Design und Konstruktion
Der Rumpf besteht aus massivem, handaufgelegtem GFK und Vinylesterharz, wobei der vordere Bereich von Vorsteven bis Kiel durch schlagfestes Kevlar verstärkt ist. Anstatt die Kajütausbauten direkt im Rumpf zu bauen, konstruiert die Werft den Innenraum als Module, die vor dem Absenken des Decks auf eine Bodengruppe im Rumpf abgesenkt werden; diese Module werden anschließend mit dem Rumpf und dem Deck verklebt und laminiert, um eine einbauteilige Struktur zu bilden. Die Rumpf-Deck-Verbindung nutzt eine nach außen gewölbte Flanschverbindung, die sowohl verschraubt als auch mit 3M 5200 verklebt ist und dann unter einer robusten Fußreling verdeckt wird. Das Ergebnis ist ein steifer, gut abgedichteter Rumpf, dessen Innenraum nicht auf freistehenden Möbeln für seine Stabilität angewiesen ist. (1)
Rigg und Handhabung
Über Deck trägt die Hunter 50 CC ein von Seldén gebautes B&R-Rigg, das auf ein Achterstag verzichtet, kombiniert mit einem markanten Großschotbügel, der den Traveller frei im Cockpit positioniert. Doyle liefert die Segel und Lewmar die Winschen, während eine Raymarine-Elektronikpackung für die Navigation sorgt. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 195 ist das Boot keine Federleichtgewicht, aber der Rumpf ist groß und schwer genug, um einer Brise standzuhalten. Ein 75 PS starker Yanmar treibt einen Wellenantrieb an, und die Verbraucher werden über drei 8D-Batterien versorgt, die von einem 80-Ampere-Lichtmaschine gespeist werden. (1)
Unterbringung
Dieser Entwurf wurde mit dem Preis „Best Boats“ für hervorragende Wohnlichkeit ausgezeichnet, und das Layout erklärt den Grund. Der leicht erhöhte Salon ist dank großer fester Fenster sowie mehrerer zu öffnender Luken und Bullaugen hell und luftig. Eine vollwertige, nach vorn gerichtete Navigationsecke dient dem Blauwassersegler, und eine leicht zugängliche Nasszelle befindet sich unter den Niedergangsstufen. Die Achterkabine ist der Mittelpunkt: ein rundum begehbares Bett, ein begehbare Garderobe anstelle eines bloßen Kleiderschranks, eine konturierte Sitz- und Liegefläche sowie ein eingebauter Schrank, wobei sich das Bett hochklappen lässt, um eine vollständige Badewanne mit integrierter Dusche freizulegen. An Deck sind die Cockpitsitze tief und lang genug, um sich darauf auszustrecken, obwohl Tester bemerkten, dass die Rückenlehnen etwas niedrig sind. Die geschwungenen Niedergangsstufen des ersten Rumpfes wurden durch breite, gerade Stufen mit Handläufen und rutschfesten Stufenprofilen ersetzt.
Cockpit und Decksbeschlag
Anstelle von herkömmlichen Heckkojen bietet die 50 CC einen „Admiralsessel“ im Edelstahlbereich rund um das Heck; er bietet Platz für zwei Personen und verfügt über ein Tischchen. Mehrere Decksboxen sind so dimensioniert, dass sie Fender und Festmacher aufnehmen können, und es ist auch Platz für eine Rettungsinsel vorgesehen. Diese Details, zusammen mit der tiefen Plicht, machen sie zu einem Boot, das ebenso zum dauerhaften Leben vor Anker wie zur Langstreckenfahrt geeignet ist.
Bekannte Schwachstellen
Zwei kleine ergonomische Mängel zeigten sich bei den damaligen Tests. Die Niedergangsstufen sind etwas steil und die Rückenlehnen der Cockpitsitze liegen für manche Segler etwas zu niedrig. Beides betrifft weder die Struktur noch die Systeme, und beides war beim geprüften Boot zusammen mit dem ansonsten gelobten Raumaufteilungsplan vorhanden.
Das Fazit
Die Hunter 50 CC ist eine durchdacht konstruierte Mittelcockpit-Fahrtenyacht, deren modulares Innenraumkonzept und die verklebte und verbolzte Rumpf-Deck-Verbindung für eine extrem steife Struktur sorgen. Das B&R-Rigg und der Traveller auf dem Geräteträger vereinfachen die Arbeit im Cockpit, und die Achterkabine ist für diese Klasse außergewöhnlich großzügig bemessen. Sie ist schwerer als leichtfüßig, aber genau diese Masse ermöglicht es ihr, ihre Kabinenausstattung zu tragen und viel Wind zu vertragen.
Vorteile
- Steife Einheitsstruktur durch einlaminierten modularen Innenraum und eine nach außen gerichtete Flansch-Rumpf-Deck-Verbindung
- Hervorragende Achterkabine mit Walk-Around-Koje, begehbarem Kleiderschrank und versteckter Whirlpool-Badewanne
- B&R-Rigg ohne Achterstag und Traveller auf einem im Cockpit frei stehenden Geräteträger
- Helle, erhöhte Salons mit vollständiger, nach vorn ausgerichteter Navigationsecke und feuchter Stauraumtür
Nachteile
- Die Niedergangsstufen sind etwas steil
- Die Rückenlehnen der Cockpitsitze sind etwas zu niedrig









