werden, wobei für eine breitere Schotführung Schienen im Seitendeck zur Verfügung stehen. Vier Winschen flankieren den Niedergang für die Kontrolle von Fall, Großschot und Baumniederholer, während die primären Winschen achtern nahe den Steuerrädern positioniert sind. Ein fest installierter Bugspriet dient als Ankerhalterung. In einem Testbericht in YACHT erzielte das Boot mit einer 106-prozentigen überlappenden Genua 6,4 Knoten bei unter 10 Knoten Wind und einem Wendewinkel von 85 Grad. Bei halb so viel Wind lief es allein auf Genua 7,8 Knoten – knapp an der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 8,3 Knoten. Das Grand Prix-Paket bietet zusätzlich einen Achterstagspanner, verstellbare Schwertbolzen und ein doppelseitiges Großschotsystem für mehr Leistung.
Unterbringung
Dufour bietet zwei Layouts an: Drei Kabinen mit zwei Nasszellen oder vier Kabinen mit zwei Nasszellen. Das Drei-Kabinen-Layout platziert eine Pantry im Vorschiff, geteilt auf Backbord und Steuerbord, mit einer kurzen Sofakoje an Backbord und einer großen L-förmigen Sitzecke mit Mittelbank an Steuerbord. Die Vier-Kabinen-Version verlegt die Pantry längs an Steuerbord neben eine U-förmige Sitzecke und verzichtet auf die Navigationsecke zugunsten einer engen Kabine mit Ober- und Unterkoje. Auf dem Vordeck liegt die Inselbett-Koje weit im Bug und verjüngt sich auf 1,25 Meter Schulterbreite, während die symmetrischen Achterkabinen eine Schlafbreite von 1,68 Metern bieten, getrennt durch einen 50 Zentimeter breiten Gängenraum. An Deck sind alle Decksluken bündig eingefasst, einschließlich großer Fenster direkt achterlich des Mastes, und das halboffene Heck mit seitlichem Zugang zu einer 2,50 Meter breiten Badeplattform ist Standard.
Bekannte Schwachstellen
Dufour verzichtet bei diesem Rumpf auf ein vorderes Schott zur Kollisionsabsorption, wie es bei allen Modellen bis 46 Fuß üblich ist – eine Entscheidung, die in den damaligen Tests kritisiert wurde. Im Rumpf sind keine Aussparungen für die soliden, außen angeschlagenen Püttinge vorhanden, und Schlagleisten werden nicht einmal als Option angeboten. Dadurch bleiben die freiliegenden Beschläge im Hafen ungeschützt. (1)
Das Fazit
Die 430 Grand Large ist eine durch und durch moderne Fahrtenyacht mit viel Volumen: breit, hochbordig und für den Charterstandard ausgestattet, ohne sich als Hochseefestung auszugeben. Felcis Rumpf liefert überraschend viel Leichtwindgeschwindigkeit für ihre Verdrängung, und die serienmäßige Selbstwendefock sorgt dafür, dass das Segeln mit kleiner Crew leicht bleibt. Das Fehlen eines vorderen Schotts zur Kollisionsvermeidung ist der einzige klare Kompromiss zugunsten des Innenraums auf Kosten der Sicherheit auf See.
Vorteile
- Hohes Freibord und breites Heck schaffen ein außergewöhnliches Innenraumvolumen für die Länge
- Leichtwindleistung nahe der Rumpfgeschwindigkeit mit moderater Segelfläche
- Serienmäßige Selbstwendefock und Traveller im Kajütaufbau vereinfachen das Handling
- Vier-Kabinen-Option setzt Maßstäbe für Charter-Layouts
Nachteile
- Kein Schott zur Kollisionsvermeidung auf dem Vordeck
- Von außen verbolzte Püttinge ohne Rumpfnuten und keine Option auf Backstagen
- Die vordere Inselbett-Koje verengt sich an den Schultern auf 1,25 Meter



