Design und Konstruktion
Auf den ersten Blick wirkt die 530 wie eine typische Dufour-Fahrtenyacht – mit einem steilen Vorsteven, einer Knickspante, die auf maximales Innenraumvolumen ausgelegt ist, und einem niedrigen Kajütaufbau –, trägt unter der Wasserlinie jedoch das Ruder und den Kiel der Performance-Modelle des Unternehmens. Der Rumpf besteht aus massivem GFK mit einer integrierten Bodengruppe, die mit einem infundierten Deck abgedeckt ist. Das Vorsteven ist stumpf und der klappbare Spiegel ist kurz geraten; beide Entscheidungen verlängern die Wasserlinie. Mit einer Breite von 16 Fuß und einem einzigen tiefen Ruder weicht das Layout der damals beliebten Doppelruder-Konstruktion ab. Unten stehen drei Kieloptionen zur Auswahl: ein Flachkiel mit 6 Fuß 4 Zoll Tiefgang, ein Standard-Flossenkiel mit 7 Fuß 5 Zoll und ein T-Kielschwert mit Bulbkiel aus dem Performance-Sortiment mit 9 Fuß 1 Zoll Tiefgang. (1)
Rigg und Handhabung
Dufour bot die 530 in drei völlig unterschiedlichen Manöverversionen an – Easy, Ocean und Performance –, wobei jede Version Rigg, Kiel und Decksbeschläge variiert. Die Easy-Version lässt das Kajütdach frei und führt die Kontrollleinen zu den Sülls für einfache Charterbedienung; die Ocean-Version nutzt eine traditionelle Eignerversion mit Fallen und Traveller auf dem Kajütdach; die Performance-Variante richtet sich an Club- und Hochseeregatten mit einer im Cockpit montierten Großschot, sechs Winschen und einer hydraulischen Station für Achterstag und Baumniederholer. Das 9/10-Fractional-Rigg sitzt auf einem verjüngten, an Deck stehenden Z-Spar-Mast mit zwei nach achtern gepfeilten Salingen, und das Großsegel kann als Volllatten- oder Rollgroßsegel ausgeführt sein. Alle Leinen laufen nach achtern, und jede Winsch kann elektrifiziert werden. Der serienmäßige 75 PS Yanmar-Diesel mit Saildrive wurde beim Testboot durch einen 110 PS Volvo Penta mit direktem Wellenantrieb ersetzt; Tester bemerkten, dass das Boot schnell anspringt, da die Propellerschraube direkt über das einzelne Ruder strömt. (1)
Unter Segeln lieferte der Hybridrumpf echte Geschwindigkeit. Die Testcrew erzielte 8,2 Knoten bei 20 Knoten wahrem Wind auf einem Halbwindkurs und 6,5 Knoten bei 16 Knoten Wind nach Osten abgefallen auf 110 Grad. Unter Motor brachte der aufgerüstete Motor bei weit geöffnetem Drosselklappe und 3.000 Umdrehungen pro Minute 8,2 Knoten, wobei sich im gemütlichen Fahrbereich für das Fahrtensegeln Werte nahe sieben Knoten einstellten.
Unterbringung
Flexibilität bei der Aufteilung ist ein entscheidendes Merkmal. Die 530 kann von drei Kabinen mit acht Kojen bis hin zu sechs Kabinen plus einer Skipperkabine im Bug und bis zu vierzehn Kojen konfiguriert werden, wobei sich die Anzahl der Nasszellen je nach Aufteilung zwischen zwei und vier bewegt. Das Testboot folgte der Logik eines Privat-Eigners: Eignerkabine im Vorschiff, zwei Kabinen achtern und ein offener Salon mit einer U-förmigen Sitzecke an Backbord und einer L-förmigen Lounge an Steuerbord. Die für Dufour typische geteilte Pantry schmiegt sich zwischen Eignerkabine und Salon – auf einer Seite befinden sich eine große Spüle und ein dreiflammiger Eno-Herd, auf der anderen Isotherm-Kühlschrank und Mikrowelle. Eine Pantry im Vorschiff und ein nach achtern gerichteter Navigationstisch sind ebenfalls erhältlich, falls der Käufer auf zusätzliche Kabinen verzichten möchte. Die Eignerkabine verfügt über eine Inselbett-Koje mit Schubladen, großzügige Luken und eine geteilte Nasszelle mit einer geräumigen Dusche. Rezensenten bewerteten die Verarbeitungsqualität als gehoben für eine Serienyacht, mit durchdachten Stauräumen wie einem eigenen Weinkühlschrank.
Deck und Ausrüstung
Die Plicht ist groß und A-förmig gestaltet. Sie verfügt über zwei Steuerstände auf minimalistischen Sockeln mit 12-Zoll-Raymarine HybridTouch-Displays sowie Motorsteuerungen an Steuerbord. Ein im Mittelgang positionierter Klapp-Tisch kann Platz für einen optionalen Kühlschrank bieten oder bei der Performance-Version komplett entfernt werden. Eine optionale Außenpantry mit Eno Plancha, Spüle und Schneidebrett ermöglicht es dem Koch, auch bei Wind zu arbeiten, und eine Sonnenliege zwischen den Steuerrädern wird als Freizeitausstattung angeboten. Ein Bugstrahlruder ist serienmäßig vorhanden.
Das Fazit
Die Dufour 530 ist eine seltene Mischung: eine voluminöse Fahrtenyacht, deren Unterwasserprofil und Rigg-Optionen direkt aus der Performance-Linie übernommen wurden, veredelt durch Eigner-Qualität im Innenausbau und ein bemerkenswertes Layout-Spektrum. Sie belohnt den Käufer, der eine Version wählt, die perfekt auf seinen Segelstil abgestimmt ist – auch wenn das aus dem Charter stammende Easy-Layout bewusst spartanisch gehalten ist.
Vorteile
- Hybrid-Rumpf vereint den Komfort von Grand Large mit dem Erbe eines Performance-Kiels
- Drei verschiedene Rigg- und Deckversionen vom Charter bis zum Hochseeregattasegeln
- Bis zu sechs Kabinen plus Skipperkabine für außergewöhnliche Wohnraumvielfalt
- Starkes Segeltempo unter Segeln und wirtschaftlicher Motorenbereich
Nachteile
- Die einfache Version ist minimalistisch und charterorientiert; für anspruchsvolle Eigner zu dünn besetzt
- Einzelrudersystem und eine Breite von 16 Fuß weichen von der modernen Norm mit Doppelruder ab
- Der hohe Betriebs-Tiefgang von 9 Fuß 1 Zoll schränkt flache Reviere ein




