Design und Konstruktion
Die Rumpfformen der 421 weisen eine klare Abkehr von ihrem Vorgänger auf. Statt des alten Profils gibt es nun vertikale Bugspanten, die Heckflosse ist deutlich breiter, während das Brückendeck selbst gullwing-förmig gestaltet ist, um das Wasser unter der Gondel zu teilen. Multihulls World bemerkte, dass die in Bordeaux ansässige Werft die Rumpfhöhe leicht verringert und das steife Bimini, das sehr hoch über der Plicht der 420 positioniert war, eliminiert hat. Stattdessen wurde ein neues, steifes Bimini eingeführt, das sich über das Kajütdach erstreckt. Diese Struktur trägt die Großschotführung, die am Bimini befestigt ist, was die Plicht frei hält. Die Gondel profitiert zudem von großzügiger Beleuchtung durch große vertikale Fenster, die durch den Kajütaufbau geschützt sind. Abgesehen von den Davits gibt es achtern des Kajütdaches keine weiteren Beschläge, was das Achterdeck unverstellbar und aufgeräumt lässt. (1)
Rigg und Handhabung
Der Segelplan wuchs von 97 auf 103,4 Quadratmeter. Der 421 profitiert zudem von einem Square-Top-Großsegel, das die Leistung bei leichtem Wind verbessert. Das Großsegel selbst misst 710 Quadratfuß, ergänzt durch eine 377 Quadratfuß große Genua und einen optionalen 753 Quadratfuß großen Gennaker. Beim 421 ist der Baum der erhöhte Teil des Hardtops, der so geschnitten ist, dass er die feste Bimini-Steuerstandsecke des Skippers ohne Kollision passiert. Das feste Dach vergrößert zudem den Wohnraum vom Salon bis zur Plicht, während der Baum gleichzeitig als Sonnenplattform dienen kann. Charterunternehmen konnten einen kürzeren Mast bestellen, der für unerfahrene Crews beruhigender wirkt, aber die hydrodynamisch effizienten Rümpfe des Standardriggs verleihen dem 421 einen Vorteil, den der 420 fehlte. (1)
Unterbringung
Käufer konnten zwischen drei oder vier Doppelkabinen wählen. Der Salon verfügt über große vertikale Fenster, die sich auch in den Kabinen wiederholen. Die natürliche Belüftung aller Innenräume erfolgt durch große und praktische zu öffnende Luken, während breite Seitendecks und ein breites Achterdeck das Bewegen an Deck erleichtern. Die Plicht ist mit einem klappbaren Tisch ausgestattet, sodass sie entweder als Essbereich oder als Lounge genutzt werden kann. Da der Großschotweg am Bimini fest montiert ist, kann die Plicht zu 100 % dem Entspannen statt dem Leinenhandling gewidmet werden.
Bekannte Schwachstellen
Die Elektromotoren wurden zum Zeitpunkt der Überprüfung eingestellt, und die Werft des 421 kehrte zu Dieselmotoren zurück. Die Änderungen gegenüber dem 420 waren eher korrigierend als reparativ.
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt ist unkompliziert. Die 421 kombiniert zwei 40-PS-Diesel mit je 300 Litern Kraftstoffkapazität und 2 x 175 Litern Wasserkapazität. Die feste Bimini-Struktur bietet eine stabile Plattform für spätere Erweiterungen durch Persenninge oder Solarpaneele, ohne die Linie des Kajütaufbaus zu verändern. Da es auch eine Charterversion mit kurzem Mast gibt, können gebrauchte Exemplare in der Rigghöhe variieren – dies sollte vor dem Kauf anhand des tatsächlichen Segelplans des jeweiligen Bootes überprüft werden.
Das Fazit
Die Lagoon 421 ist eine überlegene Weiterentwicklung eines fehlerhaften Vorgängers. Sie tauscht den experimentellen Hybridantrieb gegen zuverlässige Dieselmotoren ein und verfeinert das Deckshaus zu einem niedrigeren, saubereren Profil mit wirklich nutzbarem überdachtem Außenbereich. Ihr Gullwing-Brückendeck und der vertikale Bug zeigen, dass die Werft Kurs korrigiert hat. Die klare Plicht, die durch das am Bimini montierte Großschot entsteht, ist ein echter Vorteil für das Leben an Bord.
Vorteile
- Überarbeitete Rümpfe und ein tieferes Freibord im Vergleich zur 420 mit effizienterer Hydrodynamik
- Die Großschot auf dem Bimini macht die gesamte Plicht frei für Entspannung
- Drei- oder Vier-Kabinen-Layouts mit viel natürlichem Licht und hervorragender Belüftung
- Rückkehr zu den beiden 40-PS-Dieselmotoren nach dem Hybrid-Experiment der 420
Nachteile
- Die Option für den Elektroantrieb wurde aufgegeben, was grün orientierte Käufer ausschließt
- Die Charter-Version mit kurzem Mast kann die Leistungsansprüche enttäuschen
- Keine Beschläge achtern des Kajütaufbaus außerhalb der Davit-Reichweite für das Montieren von Ausrüstung an Deck




