Design und Konstruktion
Die 512 Grand Large ist ein 15,20 m langer Einrumpfer mit einer Wasserlinienlänge von 13,67 m. Ihr gerader Bug und Heck sind bewusste Entscheidungen, um die Länge in der Wasserlinie und damit die Geschwindigkeit vor Anker zu maximieren. Bei einer Verdrängung von 15.245 kg und 4.042 kg Eisenballast in einem Bulbkiel weist sie ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 26,51 und ein Kenterungsverhältnis von 1,95 auf – Werte, die für eine blauwassertaugliche Familien-Fahrtenyacht absolut ausreichend sind. Der Rumpf ist handlaminiertes Polyester/GFK mit einem im Vakuum verklebten Schaumsandwichkern. Alle Bodenwrangen sind direkt in den Rumpf laminiert, während die Kielbolzen auf massiven Edelstahl-Hilfsplatten aufliegen. Eine Epoxid-Barriere gegen Osmose ist installiert, und ein Schutzstreifen für das Vorsteven aus Edelstahl schützt das Bugspriet. Die zweiteilige Formform von Dufour erzeugt eine nach innen gerichtete Rumpf-Deck-Verbindung, und ein einteiliges Bodengruppengerüst ist chemisch mit dem Rumpf verschmolzen – Bauweise, die im Einklang mit der Praxis der Werft für reine GFK-Boote unter 50 Fuß dieser Ära steht. (1)
Rigg und Handhabung
Einhand-Weltumsegelungen haben den Decksplan der 512 maßgeblich beeinflusst. Ein festes Bugspriet trägt einen asymmetrischen Spinnaker, und ein nach oben gepfeiltes Baumgelenk mit niedrigem Lümmel sorgt dafür, dass das Großsegel leichter zu erreichen ist. Eine deutsche Doppel-Davits-Großschot ermöglicht es dem Steuermann, Vorsegel oder Großsegel zu trimmen, ohne die Radsteuerung zu verlassen, während eine Bandlauf-Vorliek-Umwicklung die Blockaden herkömmlicher Tauwerk-Systeme verhindert. Ein abnehmbares inneres Vorstag dient als Sturmfock, und ein optionales selbstholendes Vorsegel ist erhältlich. Testsegler fanden das Boot mit elektrischen T45-Fall- und T55-Schotwinschen einfach zu handhaben; ein zweites Winschensatz im Cockpit bedient den großen asymmetrischen Spinnaker. Bug- und Heckstrahlruder drehen das Boot in Sekundenschnelle um, sodass es sich direkt vom Ankerplatz lösen lässt. Unter Motor ergänzt der getestete 110-PS-Volvo-Saildrive-Diesel den Standard-Volvo-Diesel mit 75 PS, wobei 500 Liter Kraftstoff an Bord sind. (1)
Unterbringung
Unter Deck bricht die 512 mit der Konvention und bietet ein offenes Layout mit der Pantry im Vorschiff: Die Pantry wurde mittschiffs vor den Essbereich des Salons verlegt, ihr Boden liegt einen Stufe tiefer, damit Kochdünste nicht in die Gesichter der Gäste wehen. Die Pantry erstreckt sich über das Boot mit einer U-förmigen Arbeitszone, einer großen Spüle, einem Corian-Arbeitsplatte und einem dreiflammigen Herd sowie einem Kühlschrank/Gefrierschrank mit Doppel-Schubladen und einer Espressomaschine an Steuerbord. Der Salon besticht durch modernen Eichenholz mit Korall-Lederbezügen, eine Sofakojüte an Steuerbord und eine Dinette an Backbord mit Außenplätzen; ein 32-Zoll-Schwenkfernseher befindet sich an Steuerbord. Drei luxuriös große Doppelkabinen mit eigener Nasszelle umfassen eine vordere Eignerkabine mit Inselbett und einer geteilten Zweikompartent-Dusche/WC, sowie zwei Doppelkabinen auf beiden Seiten des Niedergangs. Runde Möbelkanten, elektrisch zu spülende Toiletten und ansprechende Eichenschränke mit passenden Bezügen vervollständigen den Innenraum.
Cockpit und Deck
Das riesige, t-förmige Cockpit bietet unter Segel Platz für 12 Gäste, mit echtem Teakdeck unter den Füßen und einer Sitzbank an Backbord, deren klappbarer Flügel sich zu einer windgeschützten Sonnenliege verwandelt. Ein elektrisch öffnender Heckspiegel erleichtert das Anlegen am Mittelmeer-Ufer oder das Schwimmen, und die Plichtkonsolle des Cockpits beherbergt einen Kühlschrank und eine Spüle mit einem Gaskocher auf dem hinteren Sitz – ein komplettes Outdoor-Kochzentrum. Ein Spiegelschrank verstaucht ein zusammengelegtes Inflatable und einen 9,9 PS starken Außenborder. Die Navigationstafel und der Sitz an Steuerbord tragen außerdem ein großes, außenliegendes Instrumentenpanel.
Das Fazit
Die Dufour 512 Grand Large ist eine durch und durch moderne 50-Fuß-Fahrtenyacht, die das Konzept einer Einhand-Regattayacht in ein geselliges, solides Familienboot übersetzt. Felcis Design und Dufours laminierte Bauweise verleihen ihr eine echte Hochseetauglichkeit, ohne auf den offenen Innenraum mit der Pantry im Vorschiff zu verzichten, der die Grand Large-Linie auszeichnet.
Vorteile
- Gerade Vor- und Achtersteven maximieren die Wasserlinie für Geschwindigkeit bei einer LWL von 13,67 m
- Beeinflusst durch Einhandregatten: fester Bugspriet, geneigter Baum, Bandlauf-Rollanlage, inneres Vorstag
- Offener Plan mit Pantry im Vorschiff und U-Küche mittschiffs hält das Kochen frei vom Salon
- Drei separate Doppelkabinen inklusive geteilter Eignerkabine im vorderen Bereich
- Epoxid-Osmosebarriere, Edelstahl-Bugsprietprotektor, massive Kiel-Gegengewichte
Nachteile
- Produktionszeitraum erstreckte sich nur auf 2016–2017, ein kurzes Fenster vor der Übernahme durch Fountaine Pajot
- Getestete 110-PS-Saildrives und Jet-Thrusters waren Optionen, keine Standardausstattung



