Design und Konstruktion
Die X5 Plus ist das Ergebnis eines bewussten Gewichtsreduktionsprogramms und nicht einer rein kosmetischen Überarbeitung. Die Werft reduzierte das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) des Originalbootes von 144 auf 126. Durch die kombinierten Maßnahmen – neu gestaltete Verbundstoffschotten, ein anderes Fensterdesign, modifizierte Maststützen und ein feinerer Vorschiffseintritt – wurde das Boot im Wasser um fast drei Zoll höher gebracht. Dadurch kann es mehr Ausrüstung und Proviant transportieren, ohne dass dies die Segeleigenschaften beeinträchtigt. Rumpf und Deck sind komplett im Vakuumverfahren infundiert und mit Divinycell-Schaumkern sowohl oberhalb als auch unterhalb der Wasserlinie laminiert. Der geschwungene Heckkorb fasst das laufende Gut. Gute Handläufe sind im gesamten Boot für sicheren Bewegungsspielraum im Seegang vorhanden. (1)
Rigg und Handhabung
Die Modifikation des Riggs erhöhte die Segelfläche und brachte spürbare Leistungsgewinne bei leichtem Wind, wobei ein Bugspriet für größere Vorsegel hinzugefügt wurde. Das Standardboot trägt ein Square-Top-Großsegel, eine Arbeitsfock, eine Genua und einen Code Zero auf elektrischen Rollanlagen; bei schlechtem Wetter kann die Crew die Segelfläche reduzieren, die Selbstwendefock setzen und das gesamte Boot von innen über der Steuerkonsole bedienen. Testsegler befanden das Steuer-Layout funktional, mit allen Leinen logisch in Reichweite von Fußbetätigten Elektrowinschen angeordnet, um das Einrollen und Ausrollen zu minimieren. Die hydraulische Lenkung gibt keinerlei Rückmeldung, was typisch für einen so ausgestatteten Katamaran ist, dennoch ging das Boot unter jeder Segelkombination leicht über die Welle und beschleunigte schnell in Böen. An einem Herbsttag in Annapolis bei Windstärken von 8 bis 12 Knoten lieferte der X5 Plus mehr als 60 Prozent der Brise als Bootsgeschwindigkeit, und das bei zehn Personen an Bord, einer großen Dogge und voller Fahrtausrüstung. Unter Motor bringen zwei 80-PS-Yanmar-Motoren sie auf 9,8 Knoten bei 2.500 U/min und eine Standardfahrt von 8,5 Knoten bei 1.900 U/min, wobei der Geräuschpegel im Fahrbetrieb bei 56 dBA liegt – das entspricht normalem Gesprächston. Der Wendekreis beträgt etwa 1,5 Bootslängen ohne Einsatz der Differentialmotoren, und das Boot stoppt und bremst berechenbar. (1)
Unterbringung
Das Testboot zeigte ein Drei-Kabinen-Layout, bei dem der gesamte Steuerbordrumpf einer Eignersuite gewidmet ist, während der Backbordrumpf zwei weitere Kabinen beherbergt. Alle Kabinen sind dank einer einzigartigen Fensterkonfiguration, die sie hervorragend belichtet, hell und einladend gestaltet. Sie verfügen über komfortable Kojen, reichlich Stauraum und eigene Nasszellen mit Dusche. Das Brückendeck bildet eine gemütliche Zone für das Zubereiten von Mahlzeiten, das Essen, den geselligen Austausch und die Navigation. Die Pantry ist mit den Geräten, Bereichen und Stauräumen ausgestattet, die eine segelnde Familie benötigt.
Systeme und Eignerschaft
Eine Überarbeitung des elektrischen Systems führte zu einem 24-Volt-System, das von einer Solaranlage mit 2,3 kW – fast das Dreifache des Originals – und 22 kWh Lithium-Ionen-Batteriespeicher gespeist wird. Dies ermöglicht es, Klimaanlagen und andere Verbraucher über Nacht ohne Generator zu betreiben und einen luxuriösen Lebensstil mit minimalem Generatorbetrieb zu unterstützen. Ein Regenwassersammelsystem speist den Wassermacher und die Tanks. Jede X5 Plus meldet ihren Zustand im Detail an die Werft, sobald sie im Internetbereich ist, und die Werft antwortet mit den entsprechenden Wartungsaufgaben und Anweisungen; neue Eigner erhalten zudem eine standardmäßige zweiwöchige Schulung.
Das Fazit
Der Xquisite X5 Plus veredelt einen bewährten Fahrtenkatamaran zu einem leichteren, selbstversorgenderen Langstreckensegler. Seine Konstruktion und Systemtechnik zielen genau auf das von Eignern geforderte Profil für Langstreckenfahrten ab, und die praktischen Tests zeigen ein Boot, das sowohl unter Last als auch vor Anker hervorragende Leistungen erbringt.
Vorteile
- Die leichtere Generation hat das D/L-Verhältnis auf 126 reduziert und liegt fast drei Zoll höher im Wasser
- Das 24-Volt-System mit 2,3 kW Solaranlage und 22 kWh Lithium unterstützt die Klimaanlage über Nacht ohne Generator
- Square-Top-Großsegel plus Code Zero auf elektrischen Rollanlagen mit logischer, mit Fußwinch bedienbarer Steuerung
- Zwei 80-PS-Yanmar-Motoren fahren leise mit 8,5 Knoten; berechenbares Rückwärtsfahren und enge Wendemanöver
Nachteile
- Die hydraulische Steuerung bietet keinerlei Rückmeldung am Ruder
- Das schwere Proviantieren und die Abhängigkeit von Systemen setzen eine ständige Internetverbindung für den Hersteller-Support voraus

