Design und Konstruktion
Felcis Rumpf für die 412 ist voluminös, wobei Innenraumvolumen, Durchgangswege und Stehhöhe zu einer hervorragenden Wohnlichkeit führen. Das Boot wird in drei Versionen – Comfort, Liberty und Adventure – angeboten, die sich in der Ausstattung und den Innenraumaufteilungen unterscheiden, aber denselben bewährten Rumpf wie die 410 GL teilen, wodurch dieselbe voluminöse und schnelle Form genutzt wird. Barche Magazine befand die Seitendecks völlig frei von Hindernissen, ohne dass eine diagonale Stütze auf Kopfhöhe den Bewegungsfluss behindert und der Weg zum Bug leicht zu gehen ist. Die Oberwanten sind an der Seitenwand befestigt und die Unterwanten am Deckhaus – eine Takelage, die die Seitendecks frei hält und zur praktischen Decksplanung beiträgt, die das Magazin lobte. (1)
Rigg und Handhabung
Die 412 ist als 71 Quadratmeter große 7/8-Slup getakelt, aufgeteilt auf ein 38 Quadratmeter großes Großsegel und eine 33 Quadratmeter große Genua. Die Standard-Genua hat einen Streckungsgrad von 105 Prozent und ist eher eine Arbeitsfock als eine Code Zero, obwohl das Vorstevenbeschlag eine zweite Rollanlage für eine Code Zero aufnimmt, um das Leistungsspektrum bei leichtem Wind zu erweitern. Vela & Motore stellten fest, dass der Rumpf bei Wind unter 10 Knoten gut anspringt und eine gute Geschwindigkeit hält, und dass das Ausrollen einer Code Zero die Situation als fast rundherum leistungsstarke Leichtwindfock noch weiter verbessert. Eine feste Delfiniera ersetzt den ausziehbaren Bugspriet der 410, was den Bug vereinfacht und die Optionen vor dem Wind erleichtert. Das Ruder ist ein einzelnes, langes, schmales und neutrales Spatenruder, und die Steuerposition bietet zwei gut gepolsterte, weit voneinander entfernte Aluminiumsteuerstände mit hervorragender Sicht auf die Segel. Es sind vier Winschen installiert: zwei in Reichweite der Steuerscheiben und zwei nahe dem Niedergang, während eine Winsch vor jeder Scheibe sowohl das Großsegel als auch das Buggeschirr trimmt.
Leistung unter Motor und Segeln
Barches Tester erzielten fast sieben Knoten am Wind, sieben Komma fünf bei gefahrenen Segeln und acht Knoten bei weiterer Reffung. Der Volvo Penta D2-55F mit 41 kW (55 PS) und Saildrive treibt das Boot im Fahrtensegeln mit 7 Knoten und mit Höchstgeschwindigkeit mit 8 Knoten an. Anstelle eines herkömmlichen Bugpropellers nutzte das Testboot Holland Marine Jet-Thruster mit vier Düsen – zwei vorne und zwei achtern –, was Bugpropeller überflüssig machte. Die Kombination aus einem strömungsgünstigen Rumpf und einem direkten Rudergefühl verleiht der 412 eine Geschwindigkeit, die ihre Ausstattung für Langstreckenfahrten Lügen straft. (2)
Unterbringung
Im Inneren bietet die 412 durch die Kabinen und den Salon eine Stehhöhe von 194 cm und ist reichlich mit natürlichem Licht durch Fenster und Bullaugen ausgestattet. Es wurden drei Innenraumaufteilungen katalogisiert: Drei Kabinen mit zwei Nasszellen (wie getestet), drei Kabinen mit einer Nasszelle als Standard und zwei Kabinen mit zwei Nasszellen. Laut dem Testbericht geht bei der Variante mit drei Kabinen und zwei Nasszellen das Vorschiff etwas auf Kosten der Eignerkabine, doch das Gesamtvolumen übersetzt sich in echte Wohnlichkeit. Direkt unter den Bodenbrettern am Fuße der Einstiegtreppe befindet sich eine Weinkammer – ein typisches Merkmal der Grand Large.
Plicht und Decks-Ausrüstung
Die Plicht ist großzügig genug, damit sich die Crew ungehindert bewegen kann, und der Tisch lässt sich im Nichtgebrauch zu einer Bank umbauen. Zudem verfügt das Boot über eine klappbare Mittelscheinwerferleuchte und einen am Heck montierten 12-Zoll-Garmin-Plotter mit Panoptix Forward-Tieftemperatur-Transducer. Eine nach achtern ausgerichtete Außenküche mit Grill, Spüle und Schneidebrett ist unter den Backskisten untergebracht, die gleichzeitig als Sitzplätze für den Steuermann dienen. Das Decks-Layout ist funktional und praktisch; der Grillbereich bietet zusätzlichen Freizeitkomfort im Freien, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Das Fazit
Die Dufour 412 Grand Large ist eine gelungene moderne Fahrtenyacht, die den schnellen, voluminösen Rumpf der 410 beibehält und gleichzeitig die Praktikabilität an Deck und im Bug verbessert. Sie ist unter Segeln und Motorkraft schnell, intelligent auf dem Deck aufgeteilt und bietet unter Deck viel Licht und Raum sowie eine sinnvolle Palette von Layouts für Eigner und Charter. Das Fehlen eines herkömmlichen Bugstrahlruders zugunsten von Jet-Antrieben ist ungewöhnlich, aber elegant gelöst.
Vorteile
- Voluminöser Felci-Rumpf mit starken Leichtwindleistungen und leichten Geschwindigkeiten von sieben bis acht Knoten
- Klare, aufgeräumte Seitendecks und einfacher Zugang zum Bug
- 194 cm Stehhöhe und hervorragendes natürliches Licht unter Deck
- Flexibles Layout-Angebot in drei Versionen mit bis zu drei Kabinen und zwei Nasszellen
- Praktischer klappbarer Cockpittisch und eine Außenpantry an achtern
Nachteile
- Das Layout mit drei Kabinen und zwei Nasszellen beeinträchtigt die vordere Eignerkabine leicht
- Das Jet-Thruster-System ersetzt den vertrauten Bugpropeller, was zu anderen Wartungsaufgaben führt
- Die Standard-Genua ist eine Fock und keine Code Zero, was die Leistung bei leichtem Wind einschränkt – ohne optionale Rollfock




