Hunter 49 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Glenn Henderson/Hunter Design Team·2007·Hunter Marine
Hunter 49 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flügelkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
49.92' · 15.22 m
Verdr.
32.813 lbs · 14.884 kg
Erstes Baujahr
2007

Die Hunter 49 wurde als neues Flaggschiff von Hunter Marine vorgestellt – das erste Boot im Prozess des Chefdesigners Glenn Henderson, der die Linie seit seiner Übernahme im Jahr 1998 kontinuierlich verfeinerte. Mit einer Länge in der Wasserlinie von knapp unter 50 Fuß ist sie eine breite, voll ausgestattete Fahrtenyacht für Paare und Familien, die Volumen und Komfort suchen, ohne auf Segeleigenschaften zu verzichten. Henderson und das Hunter Design Team entwarfen ein Boot mit einer Verdrängung von 32.800 Pfund bei einer Wasserlinienlänge von 43 Fuß 10 Zoll, ausgestattet mit einem BleiSchwertkiel und einem B&RRigg, das auf einfache Handhabung ausgelegt ist.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
49,92 ft
Länge an Deck
49,93 ft
Länge in der Wasserlinie
43,83 ft
Breite
14,75 ft
Tiefgang
5,5 ft
Maximale Stehhöhe
6,75 ft
Durchfahrtshöhe
63,33 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flügelkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
12.544 lbs (Blei)
Verdrängung
32.813 lbs
Wasserkapazität
200 gal
Kraftstoffkapazität
150 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
51,58 ft
Unterliek Großsegel
21,83 ft
Vorsegeldreieck Höhe
54,58 ft
Vorsegeldreieck Basis
16,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
57,02 ft
Segelfläche
1.277 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
19,93
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
38,23
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
173,97
Komfort-Ratio
30,84
Kenterungsverhältnis
1,84
Rumpfgeschwindigkeit
8,87 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf ist unter der Wasserlinie aus massivem, handaufgelegtem GFK gefertigt und geht oberhalb davon in ein Balsaholzkern über, während der Bug mit Kevlar verstärkt ist, um Stöße abzufangen. Das Deck ist ebenfalls mit einem Balsakern versehen, und die Montagepunkte für die Beschläge sind mit Massiv-Aluminiumplatten gegenfedert, sodass belastete Blöcke und Winschen auf Metall und nicht auf Sandwichbauweise aufliegen. Alle Borddurchlässe sind aus Bronze, und die Rumpf-Deck-Verbindung besteht aus zwei nach außen gerichteten Flanschen, die sowohl verbolzt als auch mit 5200-Kleber verklebt sind. Unter den Bodenbrettern befindet sich eine enorme tiefe Bilge mit zentral montierten Borddurchlässen; diese Tiefe ermöglicht es zudem, dass Generator und Motor im tiefsten Teil des Bootes auf der Mittellinie liegen, was der Segelleistung zugutekommt. Die Flachkiel-Version hat einen Tiefgang von 5 Fuß 6 Zoll und verfügt über 12.544 Pfund Ballast bei einer Verdrängung von 32.813 Pfund – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 38 Prozent, das dem Boot ein stabiles, solides Gefühl verleiht. (1)

Rigg und Handhabung

Die Hunter 49 ist mit einem B&R-Rigg ausgestattet, das ein Großsegel mit Vollachterliek und Flaking-System, einen Traveller auf dem Geräteträger sowie ein Rollgroßsegel und eine Rollfock im Mast besitzt. Die Testcrew rollte diese Segel bei wechselnden Bedingungen mühelos ein. Die Schotführungen der Ruderanlagen liegen so, dass ein einzelner Segler den Trimm problemlos bedienen kann. Flache Niedergänge hinter jeder Radsteuerung boten dem stehenden Steuermann Haltspunkte, wenn sich das Boot krängte. Auf einer 180 Meilen langen Passage von St. Augustine nach Charleston loggte der Tester 7 Knoten am Wind bei 8 bis 12 Knoten Wind auf flachem Wasser und ging durch 80 Grad Winkel. Als der Wind auf raumen Kursen und Halbwinden auf über 20 Knoten auffrischte, hielten die Geschwindigkeiten im Bereich von 8 bis 9 Knoten und lagen kurzzeitig über 10 Knoten. Das Rudergefühl war direkt, aber steif – diese Steifigkeit wirkte weniger wie ein Mangel, sondern eher wie eine Lewmar Mamba-Steuerungseinheit, die noch fein abgestimmt werden musste. Unter Motor trieb der serienmäßige 75-PS-Yanmar sie auf 8 Knoten bei 2.500 U/min an, und ein Bugstrahlruder machte das Manövrieren in engen Häfen hervorragend. Der Motorenlärm blieb dank solider Isolierung und gut schließender Lüftungsöffnungen sehr gering. (1)

