Design und Konstruktion
Die 49 DS wurde als stilvolle Fahrtenyacht konzipiert, die an die Eleganz klassischer Großseeyachten erinnert und gleichzeitig von der modernen Schiffskonstruktion profitiert. Briands Rumpfplan und Garronis Außenlinien wurden mit einem Innenraum kombiniert, der von Jeansaus eigenem Inhouse-Team geplant wurde – eine Aufteilung der Arbeit, die sich im harmonischen Deckssalon und der zweckmäßigen Aufteilung unter Deck zeigt. Der Rumpf ist aus handaufgelegtem Massivglasfaserlaminat gefertigt, während das Deck einen Balsakern besitzt – eine Konstruktionsteilung, die das Überwasserschiff leicht hält, ohne auf die Steifigkeit eines festen Bodens zu verzichten. Der an Deck stehende Sparcraft-Mast wird unter Deck durch ein poliertes Rohrstützelement gestützt, das mit dem Rumpf verbolzt ist. Dieser direkte Lastweg schont das Kabinenvolumen, ermöglicht jedoch, wie dieselbe Rezension bemerkte, keine Mastbiegungs-Einstellung über ein aktives Achterstag. Das geteilte Achterstag, das diese Aufteilung ermöglicht, öffnet zudem den Spiegel und bietet breite Durchgänge zur Badeplattform. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg des Bootes spiegelt eher die Anforderungen eines Einhand- oder kleinen Crew-Cruisens als die eines Regattakurses wider. Ein Rollgroßsegel mit Mastfurlung von Profurl wird mit einem 9/10-Fraktionalvorstag und einer ab Werk gelieferten Segelgarderobe von Technique-Voile kombiniert, die eine 135-prozentige Genua enthält. Das fraktionale Vorstag erklärt das Fehlen einer traditionellen Überlappung im Masttopp, und das Rollgroßsegel erlaubt, wie der Tester feststellte, weder eine Mastbiegung noch eine aktive Achterstagspannung – ein Kompromiss bei der Segelform für mehr Einfachheit. Zwei Steuerstände mit 35,4-Zoll-Rädern sind weit außen positioniert, und die Steuerpositionen bleiben auf beiden Seiten über einen weiten Hebelarm hinweg bequem. Das niedrige Profil des Deckshauses versperrt nicht die Sichtlinie aus der Plicht, und die Plicht selbst bleibt selbst bei kabbeligem Seegang bemerkenswert trocken. Unter Motor treibt ein 75-PS-Yanmar-Motor (oder optional eine 100-PS-Einheit) einen festen dreiflügeligen Propeller mit 20x12 Zähnen oder optional einen Max Prop an; das Testboot, ausgestattet mit dem 100-PS-Turbo-Motor und dem Max Prop, lief ohne Mühe 7,5 Knoten gegen eine 15-Knoten-Gegenwindstärke. (1)
Unterbringung
Unter Deck führt der Niedergang direkt zu einem nach vorn gerichteten Navigationstisch an Backbord, dessen Schalttafel außen mit Etiketten in französischer und englischer Sprache versehen ist – ein stilles Erinnerungszeichen an die Heimat des Werften. Die Pantry befindet sich an Steuerbord und ist um eine Stufe tiefer als der Boden der Hauptkabine angeordnet. Sie ist mit einem großen, kardanisch aufgehängten Herd mit Backofen, einer von oben und seitlich öffnenden Kühlbox, einer Mikrowelle und zwei Spülen ausgestattet – was der Rezensent eher als moderne Haushaltsküche denn als minimalistische Fahrtenpantry beschreibt. Eine gut platzierte, acht Zoll große Lexan-Sperre zwischen den Spülen und dem Salon schützt vor Verschüttungen. An Steuerbord im Salon befindet sich eine C-förmige Sitzecke mit Tisch und zwei Stühlen; an Backbord eine kleinere Sitzecke sowie Platz für einen LCD-Fernseher. Die maximale Kapazität beträgt sechs Personen, was mit einem Eigner-Layout mit drei Kabinen oder einer Charter-Aufteilung übereinstimmt.
Ausrüstung und Besitzer-Hinweise
Eine 1.200-Watt-Ankerwinde und ein großzügiger Kettenkasten ermöglichen reichlich Ankergeschirr, und ein Bugstrahlruder wurde als Werksoption angeboten. Der Testrumpf (Nummer 14) besaß eine optionale, edle Teak-Tischplatte in der Plicht – ein kleiner Hinweis darauf, wie diese Boote die Werft mit bereits vom Eigner vorgenommenen Upgrades verließen. Jeanneau gab an, im Einführungsjahr 90 Exemplare des Modells bauen zu wollen, davon 30 für die Vereinigten Staaten, was eine beachtliche Anzahl frühzeitig in amerikanische Gewässer brachte.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 49 DS ist eine durchdachte Deckssalon-Fahrtenyacht, die einen leistungsstarken Briand-Rumpf mit Garroni-Design und einem wirklich modernen Innenraum verbindet. Sie tauscht Regatta-Geschwindigkeit gegen einfache Handhabung mit kleiner Crew ein, und ihre trockene, gut einsehbare Plicht macht sie zu einer zuverlässigen Begleiterin an der Küste und auf See.
Vorteile
- Leistungsstarker Briand-Rumpf mit eleganten Garroni-Linien und einem massiven, handaufgelegten Boden
- Deck mit Balsakern und geteiltem Achterstag ermöglichen breiten Zugang zur Badeplattform auf der Mittellinie
- Trockene, gut einsehbare Plicht mit zwei komfortablen Steuerständen und hervorragender Leistung am Wind unter Motor
- Moderne, gut ausgestattete Pantry und logische Navigationsecke mit zweisprachiger Beschriftung
Nachteile
- Das Rollgroßsegel im Mast und das 7/8-Rigg nehmen Optionen zur Mastbiegung und zum Trimmen des Achterstags weg
- Der an Deck stehende Mast mit einer Stütze unter Deck begrenzt die Trimmmöglichkeiten des Riggs im Vergleich zu einem durchgesteckten Mast











