Beneteau Oceanis 35.1 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Finot-Conq/Nauta Design·2017·Beneteau
Beneteau Oceanis 35.1 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
34.28' · 10.45 m
Verdr.
13.153 lbs · 5.966 kg
Erstes Baujahr
2017

Die Beneteau Oceanis 35.1 kam 2017 als verfeinerte Nachfolgerin der Oceanis 35 auf den Markt. Sie trägt denselben 9,97 Meter langen Rumpf, ist jedoch über der Wasserlinie neu geformt und wirkt wie eine durchdachtere Fahrtenyacht. FinotConq zeichnete den Rumpf und Nauta Design legte das Interieur fest. Das Ergebnis ist ein 34 Fuß 3 Zoll langer Einrumpfer, der von 2017 bis 2021 gebaut wurde, bevor die Oceanis 34.1 ihren Platz in der Modellpalette einnahm. Was die .1 von ihrem Vorgänger unterscheidet, ist nicht die Länge, sondern das Volumen: Eine Knickspant, die weit oben an Steuerbord und Backbord über der Wasserlinie nach achtern gezogen ist, eine Linie im Rumpf, die diese Kimm betont, und ein Innenraum, der umgestaltet wurde, um doppelte Vorschiffstüren anstelle einer abnehmbaren Schottwand zu ermöglichen.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
34,28 ft
Länge an Deck
32,75 ft
Länge in der Wasserlinie
31,82 ft
Breite
12,2 ft
Tiefgang
6,36 ft
Maximale Stehhöhe
6,25 ft
Durchfahrtshöhe
51,18 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
2× Spatenruder
Ballast
3.437 lbs (Eisen)
Verdrängung
13.153 lbs
Wasserkapazität
34 gal
Kraftstoffkapazität
34 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
40 ft
Unterliek Großsegel
12,83 ft
Vorsegeldreieck Höhe
40,83 ft
Vorsegeldreieck Basis
14,08 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
43,19 ft
Segelfläche
585,6 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,81
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
26,13
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
182,25
Komfort-Ratio
22,31
Kenterungsverhältnis
2,07
Rumpfgeschwindigkeit
7,56 kn

Design und Konstruktion

Die Oceanis 35.1 hat einen breiten Rumpf, bei dem die maximale Breite fast bis zum Heck getragen wird und nur sehr wenig Verjüngung vorhanden ist. Dies sorgt für ein breites Spiegelbild und eine breite Plicht. Die Kimm liegt achtern über der Konstruktionswasserlinie und macht das Boot über der Wasserlinie breiter als unter ihr. Dies vergrößert das Innenraumvolumen im Achterschiff und verleiht dem breiten Rumpf eine gute Formstabilität, die die Krängung unter Segeln verringert. Der knickspantige Rumpf, entworfen von den Architekten Finot-Conq, steht für Komfort und ein gutes Segelverhalten. Im Außenbereich zeigt das Boot ein hohes Freibord und kaum Sprung im Deckssprung – ein Profil, das optische Eleganz gegen Kabinenvolumen und einen großen Kajütaufbau eintauscht, was ein großzügiges Raumgefühl unter Deck schafft. Beneteau verwendete bei diesen Booten ein injiziertes Deck, was zu einer sauberen Gesamtverarbeitung führt. Ein Gutachter stellte fest, dass das Boot strukturell gut aufgebaut ist und über eine clevere Innenschalenverkleidung verfügt. (1)

Rigg und Handhabung

Das 7/8-Slup-Rigg ist mit stark zurückgepfeilten Salingen und einem standardmäßigen Einleinen-Reffsystem ausgestattet. Tester stellten fest, dass das Einleinen-Reff sich verkanten kann, und bei den getesteten Booten wurde die Großschot zu einer Winsch auf dem Kajütdach und nicht direkt zum Steuerstand geführt. Ein über der Plicht angeordneter Geräteträger war optional beim Neukauf erhältlich und hält das Cockpit so nahezu leinenfrei. Zwei Steuerräder sind achtern und weit außenliegend positioniert, wobei ein erhöhter Seitenkorb-Steuersitz die Sicht nach vorn verbessert. Die Doppelruder sorgen für ein leichtes Gefühl am Ruder. Der Standardtiefgang beträgt 1,85 m (6 Fuß 1 Zoll); ein Flachkiel mit 1,49 m (4 Fuß 9 Zoll) Tiefgang war ebenfalls erhältlich. Eine Kielschwert-Version bietet bei abgesenktem Schwert 2,31 m (7 Fuß 7 Zoll) und bei aufgeholtem Schwert 1,19 m (3 Fuß 9 Zoll) Tiefgang. Ein Exemplar mit Hubkiel verfügt über eine achtstufige Winsche, deren Umlenkrolle durch den Salontisch führt; 100 Umdrehungen lassen das Schwert sinken oder einziehen. (2)

