Design und Konstruktion
Die Sun Odyssey 36 ist ein Einrumpfboot aus massivem Polyester-GFK mit Kevlar-Verstärkung im Rumpf und einem Deck mit Balsaholzkern in einem Polyester-Sandwich. Jeanneau stellte es in Frankreich fertig, komplett ausgestattet mit Holzverzierungen. Der Rumpf verfügt über einen geneigten Vorsteven und einen umgekehrten Spiegel, der mit einer Plattform und einer Badeplattform ausgestattet ist. Ein intern montiertes Spatenruder am Rad sorgt für ein modernes, direktes Rudergefühl für die damalige Zeit. Unter der Wasserlinie besitzt das Standardboot einen festen Flossenkiel mit 6,67 Fuß Tiefgang; ein optionaler Flachkiel reduziert diesen auf 4,83 Fuß und opfert etwas Ballast für einen leichteren Zugang zu flachen Gewässern. Die Version mit Flossenkiel hat eine Verdrängung von 12.820 Pfund bei 4.222 Pfund Gusseisenballast, verglichen mit 12.566 Pfund und 3.968 Pfund Ballast bei der Flachkiel-Version. Mit einer Länge über alles von 36 Fuß, einer Wasserlinienlänge von 30,16 Fuß und einer Breite von 12,5 Fuß ist die Rumpfform moderat. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) liegt bei fast 204, was das Boot als solide Fahrtenyacht und nicht als leichte Regattayacht kennzeichnet. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Deck ist die Sun Odyssey 36 als Masttoppslup mit einem an Deck stehenden Aluminiummast und zwei Reihen zurückgepfeilten Salingen ausgelegt, die eine unregelmäßige Edelstahl-Drahttakelung tragen. Andrieu platzierte den Mast weit vor der Kielwurzel und hielt das Vorsegeldreieck klein – eine Entscheidung, die zusammen mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 22 dafür sorgt, dass das Boot gut vorankommt, ohne auf große, überlappende Focken angewiesen zu sein. Der Segelplan summiert sich am Wind auf 753 Quadratfuß, aufgeteilt auf ein 323 Quadratfuß großes Großsegel und eine 431 Quadratfuß große Fock oder Genua, während für raume Kurse ein symmetrischer Spinnaker mit 1.076 Quadratfuß Fläche zur Verfügung steht. Ein Traveller, der vor dem Niedergang montiert ist, hält das Cockpit frei, und das moderate Vorsegeldreieck liest sich eher als bewusster Kompromiss für das Fahrtensegeln denn als Konsequenz aus einer Regattaformel. (1)
Unterbringung
Im Innenraum bietet die Aufteilung Platz für sechs Personen auf drei separaten Schlafbereichen mit Doppelkojen. Eine Bugkabine beherbergt eine Doppel-V-Koje mit eigenem Waschbecken, während zwei Achterkabinen jeweils eine Doppelkoje bieten. Der Salon ist um einen achteckigen Tisch herum im Bereich des offenen O-förmigen Sofas an Steuerbord konzentriert, was beim Abendessen Platz für drei Paare bietet. Die Pantry befindet sich gegenüber auf der Backbordseite mittschiffs und ist mit einem zweiflammigen Herd, einer Kühlbox und einem Doppelwaschbecken ausgestattet, wobei die Navigationsecke direkt dahinter liegt. Beide Nasszellen befinden sich vor den Achterkabinen und sind sowohl vom Salon als auch von diesen Kabinen aus erreichbar – eine praktische Anordnung für zwei Paare. Die maximale Stehhöhe beträgt 74 Zoll. Die nach vorn verlagerte Pantry und die Doppeltoiletten achtern spiegeln La-Fourcades Gestaltungsauftrag wider, der innerhalb von Andrieus Rumpfvolumen funktionierte.
Motorisierung und Technische Daten
Der Hilfsmotor ist ein japanischer Yanmar 3GM Diesel mit 30 PS, kombiniert mit einem 40-Gallonen-Kraftstofftank und einem 80-Gallonen-Süßwassertank. Mit einer Rumpfgeschwindigkeit von 7,36 Knoten passt das Boot hervorragend zu seiner bescheidenen Motorleistung und Tankkapazität für Küsten- und mittlere Törns. Das angegebene SA/D-Verhältnis von 22,3 und ein D/L-Wert nahe 204 beschreiben ein Boot, das weder rank noch überbesegelt ist, sondern für eine Familiencrew gut ausgewogen ist.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 36 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht aus den frühen 1990er Jahren, deren kollektiv entworfene Abstammung ein praktisches Drei-Kabinen-Innere und ein gutmütiges, moderates Rigg hervorbrachte. Die Flachkiel-Version erweitert ihren Revierbereich, und die Standard-Flossenkiel-Version trägt genügend Ballast, um sich stabil anzufühlen. Sie ist jedoch ein heute nicht mehr produziertes Modell mit einem kleinen Vorsegeldreieck und einem Deck mit Balsakern, was ein Käufer vor dem Kauf verstehen sollte.
Vorteile
- Koordinierter Entwurf mit harmonischem Zusammenspiel von Innenraum und Rumpf
- Drei Doppelkojen und zwei zugängliche Nasszellen sind ideal für zwei Paare
- Der moderate Segelplan läuft auch ohne große, überlappende Vorsegel hervorragend
- Die Flachkiel-Option erweitert die Reviergrenzen im Flachwasser
Nachteile
- Das Deck mit Balsakern erfordert eine sorgfältige Feuchtigkeitsprüfung
- Der kleine Vorsegeldreieck schränkt die Optionen für traditionelle Vorsegel ein
- Nicht mehr in Produktion seit 1992, was den Wegfall von Werft-Support-Möglichkeiten bedeutet








