Design und Konstruktion
Dufour baute die 365 Grand Large um einen massiven GFK-Rumpf im Infusionsverfahren herum, bei dem Harz unter Vakuum in trockene Fasern gezogen wird, während das Deck injiziert wurde – wobei Harz in das Glasgewebe gepresst und gesaugt wurde. Schaumstoff dient als Sandwichkern, und Rumpf sowie Deck sind durch Laminieren und Schrauben verbunden; die Schotten sind direkt auf die Struktur laminiert. Die Werft verwendete für die Injektions- und Infusionsarbeiten überall Isoharze. Dies entspricht der damaligen Praxis der Marke beim Bau von Rümpfen unter 50 Fuß in massivem GFK, obwohl der spezifische Ansatz des 365 mit Infusion und Injektion eines Schaumsandwiches das Ergebnis der damaligen Prüfung war. Das Ergebnis ist eine 5,7 Tonnen schwere Fahrtenyacht mit einem Ballast von 1,5 Tonnen bei 26 %, die YACHT zu den gut gebauten ihrer Klasse zählte, und ihre Breite ist fünf Zentimeter größer als die einer gleichaltrigen Bavaria 36. (1)
Rigg und Handhabung
Die 365 ist als 7/8-Slup getakelt, wobei die Wanten innen an den Deckrändern geführt sind. Dadurch bleiben die Seitendecks frei und es lassen sich engere Schotwinkel einstellen. Eine Seetestfahrt vor La Rochelle im Jahr 2005 bestätigte die gute Geschwindigkeit und ausreichende Höhe der neuen Yacht. Bei etwa 4 Beaufort lief sie mit 7 Knoten Geschwindigkeit und einer Wendewinkel von fast 90 Grad. Der 29 PS starke Volvo Penta-Diesel wurde für ein Boot dieses Gewichts als völlig ausreichend befunden. Eine Segelfläche von 4,4 Quadratmetern rundete das Bild einer Yacht ab, die Komfort auf Törns mit viel Dynamik am Wind verband.
Unterbringung
Unter Deck bevorzugt die Dufour eine längs verlaufende Pantry an Backbord – ein Layout, das man häufiger auf größeren Yachten findet – und eine nach achtern versetzte Vorschiffskoje anstatt einer zentralen Koje. Diese Vorschiffskoje ist nur 1,35 Meter breit, eine Maßnahme, die im Test ausdrücklich kritisiert wurde. Achtern bietet die Ein-Kabine-Version eine geräumige Doppelkoje mit den Maßen 1,95 mal 1,60 Meter; bei der Auswahl von zwei achteren Kabinen schrumpft die Kojenbreite auf 1,40 Meter. Die versetzte Vorschiffsaufteilung und die längliche Pantry spiegeln das Konzept des „Grand Large“ – ein komfortabler Innenraum für das Fahrtensegeln statt eines chartertauglichen Layouts – wider, wobei die engere Vorschiffskoje der Preis für den begehbaren Kleiderschrank daneben ist.
Bekannte Schwachstellen
Ein Schwachpunkt ab Werft ist besonders auffällig: Die 365 konnte nicht mit einer Schlagflosse bestellt werden, nicht einmal als optionales Zubehör. Ein Käufer oder Eigner sollte daher damit rechnen, dass das Überwasserschiff des Rumpfes auf diese schützende Struktur verzichtet, es sei denn, ein Vorbesitzer hat sie nachgerüstet. Der Gelcoat sollte entsprechend genau untersucht werden.
Refits und Unterhalt
Die Infusions- und Injektionsbauweise mit Isolacken und laminierten Schotten sorgt für eine steife, feuchtigkeitsresistente Struktur, die sich über die über 400 gebauten Einheiten hervorragend bewährt hat. Das Fehlen einer Schürze im Originalzustand ist der Hauptpunkt, den ein Eigner kosmetisch oder durch sorgfältiges Handling im Hafen beheben möchte. Der 29 PS starke Volvo Penta bleibt ein unkomplizierter Diesel, der wartungsarm ist, und die Innenwanten halten die Beschläge auf dem Seitendeck minimal.
Das Fazit
Die Dufour 365 Grand Large ist eine von Felci geprägte Fahrtenyacht mit einem wirklich eleganten Rumpf und einem praktischen, breiten Innenraum, der eine enge Vorschiffskoje gegen einen nutzbaren Pantry und freie Seitendecks eintauscht. Ihr Infusions-Rumpf und die verklebte und verschraubte Deck-Rumpf-Verbindung spiegeln einen hohen Baustandard wider, und das Probefahrtjahr 2005 bestätigte echte Leistung. Die fehlende Schürze ist die einzige Werftfehler, auf die ein sorgfältiger Eigner achten muss.
Vorteile
- Elegante Linien mit einer Breite von 3,65 Metern
- Infusionsrumpf und Spritzgussdeck mit Schaumsandwich und laminierten Schotten
- Innenschoten für freie Seitendecks und einfaches Schotfahren
- Zertifizierte Segeleigenschaften als „sehr gut“ und ordentliche Stehhöhe im Gutachten von 2005
- Geräumige Achterkoje in der Ein-Kabinen-Version mit Maßen von 1,95 x 1,60 Metern (1)
Nachteile
- Die Vorschiffskoje ist nur 1,35 Meter breit
- Keine Schurleiste als Zubehör erhältlich
- Zwei Achterkabinen reduzieren die Kojebreite auf 1,40 Meter (1)