Unterbringung

Vier verschiedene Innenraumaufteilungen standen bei der Neupositionierung zur Verfügung, die sich um eine oder zwei Doppelkojen in den Achterkabinen und eine durch Doppeltüren zugängliche Vorschiffskabine gruppierten. Der Salon bietet Platz für acht Personen um den Tisch herum, und der Niedergang ist in einem sanften 45-Grad-Winkel geneigt. Ein klappbarer Kartentisch nimmt keinen Platz im Salon ein und ermöglicht eine 7-Fuß-Koje; die Navigationsecke an Steuerbord lässt sich zusammenklappen und nutzt den gegenüberliegenden Sitzrücken als Füllmaterial, mit einer weichen Abdeckung, um das Klappern zu verhindern, und einem Schrank darüber für Bücher. Die Pantrys waren als L-förmig an Backbord oder als längs verlaufende Pantry an Steuerbord ausgeführt, wobei die L-Version es ermöglicht, dass die Sitzecke dem Tisch zugewandt ist. Für den Innenausbau wurden helles Eichenholz oder Mahagoni-Alpino angeboten, mit großen Rumpffenstern und einer Vorschiffskabine, die auf jeder Seite über ein großes Fenster für viel Licht verfügt. Die vordere V-Koje ist maximal 6 Fuß 7 Zoll lang und 5 Fuß 9 Zoll breit, während die Schlafplätze in der Achterkabine mindestens 5 Fuß 8 Zoll mal 6 Fuß 7 Zoll messen und nach außen hin breiter werden. Eine separate Duschkabine befindet sich separat von den Nasszellen, wobei auch in den Nasszellen eine ausziehbare Dusche vorhanden ist.

Bekannte Schwachstellen

Die Erfahrung von Gutachtern mit dieser Modellreihe zeigt einige Punkte, auf die Käufer oder Eigner achten sollten. Das Methacrylat-Klebesystem, mit dem die innere Struktur an den Spanten verklebt ist, muss intakt sein; eine Delamination dort ist ein strukturelles Warnsignal. Einige Laminatverstärkungen haben sich durch Grundberührungen oder Überlastung gelöst – was eher ein Mangel durch Nutzung als ein Baufehler ist – und die Seitendecks haben unter den Navigationslichtern am deutlichsten gebebt. Die Sperrholz-Bodenbretter der Kabine splittern leicht, und die beiden Heckkaien überlasten sich, wenn ein Rettungsinsel daran aufgehängt wird. Undichte Relingstützen oder Heckkaien haben zu feuchten Decken im Achterkabinenbereich geführt. Der klappbare Spiegel funktioniert gut, aber seine Haltefäden klemmen regelmäßig und reißen.

Refits und Unterhalt

Der 30 PS starke Yanmar Saildrive-Motor ist über den Niedergang, die Achterkabinen oder den Nassraum zugänglich, und die Saildrive-Rumpfdichtung muss nach dem Herstellervorschrift weggewechselt werden. Die Plicht verfügt über eingelassenes Teakholz, das nicht besonders dick ist und entsprechend abnutzt. Wassertanks und Batterien befinden sich unter der Vorschiffskoje, und der Kraftstofftank liegt unter dem Boden des Cockpitschrankes achtern der Dusche. Stahl-Guardrails waren als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme erhältlich, und B&G-Elektronik inklusive Autopilot und B&G Electronic Pack war serienmäßig installiert oder lieferbar.

Das Fazit

Die Oceanis 35.1 ist eine durchdacht modernisierte Fahrtenyacht, die ihre Breite und ihren Knickspant nutzt, um Volumen und Stabilität zu bieten, ohne auf ein gutes Handling zu verzichten. Die Layouts sind flexibel, und die Details – der klappbare Kartentisch, die doppelten Vorschiffstüren, die separate Dusche – zeigen ein Design, das für das echte Leben an Bord optimiert ist. Die bekannten Schwachstellen sind meist beherrschbarer Verschleiß und Überlastungspunkte als grundlegende Mängel.

Vorteile

  • Knickspant und breiter Rumpf sorgen für Formstabilität und geringe Krängung
  • Vier verschiedene Layouts mit doppelten Vorpiekdeckseln und klappbarem Kartentisch
  • Doppelruder und weit außenliegende Steuerräder ermöglichen ein leichtes, direktes Rudergefühl
  • Hubkiel und Optionen mit geringem Tiefgang erweitern die Reviergrenzen

Nachteile

  • Einleinen-Reffen kann sich verkanten
  • Die Seitendecks biegen sich unter den Bullaugen durch; die Heckkorbstützen überlasten leicht
  • Die Furniere des Kabinenbodens splittern; Gegenhalteseile am Spiegel fangen sich und beschädigen sich
  • Die Dichtung des Saildrives erfordert ein diszipliniertes Austauschintervall

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