Design und Konstruktion
Der Rumpf der 630 E wird aus Prepreg-Glasfasergewebe gebaut und anschließend mit Corecell-Schaumstoff im Vakuumanzug verklebt, bevor er nachgehärtet wird. Das Deck wird im Epoxid-Vakuuminfusionsverfahren hergestellt und ist ebenfalls mit Corecell-Schaumstoff sandwichartig verstärkt. Kohlefaser wird für die Gegenlast in hochbelasteten Bereichen unter Deck verwendet, und Längstringe mit Querwrangen sorgen für hohe Steifigkeit in der Struktur. Unter der Wasserlinie weist sie eine lange Wasserlinie, einen schmalen Bulbkiel und ein tiefes, freistehendes Ruder auf. Der Standardtiefgang beträgt 9 Fuß 7 Zoll, wobei ein optionaler Hubkiel einen Tiefgang von 7 Fuß 7 Zoll bis 10 Fuß 2 Zoll ermöglicht. Ebenfalls erhältlich sind ein Bleikiel und ein innovativer Teleskopkiel. Der 9 Fuß lange, schmale Eisen-T-Kiel erfordert eine solide Bodenplatte, und die 19.647 Pfund Ballast sind bei dieser moderaten Verdrängung eine erhebliche Masse. (1)
Rigg und Handhabung
Am Mast trägt sie ein Aluminium-Rigg mit drei Salingen und einer Durchfahrtshöhe von 84 Fuß, wobei der Arbeitssegelplan als 7/8-Slup ausgeführt ist. Die Großfall ist unter Deck nach achtern zu einem Fallstopper direkt vor der elektrischen Primärwinsch geführt, die für den Steuermann leicht erreichbar ist. Ein Großsegel mit einer Fläche von 1.272 Quadratfuß macht eine elektrische Winsch fast unverzichtbar. Sie fährt eine Selbstwendefock, die bereits bei einem Probefahrt sofort viel Raum gewann, und ein geteiltes Rod-Rigging mit Vectran-Salingen reduziert das Gewicht im Topp und die Verschleißerscheinungen des Riggs. Geteilte Achterstagspanner halten den Zugang zum Spiegel frei, ohne das Profil zu stützen; serienmäßig sind zwei hydraulische Trimmklappen vorhanden, außerdem ist ein Harken-Großschot-Tracksystem installiert. Probefahrer stellten fest, dass die Einpunkt-Führung des Großsegels den Trimm vereinfacht, kritisierten jedoch die Effizienz und die Abhängigkeit von der Baumniederholung. Zwei Carbon-Ruderstände sorgen für eine freie Bewegung im Cockpit vom Niedergang bis zum Heck und bieten einen ungehinderten Blick auf die Segel vom niedrigen Steuerstand aus. (1)
Unterbringung
Das beliebteste Layout platziert die Eignerkabine im Vorschiff, direkt achterlich des von Deck aus zugänglichen Segelsacks, mit einer Inselbett-Koje, Kleiderschränken auf beiden Seiten und einer eigenen Nasszelle. Dem folgt der Salon mit einer Steuerbord-Sitzbank wie einem Sofa zu Hause und einem Tisch, der von einer Backbord-Sitzbank umrahmt wird, während der Navigationstisch hervorragende Tischlerarbeiten mit Schreibtisch und nach vorn gerichteter Satellitenantenne zeigt. Die Pantry verfügt über Corian-Arbeitsplatten mit zwei großen Spülen, zwei separaten Kühlfächern, einem dreiflammigen Gaskochfeld mit Backofen und einer Mittelinsel für den Vorbereitungsbereich. Ein vielseitiger Abteilraum achtern an Backbord ist besonders clever gelöst, und das Licht im Innenraum kommt durch weiße Schotten mit Mahagoni-Akzenten, einen hellweißen Deckenhimmel und abnehmbare weiße Bodenbretter. Zwei Cockpittische mit robusten Edelstahlrahmen ermöglichen es der Crew, stilvoll zu essen und dienen bei Krängung als Beinstützen.
Deck und Ausrüstung
Das Thema „Flachdeck“ zieht sich durch die einziehbaren Edelstahl-Klampen, einen elektrischen Rollfockantrieb unter Deck, eine eingelassene Ankerrolle und die bündig eingebauten Decksluken. Die Heckplattform lässt sich vom Spiegel nach unten klappen, um eine Badeplattform zu bilden, und gibt einen riesigen achteren Stauraum frei, in dem ein voll aufgeblasener Beiboot Platz findet. Bei den Systemen ist das Boot serienmäßig mit 230-Volt-Wechselstrom ausgestattet, amerikanische Versionen bieten zusätzlich 110 Volt; der Gleichstrombereich besteht hauptsächlich aus 24 Volt mit einigen 12-Volt-Anlagen, und die Standard-Servicebank beträgt 600 Ampere bei 24 Volt in AGM-Batterien. Die Wassertanks sind aus Edelstahl mit 800 Litern Fassungsvermögen, die Kraftstofftanks ebenfalls aus Edelstahl mit 600 Litern. Ein Yanmar 4JH4 Turbo Diesel mit 110 PS sorgt für den Vortrieb und lieferte während eines Tests im Government Cut 8 Knoten Leistung.
Das Fazit
Die Hanse 630 E ist eine wirklich moderne Groß-Fahrtenyacht, die etwas Tankkapazität und konventionelle Riggtrimm-Möglichkeiten gegen eine leichte, schnelle und bemerkenswert offene Plattform eintauscht. Ihre vakuuminjizierte Epoxid- und Corecell-Bauweise, kombiniert mit einem Langkiel-Rumpf und einer leicht zu bedienenden Selbstwendefock, sorgen dafür, dass sich dieses 62-Fuß-Boot leicht handhaben lässt, während das Innenraumvolumen und die cleveren Nutzflächen sie zu einer der wohnlichsten Yachten ihrer Größe machen.
Vorteile
- Vakuumverpresster Epoxid-Rumpf und Deck mit Corecell-Sandwichkern und Carbon-Beschichtung in hochbelasteten Bereichen
- Selbstwendefock, unter Deck geführte Fallen und elektrische Primärschoten vereinfachen die Segelbedienung
- Lange Wasserlinie und schmaler Bulbkiel sorgen für hohe Leistung bei den Optionen mit 2,97 m Standard-Länge oder Hubkiel
- Helliger, geräumiger Innenraum im Stil eines Drei-Kabinen-Bootes mit Eignersuite im Vorschiff und praktischem Pantry
Nachteile
- Die Kraftstoffkapazität von 600 Litern ist für die Verdrängung und die erwartete Reichweite bescheiden
- Das Einpunkt-Großsegel-Rig führt zu Effizienzproblemen und belastet den Baumniederholer stark
- Der eiserne T-Kiel und die moderaten Tankkapazitäten spiegeln eine Performance- statt einer Autonomieorientierung wider








