Design und Konstruktion
X-Yachts fertigte den Rumpf und das Deck der X-43 aus biaxialem E-Glas und Isophthalsäure-Polyesterverdünnerharz über einem Divinycell-Kern an, wobei im Bereich von Kiel, Ruder und den Durchführungen für Anker und Bullaugen auf massives Laminat umgestellt wurde. Die Bodengruppe des Rumpfes basiert auf einer Stahl-I-Balken, die die Lasten von Kiel und Rigg aufnimmt und gleichzeitig als zentrales Hebelement dient – ein Konstruktionsprinzip, das die Werft über Jahrzehnte hinweg verfeinert hat. Der Ruderschaft ist aus massivem Aluminium, und das Ruderblatt selbst besteht aus Harz und E-Glas über einem Divinycell-Kern. Bei einer Verdrängung von 18.960 lbs, 9.480 lbs Ballast und einer Breite von 13 Fuß weist sie ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 159 und ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 23,2 auf – Werte, die sie fest im Lager der Performance-Cruiser platzieren und nicht in die Welt der schweren Fahrtenyachten. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Wasser erwies sich der X-43 als leicht zu segelnder Rumpf, der in Kombination mit seiner Steuerung für präzisen Fingerdruck und hervorragende Reaktionsfähigkeit vor Anker sorgte. Testsegler drehten ihn auf dem Finger und gingen über 80 Grad Winkelgänge. Das große Rad und die Jeffa-Steuerung boten dem Rudergänger die Möglichkeit, bequem auf der Süll zu sitzen, mit hervorragender Sicht über das niedrige Kajütdach. Alle Leinen vom Mast laufen unter Deck zurück zu zwei Stopperreihen und an der Kajüte montierten Winschen, was die Plicht und das Deck unverwinkelt und leicht zu navigieren hält; die Großschot mit Doppelend läuft unter Deck von Blöcken nahe dem Mast zu Winschen direkt neben dem Rudergänger, und der Traveller sitzt direkt vor der Steuersäule. Breite Seitendecks und innenliegende Wanten machen das Vorschiffsgehen einfach. (1)
Ihr Geschwindigkeitsbereich ist das eigentliche Highlight. Bei 10 Knoten scheinbarem Wind und flachem Wasser loggte sie eine Bootsgeschwindigkeit von 6 Knoten, und bei einer schwachen Brise, die viele andere Boote zum Stillstand gebracht hätte, segelte sie immer noch mit rund 6 Knoten. Mit voller Groß- und Vorsegel und ohne Spinnaker erreichte sie Geschwindigkeiten im einstelligen Bereich, und bei 25 Knoten Wind mit stärkeren Böen hielten zwei Reffen und eine gereffte Fock ihr eine Geschwindigkeit von etwa 7 Knoten bei, während sie unter Motor mit einem Windwinkel von 20 bis 30 Grad gegen den Wind segelte. Unter Motor lag sie im Durchschnitt bei 7 bis 8 nahezu geräuschlosen Knoten – ein Beweis für die hervorragende Schalldämmung des Maschinenraums eines 38-PS-Volvo.
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum mit seidenmatt lackiertem Teakfurnier überzogen, mit Edelstahl-Türbeschlägen, robusten Schrankverschlüssen und akribisch eingefügten Schubladenfronten sowie einem Bodenbrett aus Teakholz. Die Eurostyle-Küche verläuft längs an Backbord des Salons und bietet reichlich Arbeitsfläche und Stauraum. Der Salon selbst bietet eine lange, leicht geschwungene Sitzgelegenheit und einen kleineren separaten Sitzplatz im Bereich der Dinette; die Stehhöhe liegt bei knapp über 1,80 m, obwohl es im Salon nur eine Seekoje gibt, die zusätzlich mit einer Leeklappe gesichert werden muss. Gut platzierte Handläufe und hervorragende Trittsicherheit auf dem synthetischen Teak-und-Eschen-Boden sorgen für sicheres Bewegen unter Deck.
Die Eignerkabine im Vorschiff verfügt über eine eigene Nasszelle, guten Stauraum, einen kleinen Sitzbereich, ein großes, öffnendes Decksschott und eine komfortable Doppelkoje. Zwei spiegelbildlich angeordnete Achterkabinen bieten jeweils komfortable Doppelkojen, ausreichend Stauraum in den Schränken und ein kleines, öffnendes Bullauge zur Belüftung. Auch eine Version mit vier Kabinen ist erhältlich. Der Kartentisch der Navigationsecke ist groß genug für ein vollformatiges Seekartenbuch, und die Elektronikinstallation wurde als hervorragend bewertet; sie bietet ausreichend Platz für die Montage eines optionalen UKW-Funkgeräts, GPS und eines Radars.
Decksbeschläge und bekannter Eigenart
Die Decksbeschläge sind robust: Die Relingstützen sind stabil, die Festmacherklampen unzerstörbar und die Bugrolle aus Edelstahl ist solide gebaut. Die Cockpitsitze sind breit, tief und mit Teakholz überzogen. Der serienmäßige Sprayhood lässt sich leicht öffnen und in einer integrierten Mulde auf dem Kajütaufbau verstauen, was Schutz beim Kreuzen am Wind bietet. Das einzige operative Manko, das bemängelt wurde, war, dass sich die Winschkurbeln auf dem Kajütaufbau beim Reffen im Sprayhood verfingen.
Das Fazit
Die X-43 ist eine echte Allround-Performance-Fahrtenyacht von 43 Fuß: schnell genug für einen regattaorientierten Eigner, aber so aufgeteilt, dass sie auch für echtes Leben an der Küste und auf See ausgelegt ist. Der Rumpf von Jeppesen sorgt für seltene Fortschritte bei leichtem Wind und ein stabiles Verhalten bei Starkwind, während die Deckslinienführung und die zentralen Winschkonsolen das Deck sicher und aufgeräumt halten. Die Innenausstattung und die Anzahl der Kojen sind die einzigen Schwachpunkte dieses ansonsten gelungenen Pakets.
Vorteile
- Leicht anspringender Rumpf mit feinfühligem Rudergefühl und 80-Grad-Wendewinkel
- Gute Geschwindigkeitsreserven bei leichtem und starkem Wind unter Segeln sowie leises Motoren
- Robuste Decksbeschläge und gut durchdachte Leitungen unter Deck
- Seidenmatt lackierter Teak-Innenraum mit praktischer Pantry und Eignersuite im Vorschiff
Nachteile
- Der Salon verfügt nur über eine Seekoje, was ein Leetuch erfordert
- Die Winsch auf dem Kajütaufbau bedient die Sprayhood beim Reffen







