Design und Konstruktion
Der Rumpf, den die Moody trägt, ist derselbe wie bei zwei größeren Modellen der Hanse-Werft, der 575 und der 588, jedoch mit Modifikationen, und wurde von dem deutschen Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk gezeichnet; das Interieur wurde dann vom erfahrenen Moody-Designer Bill Dixon von Dixon Yacht Design entworfen. Über der Wasserlinie zeigt das Boot einen geraden Vorsteven im Vorschiff, eine lange Wasserlinie und ein imposantes Überwasserschiff, das auf jeder Seite sechs Bullaugen im Rumpf aufweist, während ein relativ niedriges und schlankes Steuerhaus ein Dachträger über dem vorderen Fenster trägt. Teakdecks sind Standard, das Vordeck ist niedrig und bündig, und ein massives Kajütaufbau-Reling mit einer Edelstahl-Seitengriff verläuft um das Boot herum. Der eiserne Kiel wird in Flach- oder Tiefgangsvariante angeboten, und die Verdrängung des Rumpfes von 53.550 Pfund bei 15.300 Pfund Ballast ergibt ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 0,28, was unter einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 179 liegt – Zahlen, die eher auf eine schwere, volumenorientierte Fahrtenyacht als auf eine leichte Regattayacht hindeuten. (1)
Rigg und Handhabung
An Deck nutzt die Moody ein Seldén-Rigg mit zwei Salingen und einer Solent-Takelung sowie zwei Furlex-Rollanlagen im Bug und ist mit einem selbstwendenden Stagsegel ausgestattet. Das im Mast gefahrene Großsegel auf einem Seldén-Spargel besaß vertikale Latten und war in den Augen des Testers ein optisch ansprechendes Segel. Alle Bedienelemente und das laufende Gut sind nach achtern zu den Lewmar-Winschen an Backbord und Steuerbord direkt vor den Jefa-Steuerständen geführt, sodass das Boot von den beiden Steuerrädern aus bedient werden kann, ohne die Plicht zu verlassen. Jedes Rad wird von einer großen Pod-Einheit dominiert, die die Bedienung für Motor und Bug- und Heckstrahlruder, Segelinstrumente und Kartenplotter bietet, während große, komfortable Steuersessel ganz achtern positioniert sind. Ein praktischer, ausziehbarer Übergang zur Med-Mole ist vorhanden, und ein stoffbespannter, ausziehbarer Bimini aus Sunbrella schützt das Cockpit bei schlechtem Wetter. (1)
Unterbringung
Die Deckssalon-Philosophie zeigt sich am deutlichsten unter Deck: Die Plicht und der Hauptsalon liegen auf derselben Ebene und sind durch Schiebetüren aus Glas zugänglich, wobei ein wunderbar sonnendurchfluteter Deckssalon mit Pantry als sozialer Mittelpunkt dient. Käufer konnten zwischen sechs Layout-Varianten wählen, darunter eine Pantry im Salon oder eine tiefer, über fünf Stufen erreichbar, und das Boot bietet bis zu sechs gemütliche Kojen. Eine großzügige U-förmige Sitzecke an Backbord bildet zusammen mit einem angrenzenden Esstisch den Wohnbereich, während eine geräumige Navigationsecke an Steuerbord die Instrumente – einschließlich der Autopilotlinien – beherbergt, die sie zu einer übersichtlichen Steuerzentrale im Innenraum machen. Die Eignerkabine befindet sich im Vorschiff, eine Doppelkabine liegt achtern und eine Gästekabine mittschiffs. Das Schiff verfügt über bis zu drei Nasszellen mit Dusche, die viel natürliches Licht spenden. Die typische Plicht selbst ist mit zwei langen Sofakojen um einen großen, klappbaren Tisch herum ausgestattet.
Refits und Eignerschaft
Der Entwicklungsweg der Werft unter der Eignerschaft von HanseYachts prägt diese Ära: Die 54 DS wurde entwickelt, nachdem Moody die englische Familien-Eignerschaft verlassen hatte. Die Standard-Teakdecks, die ausfahrbare Beobachtungsplattform und die umfangreiche, im Pod montierte Elektronik deuten darauf hin, dass es sich um ein Boot handelt, das für den ernsthaften Einsatz im Mittelmeer und auf Langstrecken und nicht für Wochenendtörns neu bestellt wurde.
Das Fazit
Die Moody 54 DS ist eine bewusst auf Volumen ausgelegte Blauwasser-Fahrtenyacht, die reine Geschwindigkeit gegen den Wohnraum einer deutlich größeren Yacht eintauscht, verpackt in ein flaches Steuerhaus und eine durchdachte Cockpit-Layout-Konfiguration mit Achtercockpit. Ihr Dixon-Interieur und die Rumpf-Linie von Judel/Vrolijk verleihen ihr eine seriöse Hochsee-Pedigree, und die Flexibilität der sechs Layouts ermöglicht es einem Gebrauchtbootkäufer, gezielt nach Charter- oder Privatkonfigurationen zu suchen.
Vorteile
- Ebenenfreier Übergang von der Plicht zum Salon mit Schiebetüren aus Glas und einem sonnendurchfluteten Deckssalon
- Sechs Layout-Varianten inklusive Pantry oben oder unten und bis zu drei Nasszellen mit Dusche
- Vollständiges, nach achtern geführtes Steuerungskonzept mit zwei Steuerrädern, Pod-Instrumenten und Steuerungshebeln für den Heckstrahlruder
- Gitterkiel in Flach- oder Tiefgangsvariante, basierend auf einem Rumpf von Judel/Vrolijk, der mit größeren Hanse-Modellen geteilt wird
Nachteile
- Die schwere Verdrängung und das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis eignen sich eher für Langstrecken als für Regatten
- Teakdecks im Standard erfordern vom Fahrtensegler ständige Pflege








