Design und Konstruktion
Das 43-Fuß-Einrumpfboot von Philippe Briand wurde von Dufour Yachts aus GFK gebaut, einer soliden Rumpfkonstruktion, die typisch für die unter 50 Fuß großen Modelle der Werft dieser Ära war. Der Rumpf ist mit Bleiballast und einem Flossenkiel mit Spatenruder ausgestattet, und das Deck besteht aus massivem GFK. Was die Atoll 43 von einer herkömmlichen Fahrtenyacht unterscheidet, ist nicht die Formgebung, sondern die Architektur: Sie wurde speziell für den Charterbetrieb konzipiert, und dieses Lastenheft führte zu dem „innen-gekehrt“-Layout, bei dem alle Hauptwohn- und Entspannungsbereiche an Deck um das Cockpit herum angeordnet sind. Allein der Außenbereich beansprucht fast die Hälfte der 13,1 Meter Länge des Bootes und ist durch ein Hardtop, eine Kapuze und eine Windschutzscheibe geschützt, wobei die Möglichkeit besteht, diesen Bereich bei schlechten Bedingungen zu beheizen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Werft rüstete das Boot mit einem großen 7/8-Rigg aus, einem Großsegel mit Volllatten, Einleinen-Reffsystem und einer Rollfock mit nur 110 Prozent Überschneidung aus. Alle Winschen, Schoten und Steuerleinen liegen im bequemen Griffbereich des Rudergängers, sodass das Boot trotz seiner Größe einhand gesegelt werden kann. Unter Motor bringt ein 62 PS starker Motor mit dreiflügeligem Propeller etwa 8 Knoten Leistung. In einem Testbericht für das Seamagazine fanden die Tester sie steif und stabil mit einem Balance-Wert von 1,6. Sie merkten an, dass sie sich gut auf See schlägt, aber oft reffen muss. Der Segeltrimm ist ein wichtiger Faktor: Während alle Yachten für optimale Leistung Aufmerksamkeit beim Trimmen benötigen, muss bei der Atoll besonders genau darauf geachtet werden, damit sie ihr Bestes gibt. (2)
Unterbringung
Man betritt das Boot durch den offenen Spiegel – dessen Brunnen und Badeleiter einen einfachen Zugang zur Plicht ermöglichen – und drei Stufen führen unter Deck zu den Schlafplätzen, doch das Herz des Bootes schlägt oben. Der Tagbereich bietet einen großen Salon mit gepolsterten, umschließenden Sitzen, eine riesige Pantry an Backbord mit mehr als 300 Litern Kühlfachkapazität und eine Navigationsecke an Steuerbord. Ein gepolsterter Sonnenschutzbrunnen ist in das Vordeck eingelassen. Unter Deck bietet sie Platz für bis zu acht Personen in vier Doppelkojen auf vier Kabinen und im Salon sowie zwei Nasszellen; die beiden vorderen Kabinen können bei Bedarf zu einer Eignerkabine zusammengelegt werden. Öffnende Luken und Bullaugen in allen Kabinen sorgen für gute Belüftung, und speziell konstruierte Schränke bieten reichlich Stauraum im gesamten Boot.
Ausrüstung und Kapazität
Die Atoll 43 verfügt über zwei 550-Liter-Wassertanks und 500 Liter Kraftstoff – Werte, die sich für längere Chartertörns eignen. Als Hilfsmotor dient ein 62 PS starker Diesel mit 2400 U/min. Zur Navigation an einem geprüften Exemplar gehörten unter anderem GPS, ein Kartenplotter, der mit dem GPS integriert war, Autopilot, Radar, Echolot und Windinstrumente.
Das Fazit
Die Dufour Atoll 43 ist ein ungewöhnliches Boot: eine Charteryacht aus kleiner Serie, die das Deck als Salon und die Kabine als Schlafsaal nutzt. Für einen Käufer, der Freizeit auf offenem Wasser mit echter Hochseestabilität sucht, bietet sie eine steife, gut gepanzerte Plattform mit einhandfreundlicher Bedienung. Die geringe Stückzahl und das innen-außen-Konzept machen sie zu einem Nischenprodukt und nicht zu einer Massen-Fahrtenyacht.
Vorteile
- Außergewöhnlicher Wohnraum an Deck, der fast die Hälfte der Rumpflänge einnimmt
- Steifer, stabiler Rumpf mit Hochseetauglichkeit nach zeitgenössischen Berichten
- Einhand-Segelbedienung mit allen Kontrollen am Steuerstand
- Großzügige Wasserkapazität von 1100 Litern und Kraftstoffkapazität von 500 Litern für längere Törns
Nachteile
- Nur 40 Einheiten gebaut, daher sind Ersatzteile und vergleichbare Boote rar
- Das umgekehrte Layout lässt den herkömmlichen Salon unter Deck minimal
- Die Segelbalance erfordert aktive Pflege für eine gute Leistung






