Design und Rumpfform
Die 36 zeichnet sich durch einen bewusst breiten Rumpf aus, mit einem Verhältnis von Länge zu Breite von 3,04 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 184, was sie fest im Lager der volumenorientierten Fahrtenyachten positioniert. Ihr Auftriebsprofil ist, wie eine zeitgenössische Bewertung es beschrieb, ungewöhnlich rund, mit einem breiten Heck und einem ausgeprägten Vorschiff, das dem Deck eine großzügige Fläche im Querschnitt verleiht. Der Eintrittswinkel beträgt 23 Grad – ein breiter Vorschiffseintritt, der etwas an Höhe am Wind gegen mehr Innenraum und eine stabile Plattform eintauscht. Es wurden zwei Kieloptionen angeboten: ein Standardtiefgang von 5 Fuß 1 Zoll und ein tiefer Tiefgang von 6 Fuß 5 Zoll, wobei letztere für Eigner geeignet ist, die ein hohes aufrichtendes Moment und gute Leistung am Wind suchen. (1)
Rigg und Leistung
Anstelle eines Masttoppslups ist die Bavaria 36 mit einem 7/8-Rigg ausgestattet, das mit einer Baummitte-Schotführung und zurückgepfeilten Salingen arbeitet. Diese Konfiguration vereinfacht den Segelplan für kleine Crews und hält die Lasten überschaubar. Das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung wurde auf einen Wert im Bereich von 18 bis 19 geschätzt – bescheiden für ein 36-Fuß-Boot und passend zu einem Fahrtenkonzept als zu einem Regatta-Einsatz. Aufgrund des moderaten Segelplans ist sie bei leichtem Wind keine Rakete. (1)
Unterbringung und Aufteilung
Käufer konnten zwischen zwei Innenraumaufteilungen wählen. Die Drei-Kabinen-Version platziert die beiden spiegelbildlichen Doppelkojen achtern mit der Nasszelle im Vorschiff, während das Zwei-Kabinen-Layout eine Kabine nach achtern verlegt, wobei die Nasszelle an Steuerbord achtern liegt. In dieser Version mit zwei Kabinen geht die vordere Kabine teilweise auf das Achtercockpit (Lazaretto) ein, was den Stauraum im Heck verringert. Bei beiden Layouts sind Pantry, Navigationsecke und Essbereich unverändert: Die Pantry ist eher klein gehalten, mit einer Kühlbox neben den Spülbecken, und der Esstisch endet etwa vier Zoll vor dem Rand des Sofas. Das Cockpit öffnet sich zu einem offenen Heckspiegel mit Badeplattform, langen Sitzen, die als Seekojen dienen können, und einer Radmulde für ein großes Steuerrad.
Konstruktion und Ausrüstung
Bavaria baute die 36 in Deutschland aus massivem GFK-Laminat mit selektiver Verstärkung – dem gleichen Standardansatz, den die Werft in dieser Ära für ihre gesamte Modellpalette anwandte. Über der Wasserlinie ist das Deck ebenfalls aus massivem GFK gefertigt. Ein Ankerkasten befindet sich im Vorschiff, und der offene Spiegel ist ein für den Charterbetrieb sehr praktisches Feature, da er den Zugang zum Wasser und das Anlegen mit dem Heck im Mittelmeer erleichtert.
Das Fazit
Die Bavaria 36 ist eine pragmatische, volumenorientierte Fahrtenyacht aus der J&J-Ära der Konstruktionsgeschichte von Bavaria. Sie bietet zwei vernünftige Layouts, einen gutmütigen, breiten Rumpf und ein 7/8-Rigg, das sich für entspanntes Fahrtensegeln eignet. Ihr bescheidener Segelplan und das breite Vorschiff werden Performance-Puristen jedoch nicht begeistern.
Vorteile
- Zwei flexible Kabinenaufteilungen mit einem durchgehenden Salon und einer Pantry
- Der weit vorn liegende Rumpf bietet für die Länge außergewöhnliches Innenraumvolumen
- Das offene Heck und die langen Cockpitsitze erleichtern das Einsteigen und das Entspannen
Nachteile
- Die geschätzte Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 18–19 begrenzt die Leistung bei leichtem Wind
- Das Layout mit zwei Kabinen opfert Stauraum im Achterkajütaufbau zugunsten der Vorschiffskabine
- Die Pantry wird als klein und mit unpraktischer Kühlbox-Platzierung beschrieben








