Design und Konstruktion
Der Rumpf der Sense 55 ist aus handaufgelegtem massivem Glas und Polyesterharz gefertigt, wobei unter dem Gelcoat eine Vinylester-Schicht zur Verhinderung von Osmose aufgetragen wurde. Das Deck kombiniert ein Glas-Balsa-Laminat mit dem Rumpf durch Laminieren und bleibt an den Beschlagsplätzen steif, wie Cruising World berichtet. Ein gusseiserner Flachkiel ist mit Edelstahlbolzen und einer Gegenplatte verbolzt und verklebt. Der Tester von Cruising World bemerkte einen harten Knickspant, der das Boot aufrecht hielt, und die Beschreibung des Werften verspricht minimale Krängung und perfekten Gleichgewichtsdruck unter Segeln. Da es unter Deck keine traditionellen Achterkabinen gibt, erstreckt sich die Plicht über die gesamte Breite hinter dem Kajütaufbau. Ein aufklappbarer Heckspiegel sorgt für guten Abfluss der nachlaufenden See, während er gleichzeitig schnellen Zugang zur Badeplattform am Heck ermöglicht, so Cruising World. Große Rumpfbullaugen fluten den Innenraum mit Licht und Meerblick, und der erhöhte Salon verbindet Innen- und Außenbereich sanft miteinander. (1)
Rigg und Handhabung
Zwei Steuerstände mit Instrumentenpods direkt im Vorschiff geben dem Skipper viel Bewegungsfreiheit, um nicht von Gästen behindert zu werden. Das Boot ließ sich bei den Tests in Cruising World mit seinen Doppelrudern wie im Traum steuern. Ein markanter Bügel über dem Niedergang dient als Aufhängung für die Großschot und trägt eine Sprayhood; die Großschot wird mit Lazy-Jacks und einer Baumtasche gefahren. Unter Großsegel und einer 105-prozentigen Genua erreichte das Testboot bei etwa 11 Knoten Wind konstante Geschwindigkeiten im 9er-Bereich. Eine Selbstwendefock ist ebenfalls erhältlich. Der getestete 75-PS-turbo Yanmar mit Dock-and-Go rotierendem Saildrive trieb das Boot bei 7 Knoten Fahrt im Motor unter ruhiger See an. Der Saildrive-Motor ist laut Werftangaben kompatibel mit der Dock&Go-Technologie. (1)
Unterbringung
Der Innenraum von Nauta orientiert sich direkt an der Welt der Superyachten. Helle Polsterungen, weiße Wandverkleidungen und Holzeinbauten aus Edelholz schaffen eine helle Atmosphäre. Die Eignerkabine liegt weit im Vorschiff mit einer Doppelkoje als Inselbett auf der Mittellinie, einem Marinematratze, einem Gitterrahmen und einem Lederschminktisch. Zudem verfügt sie über eine eigene Nasszelle mit separater Dusche und einer integrierten Pantry. Zwei Gästekabinen mittschiffs befinden sich im Zentrum des Bootes und sind durch Schiebetüren voneinander getrennt. Sie bieten jeweils eine Doppelkoje und eigenen Nassbereich. Eine längsschiffs eingebaute Pantry mit einer Arbeitsplatte aus grauem Kunstharz verbirgt ihre Geräte hinter klappbaren Fronten und öffnet sich über ein großes Luk zum Cockpit. Der Niedergang ist ungewöhnlich einfach – nur drei 45-Grad-Stufen statt der üblichen fünf – und die zentrale Möblierung bietet einen zweisitzigen Kartentisch.
Ausstattung und Komfortoptionen
Käufer konnten sich für ein mit Leder bezogenes Salonsofa, weiße Lacktüren und einen Elfenbeinboden entscheiden. Optional waren ein auf einem Motorisierten Lift montierter 32-Zoll-Fernseher und eine 22-Zoll-Version in der Eignerkabine erhältlich. Der modulare, ausziehbare Tisch in der Plicht lässt die Steuerbordkojen zu einer riesigen Sonnenliege umfunktionieren, und über die Plicht selbst gelangt man zu einer zusätzlichen Kabine. Das getestete Boot war mit Klimaanlage, Geschirrspüler, Waschmaschine/Trockner, einem 9-Kilowatt-Generator, elektrischen Jalousien, Mikrowelle, drei elektrischen Nasszellen und einem Pioneer-System ausgestattet. B&G-Elektronik mit Plottergehäusen an beiden Steuerständen gehörte zur Standardausstattung von Cruising World. (1)
Das Fazit
Die Sense 55 ist eine kühne Neuinterpretation des Fahrten-Einrumpfboots: ein tiefer Rumpf, eine breite Plicht und ein im Stil einer Superyacht gehaltenes Interieur, das im Sinne des Werft-Witzes tatsächlich wie ein „Monomaran“ wirkt. Sie segelt aufrecht und ausgewogen, lässt sich dank der Doppelruder präzise steuern und bietet eine Art von Raumfluss zwischen Innen- und Außenbereich, die bei einer 55-Fuß-Slup selten ist.
Vorteile
- Minimaler Krängungswinkel und einfache Manövrierbarkeit dank des tiefen Rumpfes mit Knickspant
- Breite Plicht mit aufklappbarem Spiegel und modularem Sonnenbett-Tablett
- Einrichtung im Stil einer Superyacht mit eigener Nasszelle in jeder Kabine
- Dock-and-Go drehbarer Saildrive und B&G Steuerelektronik
Nachteile
- Keine traditionellen Achterkabinen begrenzen die Vielfalt der Unterdecksaufteilung
- Die vordere Eignerkooje weit vom Niedergang entfernt kann sich auf See isoliert anfühlen

