Design und Konstruktion
Der massive GFK-Rumpf von Bavaria verfügt über gezielte Verstärkungen, und die Struktur der Cruiser 37 zeigt eine sorgfältige Aufmerksamkeit für die Bilge. Die Bodenbretter liegen auf einem Bodenrahmen, der mit eng beieinander liegenden Längsträgern und Bodenwrangen verbunden ist, was ein laminiertes Verbundwerkstoffgerüst bildet, das sich bis zum achteren Ankerkasten erstreckt. Die Bilgenräume sind durch gebohrte Bilgenluken miteinander verbunden, sodass jedes Wasser in den tiefsten Punkt abfließen kann, und eingelegte Schläuche verhindern, dass das Wasser in das Holz und die Längsträger sickert, an denen es festhängt. Zur oberflächenbehandelten Bilge gelangt man durch neun große, lose passende Luken. An Deck trägt der Kajütaufbau nun verlängerte Fenster und fünf Decksluken statt der vier bei der 36, und ein kombinierter Aluminium-Fuß- und Handlauf ersetzt ältere Details. Eine dunkelgelbe Duradeck-Beschichtung erinnert auf dem Cockpitboden an Teakholz. (1)
Rigg und Handhabung
Die Doppelradsteuerung prägt das Cockpit – eine Aufteilung, die einen neuen Cockpit-Formling erforderte und das Niedergangsschott nach vorn verlagerte; diese Verschiebung bewegte wiederum das Hauptschott nach vorn, damit der Salon vor Anker nicht eng wird. Die dänische Jefa-Steuerung arbeitet sauber und ist kompakt genug, um leicht zu warten zu sein. Im Topp trägt ein Selden-Mast mit zwei Salingen eine 110-prozentige Genua auf beweglichen Kajütaufbauteilen, während ein geteiltes Achterstag, der weiter außen angeschlagen ist, frei von der Radsteuerung bleibt. Das Standard-Großschot ist ein 1:2-System auf beiden Seiten des Niedergangs, das über Lewmar 30 Fallwinschen gefahren wird; Eigner können es ohne großen Aufwand als 1:4 neu einrollen, und mit kleinen Änderungen ist eine deutsche Cupper-Nachlaufschot-Anlage möglich. Testsegler stellten fest, dass die 37 bei 3 bis 4 Beaufort Wind in 3 bis 4 Minuten eine Wende von 90 Grad bei 4,8 bis 5,4 Knoten schafft und unter Gennaker bis zu 6,4 Knoten vor Anker erreicht. Der Volvo Penta D1-20 trieb sie weit aufgedreht auf 8 Knoten, und bei Fahrtenwind hielt sie konstant 6 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck lässt sich bei der Drei-Kabinen-Version die Navigationstischplatte zur Seite schieben, sodass das Sofa zu einer vollwertigen Koje wird. Die Nasszelle wird jedoch kleiner, die Dusche kann nicht vom WC getrennt werden und der Stauraum in der Backskiste reduziert sich auf ein Minimum. Das Zwei-Kabinen-Layout verlegt das Längsschott nach Backbord, was zusätzlichen Platz im Badebereich, mehr Stauraum und eine größere Achterkoje ermöglicht. Beide Layouts bieten oberen Schrankraum und Rumpffenster, und die Belüftung erfolgt über sechs Öffnungsluken, wobei der Querluftaustausch nur durch ein einziges öffnendes Bullauge in der Pantry schwach ausgeprägt ist. Von beiden Steuerständen aus hat der Segler einen optimalen Überblick über Segel und Kurs, und die Crew findet Platz am funktionalen, klappbaren Cockpittisch. Die Wasserkapazität kann mit einem optionalen Wassertank in der Vorschiffskabine erweitert werden. (1)
Ausrüstung und Cockpit-Details
Das Boot wird mit zwei Steuerrädern, einer Steuersäule mit GPS-Plotter, Genua- und Gennaker-Winschen, Fall- und Schottwinschen, bündigen Luken, einem Relingtor und einer Ankerrolle mit festem Fußstützen für das Einsteigen über die Bugklappe ausgeliefert. Eine große Heckklappe lässt sich manuell auf Gaszylindern absenken, um das Einsteigen zu erleichtern und zusätzlichen Platz an Deck zu schaffen; bei geschlossenem Zustand dient ihr oberer Rand als Ankerstütze. Eine XXL-Badeplattform und Rumpfscheiben vervollständigen das Standard-Ausstattungspaket für das Fahrtensegeln. (1)
Bekannte Schwachstellen
Der einzige dokumentierte Mangel betrifft die Startbatterie, die in einer ungünstigen Position in der Bilge neben dem Anker des Niedergangs liegt. (1)
Das Fazit
Die Cruiser 37 ist ein durchdacht modernisierte Farr-Rumpf, der von Design Unlimited mit einem zeitgemäßeren Deck und Cockpit versehen wurde. Sie tauscht die kleineren Luken der 36 gegen viel Licht und ein wohnliches Volumen ein. Sie segelt sauber über das gesamte Windbereichs-Spektrum und bietet dem Käufer die Wahl zwischen einer kompakten Charter-Logik mit drei Kabinen und einer geräumigeren Zwei-Kabinen-Fahrtenaufteilung – mit nur den Batterieplatzierung und der mäßigen Luftzirkulation in der Pantry als Einschränkungen.
Vorteile
- Bewährte Farr 2010 Rumpfarchitektur mit modernisiertem Design
- Doppelrad-Jefa-Steuerung mit hervorragender Sicht auf die Segel von beiden Steuerständen aus
- Flexibles Großschot-Rigg von 1:2 bis zu einer deutschen Cupper-Schot ohne großen Aufwand
- Gelaminierter Bilgenrahmen mit entleerten, zugänglichen Kammern
Nachteile
- Die Startbatterie befindet sich in einer unpraktischen Bilgenposition neben dem Niedergang
- Das Drei-Kabinen-Bad kann die Dusche nicht vom WC trennen; mäßige Querlüftung






