Design und Konstruktion
Die Oceanis 351 verfügt über einen massiven GFK-Rumpf mit einem Sandwichdeck aus Balsa und GFK – ein Konstruktionsansatz, den Beneteau auch bei der Groupe Finot Oceanis anwandte. Das Decks-Sandwich sorgt für Steifigkeit und Isolierung im Rigg, während das Gewicht für eine 35-Fuß-Fahrtenyacht überschaubar bleibt. Unter der Wasserlinie ist das Boot mit einem Bulbkiel ausgestattet, der laut der Originalbeschreibung für einen sanften Übergang durch die Wellen sorgt. Mit Flossenkiel, Spatenruder, einem Tiefgang von 5 Fuß und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 185 ist der Rumpf eine strömungsgünstige Form, die von einer sportlicheren Schwester abgeleitet wurde. Dies verleiht der Fahrtenyacht unter ihrem voluminösen Deck einen leichten, agilen Charakter. (1)
Rigg und Handhabung
Das Slup-Rigg ist als Masttopp-Konfiguration mit Rollgroßsegel und Rollgenua ausgeführt, was die damalige Rezension als sehr einfaches Aufriggen lobte. Dieses Rollsystem eignet sich hervorragend für das Segeln mit kleiner Crew und unterstreicht die Identität des Bootes als handliche Fahrtenyacht für Küsten- und mittlere Reviere. Unter Segeln erreichten Probefahrer bei gutem Wind leicht 7 Knoten und im Fahrtensegeln sogar 10 Knoten. Das gleiche Leichtgewicht, das die Geschwindigkeit begünstigt, kann zum Nachteil werden: In Kombination mit einem schwächeren Motor als bei einigen späteren Oceanis-Modellen leidet die Leistung bei leichtem Wind. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Oceanis 351 für das Leben im Sonnenschein und angenehmes Ankern mit einem offenen Salon und einem geschmackvollen, klassischen Interieur ausgestattet. Das Boot bietet eine volle Stehhöhe von 1,9 Metern und einen U-förmigen Salon, um den sich die Pantry über die gesamte Länge erstreckt. Die Schlafplätze umfassen eine Eignerkabine im Vorschiff und zwei gleich große Achterkabinen, jeweils mit großen Kleiderschränken. Natürliches Licht kommt durch vier Bullaugen im Rumpf und Deck sowie ein Fenster über der Spüle. Die Plicht bietet zusätzlich eine Kühlbox unter dem Tisch, und die Heckplattform ermöglicht einfachen Zugang zum Baden. Die Beneteau ist komfortabel für Langstreckentörns, was durch die großzügig dimensionierte Kabine und die offenen Gemeinschaftsbereiche bestätigt wird. (2)
Bekannte Probleme
Einige Eigner berichten von Osmoseproblemen beim Oceanis 351, insbesondere Blasenbildung an den Kielverbindungen und am Ruder. Dies ist das einzige dokumentierte kosmetische bis strukturelle Problem, das in Eignergeschichten auftaucht, und rechtfertigt eine genaue Inspektion dieser beiden Komponenten bei jedem potenziellen Boot. (1)
Das Fazit
Die Oceanis 351 ist eine von Berret entworfene Fahrtenyacht, die einen schnellen Rumpf aus der First 35.7 übernimmt und ihn mit einem geräumigen, sonnenorientierten Deck veredelt. Sie segelt bei Wind effizient, fühlt sich in rauem Wasser sicher an und bietet in ihrer Größenklasse ein seltenes Drei-Kabinen-Layout mit voller Stehhöhe. Der Kompromiss sind mäßige Leichtwindleistungen mit dem kleineren Motor sowie ein anfälliges Profil im Bereich von Kiel und Ruder, das beim Kauf gründlich untersucht werden sollte.
Vorteile
- Der gemeinsame Rumpf mit geringem Widerstand des First 35.7 sorgt für lebendige Segeleigenschaften
- Die vollwertige Pantry und der U-förmige Salon schaffen ein offenes, geselliges Innenraumkonzept
- Zwei gleich große Achterkabinen plus Eignerkabine im Vorschiff mit vollem Stehhöhen von 1,9 m
- Rollgroßsegel und Rollgenua vereinfachen das Aufriggen mit kleiner Crew
- Gutes, solides Gefühl bei rauer See und starkem Wind
Nachteile
- Die Leichtwindleistung leidet unter dem weniger kraftvollen Motor
- Berichte von Eignern über Osmoseblasen an Kiel und Ruderblatt









