Design und Konstruktion
Bali Catamarans baute die 4.1 in Canet-en-Roussillon, wobei das Design auf Olivier Poncin und Xavier Faÿ zurückgeht. Die Rümpfe sind mit Schaumkern und im Vakuuminfusionsverfahren hergestellt. Ein Knickspant verläuft über die gesamte Länge, um Spritzwasser abzuweisen und gleichzeitig etwas zusätzlichen Innenraum vor Anker zu bieten. Anstelle der Steckschwerter der sportlicheren Mehrrumpfboote von Catana besitzt die 4.1 feste Kiele, die in wasserdichten Nischen am Unterwasserschiff verbolzt sind. Diese Nischen dienen gleichzeitig als Fäkalientanks. Ein festes Vordeck fungiert selbst als strukturelles Bauteil, und der Mast steht hoch und ist angewinkelt, um das Aufschlagen des Bootes beim Kreuzen gegen den Wind abzumildern. Rezensenten in Multihulls World stellten fest, dass sich die wahrgenommene Bauqualität in dieser Generation verbessert habe. Die vorn schlanke Form mit dem Tunnel-Effekt wurde als größtes Designmerkmal des Bootes bezeichnet; frühere Zweifel an der kühnen Bugform wurden durch die langjährige Erfahrung mit der gesamten Modellreihe widerlegt. (1)
Rigg und Handhabung
Der Steuerstand befindet sich an Steuerbord und lässt sich am besten als erhöhter Steuerstand statt als vollwertige Flybridge beschreiben. Im Vorschiff trug ein Z-Spar-Aluminiummast mit einer einzigen Saling auf dem Testboot eine Segelfläche von 1.135 Quadratfuß (ca. 105 m²) von Elvstrøm. Das Rigg ist um einen Selbstwendefock-Solent-Rigg auf einer Rollfockanlage aufgebaut, deren Schoten zu einem Kajütaufbaubügel direkt vor dem Mast geführt werden. Ein Bugspriet bietet die Wendepunkt für einen Code Zero oder Spinnaker. Multihulls World befand das Boot als agil, leicht zu handhaben und angenehm, selbst nur unter Großsegel und Solent-Rigg, mit gutem Seeverhalten bei Windstärken unter 15 Knoten. Die Tester von SAIL Magazine verzeichneten beim Motoren auf flachem Wasser eine Geschwindigkeit von 6,5 Knoten bei 2.000 Umdrehungen pro Minute, die sich bei vollem Gas und 3.000 Umdrehungen pro Minute knapp über 8 Knoten erhöhte. (1)
Unterbringung
Der Innenraum der 4.1 ist der Bereich, in dem die Konstruktion ihren entscheidenden Sprung nach vorn macht. Eine ausklappbare Glastür aus Glas und Verbundstoff senkt sich von der Kajütaufbaubrücke herab, um das vordere Cockpit mit dem Salon zu verbinden, und ist leicht genug, um von einer kleinen Crew manuell bedient zu werden. Vor dieser Schwelle befindet sich eine L-förmige Sitzecke an Backbord und ein stehender Liebherr-Kühlschrank an Steuerbord, dahinter die Pantry mit ihrem Eno-Herd, ein Navigationstisch in der Ecke und ein manuell zu öffnendes Fenster, damit der Koch Getränke in den vorderen Salon reichen kann. Der vordere Salon selbst bietet Platz für sechs Personen mit einer U-förmigen Sitzecke und einem Tisch für fünf Personen bei Cocktaime. Achtern verbindet eine feste Plattform die Rümpfe, sodass man von Bug bis Heck gehen kann, ohne das Cockpit betreten zu müssen. Das überarbeitete Davitsystem schaffte zudem Platz für einen integrierten Heckkoi außerhalb des Hauptsalons, flankiert von vergrößerten Seitenschränken, von denen einer optional einen Grill beherbergen kann. Unter Deck haben Käufer die Wahl zwischen vier Layouts: einem Charterplan mit vier Kabinen und vier Nasszellen, einer Version mit drei Kabinen und drei Nasszellen oder drei Kabinen mit zwei Nasszellen, wobei die Eignerkabine an Backbord ein großes Doppelbett im Achterschiff, einen Schreibtisch mittschiffs und eine separate Duschkabine im Vorschiff beherbergt. Die Ausführung „Maxi Lounge“ legt den Schwerpunkt auf viel Licht und ergonomisch aufeinander abgestimmte Räume, die für alle Klimazonen geeignet sind.
Ausrüstung und Systeme
Die Tankkapazitäten sind für die Bootsgröße großzügig bemessen: 110 Gallonen Diesel und 221 Gallonen Wasser. Die Hilfsmotoren des getesteten Bootes waren zwei 40 PS starke Volvo Penta Dieselmotoren mit Saildrive-Antrieb, und Multihulls World lobte den hervorragenden Zugang zu den Motorräumen. Die Davits sind im Konzept einfach und clever gehalten, obwohl das Testbericht darauf hinwies, dass das Beiboot mit dem ausgebauten Außenborder hochgezogen und anschließend schräg auf einem der Schläuche abgestellt werden muss.
Das Fazit
Die Bali 4.1 ist eine durchdacht weiterentwickelte Fahrtenkatamaran-Klasse, die ultraleichte Leistung gegen Komfort für das Wohnen an Bord und Chartertauglichkeit eintauscht. Ihr festes Vordeck, die wasserdichten Nischen des Festkiels und die Schiebetür zum Salon sind markante Lösungen, und das Boot läuft bei kleinerer Segelfläche leicht. Das Heckprofil ist eher funktional als schön, und der Stauraum für das Beiboot erfordert den Ausbau des Außenborders, aber das Kabinenvolumen und der Zugang zur Technik sind starke Verkaufsargumente.
Vorteile
- Das steife, feste Vordeck sorgt für hohe strukturelle Steifigkeit und verhindert Rumpfkrängung
- Die Selbstwendefock und das Bugspriet-Rigg machen das Segeln mit kleiner Crew einfach machbar
- Die schräg angebrachte Schiebetür verbindet Salon und vordere Plicht mit minimalem Aufwand
- Vier Unterdeckskonfigurationen, darunter eine geräumige Eignersuite mit drei Kabinen
- Hervorragender Zugang zum Motorraum sowie große Wassertank- und Kraftstoffkapazität
Nachteile
- Die Sicht nach achtern ist funktional, aber laut zeitgenössischen Berichten optisch hart
- Die Davits für das Beiboot erfordern den Ausbau des Außenborders und ein schräges Einrohr-Lagerungssystem
- Der Steuerstand ist trotz seiner erhöhten Position keine echte Flybridge