Unterbringung

Im Inneren ist die 49 unverkennbar großzügig geschnitten. Der Salon bietet Platz für acht Personen beim Abendessen unter einer Stehhöhe von 2,05 m und verfügt über zwei hervorragende Seekojen sowie zahlreiche Handläufe – zwei stabile Pfosten neben dem Niedergang und Handgreifen unter den Bullaugen –, die durch die große Kabine hindurch ungehinderte Stützpunkte bieten. Ein mit der Bilge verbundener Ablauf- und Fächerkasten dient gleichzeitig als unauffällige Geschirrspülmaschine, und die Pantry beherbergt vier separate Kühlschränke mit Corian-Arbeitsplatten und glasverkleideten, LED-lichten Schränken. Die Navigationsecke verfügt über einen gut dimensionierten Tisch und eine Sitzbank, während die Eignerkabine eine umlaufende Doppelkoje, zwei Kleiderschränke, öffnende Luken, eine eigene Nasszelle mit separater Dusche und einen eigenen Flachbildfernseher bietet. Zwei identische Gästekabinen achtern bieten Schlafplätze für zwei Paare, sind jedoch deutlich enger als die Eignerkabine. Eine rein dekorative Lichtleiste verläuft durch den Vinyl-Himmel nahe dem Kajütaufbau – ein Hinweis auf die „Wohnungsqualität“ des Bootes. (1)

Bekannte Schwachstellen

Zwei Punkte im Bereich Passgenauigkeit und Verarbeitung zeigten sich im Test. Die Haltegriffe im Salon gaben bei starker Belastung etwas nach, und der Niedergang fehlte an einer Handstütze für den ersten Schritt, was eine kleine Lücke in der Fußreling direkt unter der Leiter hinterließ. Keiner dieser Mängel war strukturell bedingt, aber beide sind für den Einsatz auf See wichtig, wo sicheres Bewegen an Bord entscheidend ist. Die Steifigkeit des Ruders lag an der Steueranlage selbst und nicht am Rumpf, und die Anlage war lediglich ungenau eingestellt und nicht defekt. (1)

Hinweise zum Kauf

Die 49 wurde mit einem standardmäßigen 75-PS-Yanmar oder einem optionalen 100-PS-Motor angeboten. Das tief liegende Motorraum-Layout sorgt dafür, dass die Hauptmaschinen niedrig und zentral platziert sind, was den Zugang und das Gewichtsausgleich erleichtert. Drei 8D-Verbraucherbatterien und eine Startbatterie der Gruppe 34 speisen einen 100-Ampere-Ladegerät, das die erhebliche Last des Bootes durch Klimaanlage, Kühlschränke und Elektronik versorgt. Mit 150 Gallonen Kraftstoff und 200 Gallonen Wasser ist sie bestens für lange Küsten- oder Inselstrecken ohne häufige Zwischenstopps ausgerüstet. Cruising World stellte fest, dass sich die große, breite 49 unter Segeln immer noch sehr gut schiebt. (2)

Das Fazit

Die Hunter 49 ist eine große, breite Fahrtenyacht, die mit mehr Lebendigkeit segelt, als ihr Volumen vermuten lässt, und ihre Crew in Wohnkomfort hüllt. Hendersons feingliedriges B&R-Rigg und die auf das Ruder ausgerichteten Schotführungen machen sie auch mit kleiner Crew absolut handhabbar. Die Konstruktionsdetails – Bronze-Borddurchlässe, Kevlar-Bug, laminierte Flanschverbindung – zeugen von einem robusten, hochseetauglichen Rumpf unter dem glänzenden Interieur. Die kleinen Schwachstellen an der Seereling und den Nieten am Niedergang sowie das spürbare Rückgrat im Ruder sind eher Anpassungsbedarf als Mängel.

Vorteile

  • Einfache Einhand-Trimmbarkeit vom Steuerstand dank Mastfurlung und Travellerschiene auf dem Geräteträger
  • Starke Segeleigenschaften auf Langstrecke: 7 Knoten am Wind bei leichtem Wind, 8–10 Knoten raumschots bei 20-knotigen Winden
  • Tiefer Sumpf sorgt für eine tiefe Maschinenzentrierung für Balance und leisen Lauf
  • Großzügiges Drei-Kabinen-Layout mit Kojen an Deck und voll ausgestatteter Pantry

Nachteile

  • Die Handläufe im Salon zeigen Flexibilität und der Niedergang fehlt eine erste Fußstütze
  • Das Ruder fühlte sich steif an, was auf einen Trimmbedarf des Steuerungssystems hindeutet
  • Die Gästekabinen achtern sind im Verhältnis zum geräumigen Eignerschlafbereich eng

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