Design und Konstruktion
Die Rümpfe bestehen aus GFK mit Balsaholzkern, das im Vakuumverfahren laminiert wurde, um Hohlräume zu minimieren und den Harzgehalt streng kontrolliert zu halten. Die Kiele sind mit geschlossenzelligem Schaumstoff gefüllt, um Auftrieb zu gewährleisten und Feuchtigkeitsschwund zu verlangsamen. Das Brückendeck nimmt etwa 80 Prozent der seitlichen Decksfläche ein, was ein enormes zentrales Volumen schafft, aber unter halber Last nur eine Durchfahrtshöhe von 3 Fuß 3 Zoll (ca. 0,99 m) unter dem Deck lässt – ein Kompromiss, bei dem die Wohnlichkeit auf Kosten der Freifläche für das Brückendeck auf See geht. Bei leerer Yacht liegt das Gewicht bei knapp über 53.000 Pfund (ca. 24.000 kg); mit fast 20.000 Pfund Zuladung steigt es auf rund 73.000 Pfund (ca. 33.000 kg), was ihre Eignung als langfristige Plattform für das Wohnen an Bord oder den Charterbetrieb bestätigt. Der Masttopp liegt 96 Fuß über der Wasserlinie und der Baum ist 20 Fuß hoch, wobei gute, klassische Aluminiumspargel statt exotischer Materialien verwendet wurden. (1)
Rigg und Handhabung
Alle Steuerleinen, einschließlich der einzelnen Schot für die Selbstwendefock, laufen zu einer Dreifach-Kombination aus elektrischen Lewmar-Winschen direkt am Steuerrad, was das Manövrieren mit kleiner Crew trotz der Bootslänge machbar macht. Ein hydraulisches Steuerrad bietet nur wenig direkten Kontakt zum nassen Rumpf drei Decks tiefer, weshalb Tester empfehlen, Windmessgeräte und den Ruderdrehwinkelmesser genau im Auge zu behalten. Der Standard-Segelplan ist eine 7/8-Slup mit 189 m² Segelfläche (2.010 sq ft); für mehr Geschwindigkeit auf raumen Kursen wird das optionale Spritschot und der Screecher empfohlen. Bei 20 Knoten scheinbarem Wind erreichte das Boot auf flachem Wasser 9 Knoten im 60-Grad-Winkel und 7 Knoten hoch am Wind im 40-Grad-Winkel, ging jedoch auf einem weit gefächerten Kurs bei über 15 Knoten Wind unter 5,5 Knoten im 120-Grad-Winkel zurück – ein typisches Katamaran-Profil, bei dem tiefe Winkel nicht seine Stärke sind. (1)
Antrieb und Motorisierung
Der Standardantrieb besteht aus zwei 75 PS Yanmar-Dieseln mit Saildrive, die jeweils einen dreiflügeligen Festpropeller antreiben. Bei Volllast (2.800 U/min) erzielten Tester 8,9 Knoten; auf einer Marschfahrt bei 2.000 U/min lieferten beide Motoren immer noch knapp über 7 Knoten. Eigner berichten, dass der effizienteste Betrieb unter Motor ein einzelner Propeller bei 2.000 U/min ist, was im Test 5,7 Knoten ergab und angeblich etwas mehr als einen Gallonen Kraftstoff pro Stunde verbraucht. Die Verbraucherstromversorgung erfolgt über 6 x 210 Ah Batterien mit 2 x 100 Ah für den Motorstart – eine Bankgröße, die für die erheblichen Lasten des Bootes als „Hotel“ ausgelegt ist. (1)
Unterbringung
Die Pantry und der Salon zusammen bieten eine Fläche von 750 Quadratfuß – ein außergewöhnlicher Raum, eingebettet in Schotten aus Kirsch-Laminat und Bodenbretter aus Österreichischer Walnuss. Die Stehhöhe beträgt überall großzügige 6 Fuß 6 Zoll. Die Kojen sind im Vorschiff 4 Fuß 9 Zoll mal 6 Fuß 6 Zoll groß, achtern 5 Fuß 1 Zoll mal 6 Fuß 6 Zoll und auf dem Brückendeck weitere 4 Fuß 9 Zoll mal 6 Fuß 6 Zoll, was für mehrere Doppelkojen im gesamten Layout sorgt. Eine riesige Flybridge mit Targa-Dach, die fast die Hälfte der Bootslänge einnimmt, bietet ein geschütztes, oberes Gesellschaftsdeck, während eine hydraulisch betriebene Achterplattform ins Wasser absenkt, um das Beiboot zu lagern oder zum Schwimmen zu nutzen.
Das Fazit
Der Leopard 58 ist ein durch und durch moderner Volumen-Katamaran: extrem robust gebaut, riesig komfortabel und für das Leben als Eigner oder Charterboot konzipiert und nicht für reine Leistung. Sein Brückendeck und die Tankkapazitäten machen ihn zu einem idealen Langstrecken-Fahrtenboot zum Wohnen an Bord, und die Winden-Layout auf der Steuerbordseite hält das Handling überschaubar. Die geringere Geschwindigkeit auf raumen Kursen und die separate hydraulische Ruderanlage sind der Preis für diese Größenordnung.
Vorteile
- Riesiger Salon/Küche mit 750 Quadratfuß und 6 Fuß 6 Zoll Stehhöhe
- Alle Steuerleinen zu elektrischen Winschen nahe der Radsteuerung geführt
- Im Vakuumverfahren hergestellte Balsaholz-Rümpfe mit schaumgefüllten Kielen
- Effizientes Einmotoren-Fahren mit gemeldetem Verbrauch von ca. 1 Gallone pro Stunde
- Hydraulische Achterplattform für Beiboot und Badezugang
Nachteile
- Nur 3 Fuß 3 Zoll Durchfahrtshöhe unter dem Brückendeck bei halber Last
- Geschwindigkeit auf raumen Kursen fällt bei mäßigem Wind unter 5,5 Knoten
- Hydraulisches Steuerrad bietet nur wenig Rückmeldung für die Ruder





