Design und Konstruktion
Die 595 basiert auf Oysters bewährtem Mittelcockpit-Layout mit einem flachen Vordeck, einem markanten Bugspriet und einem Spiegel, dessen Badeplattform wie ein kleiner Balkon wirkt. Humphreys entwarf den Rumpf gemeinsam mit der kleineren Oyster 565. Die 595 bietet 14 % mehr Innenraumvolumen als diese Schwester, gepaart mit leicht höheren Segelflächen- und Ballastverhältnissen. Strukturell nutzt Oyster aktuell monolithische, carboninfundierte Konstruktionen, die Lloyd’s-zertifiziert sind und zwar teuer, aber für mehr Steifigkeit sorgen, während ein Aluminium-Gitterrahmen die Bodenwrangen verstärkt. Zwillingsruder bieten hervorragenden Grip, signalisieren jedoch deutlich die Last; die Ruderblätter sind so konstruiert, dass sie bei einer schweren Kollision brechen können, wobei auf jeder Seite des Ruderschafts eine wasserdichte Schott verläuft. Es stehen zwei Kieloptionen zur Verfügung: ein Standard-Foil oder ein Schwert, das einen geringeren Tiefgang ermöglicht. (1)
Rigg und Handhabung
Ein kraftvoller, massiver Segelplan wird durch einen hydraulischen Baumniederholer, Rollanlagen, elektrische Winschen und ein Rollgroßsegel mit hervorragenden vertikalen Salingen gebändigt, während zwei Steuerstände die riesige Plicht ausgleichen. Das Boot ist für ein Paar konzipiert, das es dank Hydraulik und Knopfdruckbedienung für den Großteil des Segelns und Manövrierens problemlos bedienen kann. Bei der Testfahrt von Hull Nr. 1 lief sie hoch am Wind bei 8,9 Knoten Wind in 5–8 Knoten Windgeschwindigkeit. Unter Motor erwies sie sich als eines der leisesten Boote, die der Tester je erlebt hatte, mit einer erstaunlichen Isolierung des Maschinenraums, und beim Gleiten am Wind unter Segeln war kein Knarren oder Ächzen zu hören. Ein fester Wellengenerator zwischen Kiel und Ruder erzeugte ab einer Windgeschwindigkeit von 9 Knoten oder mehr konstant 20 Ampere.
Unterbringung
Mehrere Innenraumaufteilungen sind möglich, wobei eine Eignerkabine achtern als Standard oder die Eignerkabine im Vorschiff als Alternative angeboten wird; die achtere Version zeigt doppelte vertikale Rumpfluken und eine Stehhöhe von 1,90 m (6 ft 3 in) im vorderen Bereich, während die vordere Kabine hervorragende Deckenscheiben nutzt. Die mittschiffs liegende Standardkabine bietet zwei Kojen. Der Innenausbau und die Schränke sind in Kirsche, Ahorn oder Eiche erhältlich, wobei das Testboot in hellem Eichenholz gezeigt wurde, obwohl auch Teak, Esche oder Walnuss angeboten werden. Ein Salontisch mit aufklappbaren Flügeln, hinter denen sich Intarsien zeigen, gehört zum Standard. Eine Pantry im Durchgang ist hervorragend gelöst und bietet eine praktische Längsaufteilung sowie serienmäßig einen großen Kühlschrank, Gefrierschrank, Mikrowelle, Herd, Backofen und Dunstabzugshaube; Geschirrspüler, Wasserspender, Waschmaschine mit Trockner, Weinkühlschrank und ein Wasserhahn für sofort kochendes Wasser sind Optionen. Sieben relativ steile Niedergangsstufen führen nach unten, und der Navigationstisch ist in 45-Grad-Winkel positioniert.
Ausrüstung und Systeme
Die Standardausrüstung ist stark auf Autarkie und einfache Handhabung ausgerichtet: einziehbare Bug- und Heckstrahlruder, ein Generator, Hydraulik, ein Guardian Angel Touchscreen und Beleuchtungssystem, eine digitale C-Zone-Schalttafel im Zentrum der Elektronik, 130 m Edelstahlkette mit Deckspüler und ein integriertes Sprit-/Klampensystem. Eine einziehbare Teleskop-Beckengarage eignet sich hervorragend für Liegeplätze im Mittelmeer. Die begehbare Maschine mit angrenzendem Arbeitsraum, ein hervorragender Segelschrank und eine großzügige Backskiste runden die praktische Ausstattung ab.
Das Fazit
Die Oyster 595 ist eine durch und durch moderne 30-Tonnen-Fahrtenyacht, die die Angst vor „zu groß für den Umgang“ mit Systemen zum Knopfdruck bedient und einem steifen, leisen Rumpf begegnet. Ihr Volumen, das geringe Gewicht und die kinderleichten Bedienelemente machen längere Törns für zwei Personen absolut machbar, während das Schwert und die Doppelruder-Systeme echte Blauwasser-Ambitionen zeigen.
Vorteile
- Paar-gesteuerte Bedienung über Hydraulik und Tastenbedienung
- Lloyd’s-zertifizierte, karboninfundierte Struktur mit wasserdichten Ruderwänden
- Leise unter Motor und Segel dank erstaunlicher Motorisolierung
- 14 % mehr Volumen als die 565 mit verschiedenen Kabinenaufteilungen
Nachteile
- Steiler, siebengängiger Niedergang zum Unterdeck
- Das Schwert wurde nur bei drei der ersten 16 bestellten Boote mitgeliefert



