Design und Konstruktion
Der Rumpf der Samana 59 besteht aus resinfreiem GFK mit einem Balsakern – ein Verfahren, das für hohe Festigkeit und Steifigkeit sorgt. Das Deck sowie einige kleinere Teile sind hingegen im Spritzgussverfahren gefertigt. Alle Oberflächen sind resinfrei und mit Balsakern versehen, um Stabilität und Steifigkeit zu gewährleisten. Die Schotten sind als Sandwichkonstruktionen aus Verbundstoff gefertigt, die mit Glasfasergewebe und Harz an die Rümpfe laminiert sind. Aluminiumplatten werden dort, wo Beschläge montiert werden, einlaminiert, anschließend gebohrt und geschaftet, um sie zusammenzubauen. Mit einer Verdrängung von rund 59.500 Pfund und einem Kenterungsverhältnis nahe 3,18 wirkt die Plattform wie eine stabile, voluminöse Fahrtenyacht. Das Sandwich-Rumpfkonzept mit Balsakern und der Infusionsprozess spiegeln den Bauansatz der Werft für ihre Katamarane wider. (1)
Rigg und Handhabung
An Deck trägt die Samana ein vielseitiges Kutterrigg mit einer leicht überlappenden Fock und einer großen Genua, beide an elektrischen Rollanlagen, wobei elektrische Antal-Winschen die Lasten übernehmen. Der Steuerstand befindet sich am Fuß des Mastes und bündelt alle Manöver, sodass der Skipper stets die Kontrolle über die Leistung behält. Bei einem Testsegeln mit 9 bis 10 Knoten Wind hielt die Geschwindigkeit auf raumen Kursen bei etwa 6 Knoten und ging hoch am Wind etwas zurück. Dies bestätigt, dass sie zwar keine Leichtwind-Rakete ist, aber für ein Boot ihrer Breite und Verdrängung gut genug läuft, wobei die Geschwindigkeit auf raumen Kursen im Bereich von 6 Knoten lag. Der Standard-Segelplan listet ein Großsegel von 117 m² und eine Genua von 87 m² auf, und die Länge über alles von 18,78 m bei einer Breite von 9,46 m bietet dem Rigg eine breite, stabile Plattform zum Arbeiten. (1)
Unterbringung
Die Samana 59 wird in einer Lounge Maestro-Version mit Eignersuite, zwei Doppelkabinen, einer Kabine mit Kojenbett, drei Nasszellen und zwei Skipperkabinen angeboten. Die Eignerkabinen haben einen doppelten Zugang sowohl über den Salon als auch von achtern. Eine Maestro-Version mit Pantry im Mittschiff platziert die Pantry im Zentrum von drei Kabinen an Backbord. Das Boot verfügt über zwei Pantrys – eine gesellige Pantry auf der Insel im Mittschiff und eine zweite, die nahe den Crewkabinen untergebracht ist – und der vordere Steuerbordwinkel des Salons beherbergt eine nach vorn gerichtete Navigationsecke. Die Flybridge ist die größte ihrer Klasse, was das auf Unterhaltung ausgerichtete Konzept des Bootes unterstreicht. (2)
Antrieb und Systeme
Der Standardantrieb besteht aus zwei 110 PS Dieselmotoren mit der Option auf jeweils 150 PS, wobei eine Wassertankkapazität von 1.150 Litern zu 1.200 Litern Dieselkapazität steht. Das ODSea+-Paket bietet stattdessen 2x50 kW Motoren, 2x24 kW Generatoren, einen Batteriepark von 118 kWh, einen 18 kW Wechselrichter und Hydrogenerierung – eine Hybridoption statt eines nachträglichen Add-ons. Eine hydraulische Badeplattform lässt sich für das Sonnenbaden anheben oder zum Wasser absenken, was den Lifestyle im Cockpit nach achtern verlängert.
Das Fazit
Die Samana 59 ist ein durch und durch moderner Flaggschiff-Katamaran, der für sein Format auf viel Volumen, gesellige Räume und überschaubare Systeme ausgelegt ist. Die Flybridge, die doppelte Pantry und die Lounge Maestro-Layouts machen sie zu einer soliden Plattform für Eigner oder Charter, während der infundierte Balsakörper und das konsolidierte Steuerungssystem für eine strukturierte Konstruktion und einfaches Handling sorgen. Sie ist kein Leichtwind-Sprinter, und ihr Tiefgang sowie ihre Breite eignen sich eher für geschützte Reviere als für enge Ankerplätze.
Vorteile
- Erster FP-Segelkatamaran mit einer für seine Kategorie führenden Flybridge
- Harzinfundierter Rumpf mit Balsakern und einlaminierten Verbundstoffschotten
- Lounge-Maestro-Layouts mit Eignerkabinen mit doppelter Zufahrt und zwei Pantry-Küchen
- ODSea+-Hybridoption mit Hydrogeneratoren und großer Batteriebank
Nachteile
- Die Geschwindigkeit hoch am Wind liegt bei leichtem Wind etwas unter der auf raumen Kursen
- Der Tiefgang von 5,41 Fuß schränkt den Zugang zu flachen Gewässern ein
- Eingegossene Decksbauteile und die große Breite setzen eher auf Komfort als auf Agilität



