Design und Konstruktion
Jeanneau machte mit der Sun Odyssey 50 DS frühzeitig ernsthafte Ansprüche auf das Deckssalon-Konzept geltend, und die Umsetzung liest sich eher als reife Interpretation denn als Experiment. Der Rumpf ist dasselbe Briand-Design wie unter der SO 49i, aber der entscheidende Unterschied liegt im Salon: In der DS erhält er einen U-förmigen Esstisch an Steuerbord, eine Sitzecke an Backbord mit einem Beistelltisch und einer Navigationsecke dahinter sowie eine Pantry halb einen Schritt tiefer an Steuerbord, die gleichzeitig den Durchgang nach achtern zu den Eignerkojen oder den Doppelkojen bildet. Der Tester von Cruising World bemerkte, dass die Konstrukteure das Profil des Deckshauses über dem erhöhten Salon relativ niedrig hielten und das Cockpit etwas anhoben – Maßnahmen, die beim Sitzen hinter dem Steuerrad einen überraschend klaren Blick nach vorn ermöglichten und gleichzeitig die Raumlichkeit unter Deck verbesserten. (1)
Eine robuste Bauweise bildet die Grundlage für diese Finesse, und der strömungsgünstige Kiel sowie die Anhänge wurden für hervorragende Segeleigenschaften geformt. Der komfortable, moderne Innenraum gehört zu einer neuen Generation der Sun Odyssey, und der erhöhte Boden in der Mitte des Bootes öffnet die wichtigsten Wohnbereiche, während der nutzbare Stauraum darunter erhalten bleibt. (2)
Rigg und Handhabung
Der Standard-Segelplan ist elektrisch unterstützt und leicht zu bedienen: eine Rollgenua und ein Quantum Lattenlos-Großsegel auf einem Facnor Mastfurler, wobei das Großsegel mit gerundetem Achterliek etwas Bootsgeschwindigkeit gegen Komfort eintauscht, sowie eine standardmäßige 140-Prozent-Genua auf einer Rollfock. Für höhere Leistung bietet die Werft ein Bindereff-Großsegel mit stark ausgestelltem Achterliek. Zwei elektrische Harken-Genuawinschen, die nahe dem Steuergriff montiert sind, bedienen jedes Vorsegel, und mit Hilfe der elektrischen Winschen kann ein aktiver Segler die 50 DS problemlos einhand wenden, während die Crew im geräumigen Cockpit entspannt.
Unter Motor trieb der serienmäßige Yanmar mit 75 PS das Boot bei 3.600 U/min auf über 9 Knoten, wobei 7,2 Knoten bei 2.000 U/min sehr angenehm ruhig waren; der getestete optionale 100-PS-Diesel brachte es mit viel Spiel im Gaspedal auf die Rumpfgeschwindigkeit. Die Wendekreis war knapp unter einer Bootslänge, und das Rückwärtsfahren war unkompliziert. Bei 11 Knoten Wind lief das Boot zu 6,3 Knoten am Wind mit einem stabilen Rudergefühl, während die moderate Leichtdeplacement dazu beiträgt, dass es sich bei leichtem Wind schnell bewegt.
Unterbringung
Das Deckssalon-Layout hat bei den Kunden von Jeanneau aus gutem Grund Anklang gefunden. Die dreiteilige Plicht bietet zwei Steuerräder und einen offenen Salon mit Sitzbänken um einen großzügig dimensionierten Cockpittisch sowie eine zusätzliche Lounge für Entspannung unter Segeln. Unter Deck bietet die Werft die Wahl zwischen drei Innenraumaufteilungen, darunter eine Eignerkabine achtern mit einer Doppelkoje im Vorschiff, ideal für zwei Paare, und zwei Doppelkojen achtern als Option.
Der Stauraum ist für das Fahrtensegeln oder Charter ein großzügiges Plus: zahlreiche Decksstauräume, eine große Backskiste und ein riesiger Segelschrank im Vorschiff, der Fender, Segel und Sonnensegel problemlos aufnimmt. Der Navigationstisch bietet Platz für ein Kartenbuch oder gefaltete Papierkarten, während ein großes Arbeitsfeld im Vorschiff zum Ausbreiten von Dokumenten dient und hinter dem Navigationssitz Platz für einen Flachbildmonitor bleibt. Der Kartenplotter befindet sich wie gehabt am Steuerstand.
Ausrüstung und Cockpit-Detail
Große Winschen und eine leistungsstarke elektrische Ankerwinde erleichtern das Handling, und der optionale Bugstrahlruder verringert die Nervosität beim Anlegen bei starkem Seitenwind. Das dreiteilige Cockpit und die Doppelradsteuerung spiegeln aktuelle Trends wider, während der Steuerstand kompakt und die Sichtlinien frei bleiben. Ein optionales Bugstrahlruder ist ein praktischer Vorteil, den jeder Eigner, der von einem kleineren Boot aufsteigt, zu würdigen weiß.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 50 DS ist eine durchdacht konstruierte Deckssalon-Fahrtenyacht: ein bewährter Briand-Rumpf, der in einen flachen Salon gehüllt ist und für Geschwindigkeit bei leichtem Wind, ein einhandfreundliches elektrisches Handling sowie einen umbaubaren Innenraum mit enormer Stauraumkapazität sorgt. Es ist ein Boot, das dafür gebaut wurde, an Bord gelebt und mit kleiner Crew ohne Probleme gesegelt zu werden.
Vorteile
- Hervorragende Sicht nach vorn vom Steuerstand durch niedriges Deckshaus und erhöhten Cockpitbereich
- elektrisch unterstützter Segelplan mit nahezu einhandtauglicher Wende
- Drei verschiedene Innenraumaufteilungen und reichlich Stauraum für Segel und Decksausrüstung
- Starke Leichtwindleistung dank relativ geringer Verdrängung
Nachteile
- Das im Mast eingeholte Großsegel mit hohlem Achterliek opfert etwas Bootsgeschwindigkeit zugunsten von Komfort
- Der serienmäßige 75-PS-Diesel ist ausreichend, aber nicht großzügig dimensioniert (optional 100 PS)










