Design und Konstruktion
Der Rumpf der Sense 43 ist aus massivem GFK in Polyesterharz gefertigt, mit einem anlaminierten und verbolzten Deck mit Balsaholzkern sowie einem gusseisernen Ballastkiel. Der Rumpf verfügt über einen Knickspant im hinteren Drittel knapp oberhalb der Wasserlinie und eine beträchtliche Breite, die bis ganz nach achtern getragen wird. Dies trägt dazu bei, den Krängungswinkel unter Segeln zu minimieren. Doppelruder und diese Knickspante verleihen dem Boot eine hervorragende Kursstabilität, selbst wenn es hart am Wind segelt. Die vordere Kante des Kajütaufbaus ist keilförmig und trifft das Deck weit vor dem Mast, und das Kajütdach liegt höher als auf den meisten Booten, um Platz für einen Innenraum zu schaffen, der nur drei Stufen unter der Plicht liegt. Die Verarbeitungsqualität ist für eine moderne Serienyacht durchschnittlich. Das Boot besitzt eine CE-Zertifizierung der Klassen A6/B7/C10. (1)
Rigg und Handhabung
Zwei Steuerstände sind ganz nach achtern verlegt, jeweils mit einem gasbetätigten, stoßdämpfenden Sitz, der im Backbordbereich hochklappbar und ungestört verstaut werden kann. Es gibt keinen Traveller für die Großschot; stattdessen laufen die Großschoten zu Blöcken auf einem großen Geräteträger über dem Kopf. Alle Leinen vom Mast und Baum werden nach achtern zu sekundären Winschen an den Sülls der vorderen Plicht geführt, obwohl die vielen Leinen in zwei recht kleinen Leinenkisten untergebracht sind. Eine klappbare Bodenwelle verhindert, dass man versehentlich aus dem offenen Spiegel rauscht. Auf dem Wasser stellten Probefahrer ein feinfühliges und gut ausbalanciertes Rudergefühl fest. Sie konnten die Hände bis zu zehn Minuten am Wind weitgehend vom Rad nehmen, bevor das Boot langsam aus dem Ruder lief. Bei 10–12 Knoten wahrem Wind vor Miami Beach hielt sie am Wind in flachem Wasser bei einer scheinbaren Windwinkel von 40 Grad 5,7 bis 6 Knoten, und mit Gennaker auf Halbwindkursen übertraf sie 7,6 Knoten. Die Doppelruder boten eine gute Kontrolle beim Rückwärtsfahren, solange der Winkel flach blieb; ein Tester bemerkte, dass sie an Steuerbord etwas träge ansprang.
Unterbringung
Die sehr breite Plicht ist nur durch drei niedrige Stufen vom Salon getrennt, und der Niedergang selbst ist riesig, mit drei Stufen in einem 45-Grad-Winkel anstelle der üblichen fünf. Der Salon ist hell, geräumig und offen, mit freier Sicht in alle Richtungen und großen Fenstern mit integrierten, öffnenden Luken an Backbord, Steuerbord und achtern zur Plicht. Die Banksitze am Tisch bieten Platz für sechs Personen und doppeln als Sitzplätze für den Kartentisch. Ein Teak-Plichttisch mittschiffs lässt sich zusammen mit den umlaufenden Sitzen zu einer Sonnenliege umbauen, und der modulare Cockpittisch macht auch eine riesige Sonnenliege aus. Zwei enorme Seitenschränke nehmen Kraftstoffkanister, Segel, Tender und Außenborder auf; ein eigener Rettungsinsel-Schrank befindet sich zwischen den Steuerrädern.
Unter Deck bietet die integrierte Pantry an Backbord hinter dem Mittelinsel reichlich Arbeitsfläche, eine Arbeitsplatte aus grauer Kunstharz-Synthetik und praktischen Stauraum mit hervorragenden Arbeitsbereichen zu beiden Seiten des Herdes – wenn auch die beiden Spülen etwas klein und flach sind. Die Navigationsecke erstreckt sich entlang der achteren Kante des Sofas mit Blick in die Plicht und einem langen Schreibtisch für Karten. Im Vorschiff befinden sich alle Schlafplätze und eine Nasszelle: Die Eignerkabine ganz vorn verfügt über eine Doppelkoje (Queen-Size), flankiert von Kleiderschränken, sowie über eine eigene Nasszelle, während eine Gästekabine eine große Doppelkoje, reichlich Stauraum und eine eigene Dusche bietet. Eine Inselmitte im Schiff verdeckt einen klappbaren Flachbildfernseher, der zum Sofa gerichtet ist.
Bekannte Schwachstellen
Der Motorzugang ist der Schwachpunkt des Bootes: Der Motor ist weit hinten in seinem Raum montiert und schwer zu erreichen, obwohl die flachen Niedergangsstufen für schnellen Zugang hochgeklappt werden können und seitliche Schotten in den Backskisten für die Arbeit geöffnet werden. Das Fehlen eines Travellers für die Großschot ist eine bewusste Designentscheidung, schränkt jedoch die Trimmmöglichkeiten ein, und das offene Achterschiff macht sie anfolgenden Seen gegenüber anfällig, die ins Boot spülen können. Ein Tester fand das Kontrollpanel für die Motorflüssigkeiten im Steuerbord-Backskist als weniger leicht zugänglich. (1)
Das Fazit
Die Sense 43 ist eine durchdacht offene Fahrtenyacht, die etwas von der konventionellen Trennung der Räume aufgibt, um einen hellen, geselligen Übergang zwischen Deck und Kajüte zu schaffen, der sich ideal für das Fahrtensegeln mit der Familie eignet. Ihre Kursstabilität und das leichte Rudergefühl machen sie gutmütig, während der eingeschränkte Motorzugang und das offene Achterschiff der Preis für dieses Layout sind.
Vorteile
- Knickspant-Rumpf und Doppelruder sorgen für hohe Kursstabilität
- Nahtloses Wohnen im Kontinuum von Cockpit zu Salon mit hervorragendem Stauraumangebot
- Sehr ausgewogenes Rudergefühl, das auch ohne Eingreifen Kurs hält
Nachteile
- Der tief montierte Motor ist schwer zugänglich für Wartungsarbeiten
- Der offene Spiegel bietet keinen Schutz vor überkommenden Wellen im Achterschiff
- Kein Traveller für die Großschot begrenzt den Trimmbereich des Großsegels







