Design und Konstruktion
Unter der Wasserlinie ist der Rumpf der 505 aus massivem Laminat gefertigt, während das Überwasserschiff und das Deck mit Balsaholzkern konstruiert sind, um Gewicht zu sparen und den Innenraum zu isolieren. Das gesamte Laminatverfahren basiert auf Vinylesterharz und epoxidbasierten Außenschichten für hohe Osmosebeständigkeit. Ein robuster GFK-Gitterträger trägt die Lasten des Riggs und stützt den gusseisernen T-Speed-Kiel, der außen mit Edelstahlbolzen befestigt ist und den Ballast tief hält, was für ein gesundes aufrichtendes Moment sorgt. Schotten sind zur Steifigkeit an die Rumpfwände und das Deck laminiert, und die Püttinge sind integraler Bestandteil eines Bulwarks, das sich über 3 bis knapp unter 6 Zoll erstreckt. Der Standard-Tiefgang von 6 Fuß 9 Zoll (eine Version mit Flachkiel von 6 Fuß 6 Zoll wurde ebenfalls angeboten, mit entsprechend höherem Ballast) und ein hochgezogenes, balanciertes Spatenruder, das fast bis zum Kielfuß reicht, verleihen ihr maximale Stabilität und hohe Widerstandskraft gegen Abdrift. (1)
Rigg und Handhabung
Ein leistungsstarkes 7/8-Rigg mit doppelten, zurückgepfeilten Salingen trägt mehr als 1.300 Quadratfuß Segelfläche, wobei der durchgesteckte Mast von einem Standard-Großsegel mit Volllatten und einer Selbstwendefock gesegelt wird. Die Selbstwender-Fock läuft auf einer vorderen Umlenkrolle für sehr enge Schotwinkel, und ein optionales 105%-Vorsegel mit inneren Umlenkrollen war für diejenigen verfügbar, die das volle Segelverdeck von 1.390 Quadratfuß nutzen wollten. Alle Segelsteuerungen führen von der Mastspur größtenteils unter Deck, umschlagen an Blöcken im Mastfußbereich in die Kanäle und treten vor den Lewmar 55 elektrischen Primärwinschen neben jedem Steuerstand wieder aus; ein zweites Paar 55AST-Winschen weiter vorn bedient optionale Vorwindsegel. Ein Befestigungspunkt am Bugrolle nimmt ein asymmetrisches Segel oder Code Zero auf, und die Rollfockanlage ist in den Vorsteven integriert. Testsegler erzielten 9,4 Knoten auf einem Halbwindkurs und 10,2 Knoten bei 27 Knoten Wind auf raumem Kurs. Unter dem 72 PS starken Volvo-Diesel mit Saildrive segelte sie in ihrer Länge selbst ohne Bugstrahlruder, lief bei 7 Knoten Geschwindigkeit mit 1.500 U/min und erreichte fast auf Vollgas 9,7 Knoten.
Unterbringung
Die Plicht liegt auf einer Ebene ohne Stufe, Schwelle oder Brückendeck zwischen Niedergang und Bodenbretter, und die klappbare Schleusentür lässt sich bei rauen Bedingungen schnell öffnen. Die Decks zu beiden Seiten des Niedergangs sind frei von Winschen und Fallstoppern, während zwei wassergeschützte Staufächer und ein mittschiffs positionierter Tisch mit einem 12-Volt-Kühlschrank den Steuerstand ausstatten. Es wurden fünf Kabinenaufteilungen angeboten: Eigner-Versionen bieten eine elegante Doppelkoje im Vorschiff mit separater Nasszelle und Dusche oder eine Inselbett-Koje mit flankierenden Schränken, während im Vorschiff eine Eignersuite oder zwei Doppelkabinen zur Auswahl stehen. Die Achterkabinen sind großzügige Doppelkojen mit Kleiderschränken und oberen Regalen, und eine Backbord-Technik/Kombüse kann durch das Einbauen einer Koje in eine private Kabine umgewandelt werden. Das L-förmige Steuersitzsofa im Salon an Steuerbord, die Pantry an Backbord mit vierflammiger Herdplatte, Backofen, doppelten Spülbecken, Mikrowelle, Schubladen-Kühlschrank, Geschirrspüler und Espresso-Maschine (Weinkühlschrank optional), zusammen mit einer nach vorn gerichteten Navigationsecke und flachen Niedergangsstufen, vervollständigen ein Layout, das eindeutig auf komfortables Wohnen an Bord ausgelegt ist.
Details zum Deck und zur Ausrüstung
Zehn Badeplattformen (auf dem Testboot wurden 19 Badeplattformen und Bullaugen gezählt) sowie eine klappbare Badeplattform am Spiegel mit aufklappbaren Steuersitzen unterstreichen das Outdoor-Konzept. Der Heckkorb verfügt über einen Teak-Schuh für das Festmachen am Bug, die Jefa-Ruderanlage ist präzise und bietet gute Rückmeldung, wenn sie in Böen etwas schwerfällig wirkt. Ein umfangreiches Schaltbrett mit Tankanzeige, Instrumenten und einer Touchscreen-Bedienung für die LED-Beleuchtung befindet sich an der Navigationsecke. Das Testboot zeigte einen riesigen Segelschrank im Vorschiff, was die enorme Praxthöhe unterstreicht.
Das Fazit
Die Hanse 505 ist eine durchdacht konstruierte Mittelklasse-Fahrtenyacht, die reine Leichtwindleistung gegen Einhand-Tauglichkeit, strukturelle Konservativität und einen wahrhaft luxuriösen Innenraum eintauscht. Ihr Decksplan gelingt durch das Entfernen von Hindernissen aus den Bewegungswegen, und der Segelplan ist dank der Selbstwendefock und der Steuerung unter Deck kraftvoll und dennoch gut kontrollierbar.
Vorteile
- Einhand-optimierte Segelbedienung mit allen Leinen an den Steuerständen und elektrischen Primärsegeln
- Solider Unterwasserschiff-Laminatrumpf mit Balsaholzkern im Überwasserschiff und osmosebeständiger Vinylesterharz-Konstruktion
- Flaches Euro-Styling mit Glattdeck und breiter Heckpartie für viel Volumen
- Flexible Auswahl an fünf Kabinenvarianten inklusive Umbauoption zu einer Wirtschaftskoje
Nachteile
- Die Verdrängung von 30.900 Pfund begrenzt die Beschleunigung bei leichtem Wind trotz eines SA/D-Werts nahe 21
- Der Saildrive-Antrieb anstelle einer Welle bringt typische Wartungsarbeiten am Dichtungsdeckel mit sich
- Der Flachkiel bringt zwar nur 3 Zoll mehr Tiefgang, erhöht aber den Ballast, ohne die Vielseitigkeit des Tiefgangs wiederherzustellen




