Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem, handaufgelegtem GFK gefertigt und mit einem einteiligen Bodengruppenrahmen verstärkt. Zusätzliche Verstärkungen befinden sich im Bereich des Kiels, und die Püttinge sind in das Rumpfdesign integriert. Die Deckskonstruktion wird im Prisma-Schließformverfahren von Jeanneau durch Resin-Injektion hergestellt. Die Linien des Kajütaufbaus fließen nahtlos in das Cockpit und das Deck über, anstatt einfach eine Kajüte auf den Rumpf zu setzen, um Stehhöhe zu gewinnen. Die Rundung des Rumpfes und der nach innen geneigte Kajütaufbau verleihen dem Boot ein elegantes, ansprechendes Aussehen, während breite Seitendecks das Vorankommen erleichtern. Der Standardkiel hat einen Tiefgang von 6 Fuß 11 Zoll und trägt 5.628 Pfund Gusseisenballast; eine Flachkiel-Variante hat einen Tiefgang von 5 Fuß 2 Zoll bei 6.131 Pfund Ballast. Ein 54 PS starker Yanmar mit dreiflügeligem Festpropeller treibt das Boot über eine direkte Anbindung an. (2)
Rigg und Handhabung
Ein an Deck gesteppter Selden-Spargel trägt einen fachmännisch konstruierten Segelplan, und das Rigg verfügt über eine separate Rinne für die Vorliek einer Sturm-Bergenwurst sowie eine separate Rinne für die Sturm-Bergenwurst selbst. Mit einer Gesamtfläche von 872 Quadratfuß aus Großsegel und 135-prozentiger Genua zeigt das Boot gute Leichtwindleistung. Testsegler stellten fest, dass der ausgewogene Rumpf gerne in der Spur bleibt. Bei 8 bis 10 Knoten Wind mit leichtem Kabbelwasser bot das Ruder gerade genug Gefühl; am Wind liefen sie 6,5 Knoten und wendeten sich über 100 Grad hinweg mit berechenbarer Beschleunigung. Die fünfte Rumpfnummer der Produktionseinheit erreichte bei Windstärken bis zu 20 Knoten unter Großsegel und voller Genua mühelos 8 Knoten Höhe. Zwei Steuerräder bieten hervorragende Sicht über dem Kajütaufbau, und die Steuersitze sind besonders komfortabel, da sie ausreichend Halt bieten und den Zugang zu den primären Winschen und der Elektronik erleichtern. (3)
Unterbringung
Das Deckssalon-Layout flutet den Salon mit natürlichem Licht und frischer Luft durch große Bullaugen und die Cat’s-Eye-Fenster, was eine offene, luftige Atmosphäre schafft, die ein Rezensent als beeindruckend empfand. Die Vorschiffskabine verfügt über eine kleinere Koje, eine eigene Nasszelle und einen gut durchdachten, geräumigen Kleiderschrank mit großzügigen Fächern; die Tanks sind unter der V-Koje untergebracht. Auf Mittschiff befinden sich der luftige Salon, der Navigationsecke und die Pantry, wo Arbeitsfläche und Stauraum für Lebensmittel mehr als ausreichend sind und der Navigationstisch Platz für eine gefaltete Karte und einen Kartenplotter bietet. Die Salonsofakojen bieten Platz für sechs Personen und stellen zwei Seekojen dar, während auch die Sofas an Backbord und Steuerbord hervorragende Seebetten sind. Eine völlig einladende Eignerkabine achtern fühlt sich an wie auf einem Boot mit Mittelcockpit: Sie verfügt über ein 77 Zoll breites Bett, hervorragende Stehhöhe über der Koje, viele Schränke und Schubladen sowie einen einfachen Zugang zu einer Nasszelle, die auch von den Niedergangsstufen aus erreichbar ist. Der Laminatboden aus Holz ist edel und langlebig, und eine Fülle von Handläufen durchzieht den Innenraum, der sowohl komfortabel als auch funktional gestaltet ist.
Bekannte Schwachstellen
Die Cockpitsitze sind tief und haben bequem hohe Sülls, aber eine Stufe im Sitzbereich nahe dem Niedergang verhindert, dass sie so entspannend sind wie eine gerade Bänkebene beim Niedergang, was den Sitzkomfort verringert. Der Motorzugang ist etwas eng, obwohl das Niedergangslaufgerüst an seiner Basis abnehmbar ist, was einen hervorragenden Servicezugang ermöglicht, und der Starter über eine wasserdichte Luke in der zentralen Nasszelle erreichbar ist. (1)
Eignerschaft und Wartung
Eine Scheiber-Schalttafel zeigt die Spannung sowie die Kraftstoff- und Wasserniveaus grafisch an, und im achteren Backskist an Backbord ist Platz für einen Generator. Die Verarbeitung des Innenausbaus ist gut, und die Bodengruppe sowie die verstärkten Bereiche von Kiel und Püttingen zeugen von einem Rumpf, der für ausgedehnte Törns gebaut wurde. Zwei große Backskiste unter den Cockpitsitzen bieten Platz für Fender und ein entleertes Beiboot, was die hervorragende Stauraumkapazität für Fahrtenausrüstung unterstreicht.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 42 DS ist eine gelungene Deckssalon-Fahrtenyacht, die eine Kajütaufteilung mit Mittelcockpit auf ein 42-Fuß-Schiff mit Achtercockpit bringt. Ihr verstärkter GFK-Rumpf, das injiziert geformte Deck und der gut durchdachte Wartungszugang machen sie zu einer praktischen Plattform, während der helle Salon und die geräumige Eignerkabine das Segelerlebnis bestimmen. Das Segeln bei leichtem und mäßigem Wind macht Freude; die einzigen wirklichen Kompromisse sind der erhöhte Cockpitsitz und der eng bemessene Motorzugang von unten.
Vorteile
- Achterkabine mit 77 Zoll breitem Bett und Cockpit-Gefühl im Rumpf mit Achtercockpit
- Helliger, luftiger Deckssalon mit großen Fenstern und reichlich Licht
- Verstärkter, massiver Handauflege-Rumpf mit Gitterstruktur und zusätzlicher Verstärkung für Kiel und Püttinge
- Gute Leichtwindleistung sowie berechenbares Wenden und Beschleunigen
- Die Niedergangstreppe lässt sich entfernen und die Bugklappe öffnet sich für den Motorwartung
Nachteile
- Die Cockpitsitzbank neben dem Niedergang mindert den Entspannungskomfort
- Der Zugang zum Motor im Innenraum ist sehr eng





