Design und Konstruktion
Crealock übernahm die bewährte Formel des Langkiels und der schweren Verdrängung der Westsail 32 und fügte einen Kanuheck hinzu, während dem neuen Rumpf im Achterschiff mehr Fülle verliehen wurde als der 32 mit ihren Spitzgattern. Das Ergebnis ist ein 42 Fuß 11 Zoll langes Boot bei einer Wasserlinienlänge von 33 Fuß 4 Zoll, das mit 11.000 Pfund Ballast bei einer Gesamtverdrängung von 31.500 Pfund und einem Tiefgang von 5 Fuß 8 Zoll ausgestattet ist. Der Rumpf selbst ist in zwei Teilen gebaut, wobei jede Hälfte aus 12 handaufgelegten Lagen von Glasfasergewebe und -matte besteht, die mit Klebstoff verklebt sind. Die Verbindung von Rumpf und Deck erfolgt über eine zwei Zoll dicke Flanschplatte, die an der Kimm einlaminiert ist. Das Decksformteil ist mit einem Kern aus halben Zoll Sperrholz versehen, und sowohl Deck als auch Rumpf durchlaufen einen einmonatigen Aushärteprozess, in dessen Verlauf eventuelle Mängel ans Licht kommen würden. Die drei Teile des Bleiballasts wurden gegossen, mit einer Mischung aus Kleber und Asbest eingebettet und anschließend mit Glasfaser überzogen. Ein Jahr nach der 42 wurde die Westsail 43 aus denselben Rumpfformen als Variante mit achterem Cockpit vorgestellt. (1)
Rigg und Handhabung
Sowohl das Ketsch- als auch das Kutterrigg wurden angeboten, wobei das Kutterrigg die häufigere Konfiguration war. Der Kutter trägt 961 Quadratfuß Segelfläche und hat eine Brückendurchfahrtshöhe von 60 Fuß, während die Ketsch 1.081 Quadratfuß Segelfläche bei einer Durchfahrtshöhe von 57 Fuß 4 Zoll aufweist. Das Ketsch-Rigg bietet eine große Auswahl an Segelkombinationen und macht das Segeln mit kleiner Crew zum Kinderspiel – ein Vorteil, der besonders von Crews geschätzt wird, die mit minimalem Personal segeln. Ein inneres Vorstagsegel ist mit einem Clubfoot (Klemmklau) ausgestattet. Unter Segeln ist das Boot lebendig, seegängig und stabil. Mit beiden Segelplänen lässt es sich in allen Wetterbedingungen leicht trimmen und ausbalancieren. (1)
Unterbringung
Als Mittelcockpit-Boot konzipiert, wurde die Westsail 42 mit dem Leben an Bord auf Langstrecken im Sinn entworfen und bietet unter Deck reichlich Stauraum. Das Volumen unter Deck spiegelt dieses Konzept wider: Da die Achtersektionen voller sind als bei der 32, bietet der Rumpf die Art von Lagerkapazitäten, die ein segelndes Paar für längere Törns benötigt, nicht für Wochenendtörns an der Küste.
Eigentumsverhältnisse und Geschichte
Die Westsail Corporation beantragte 1977 Insolvenz – ein Opfer der schlechten Wirtschaftslage und konventioneller Geschäftspraktiken –, doch die Marke wurde gerettet und bis 1979 als Westsail International weitergeführt. Jomarco, eine Yachtwerft in Santa Ana, Kalifornien, kaufte die Formen für die Modelle 42 und 43 und setzte mit einer kleinen Produktionsserie fort; Westsail stellte zwischen 1974 und 1979 die Rümpfe 1 bis 116 her, während Jomarco die Rümpfe 117 bis 119 fertigstellte. Die Boote sind mit einem Perkins 4-236 Dieselmotor mit 85 PS als Hilfsmotor ausgestattet. Der Fernsehmoderator Walter Cronkite kaufte sich eine Westsail 42 – ein Beleg für den hohen Ruf des Modells bei zeitgenössischen Käufern.
Das Fazit
Die Westsail 42 ist eine speziell für Langstrecken konstruierte Fahrtenyacht aus der Blütezeit der Westsail-Ära, die kompromisslos von einem Designer mit völliger Freiheit entworfen wurde. Ihr zweiteiliger, handaufgelegter Rumpf, der einlaminierte Bleiballast und die monatelange Aushärtungszeit zeugen von einem ernsthaften Ansatz für strukturelle Integrität. Die Liveaboard-Layout mit Mittelcockpit und die großzügigen Stauräume eignen sich hervorragend für lange Passagen. Die Verfügbarkeit als Ketsch oder Kutter – wobei die Ketsch das Segeln mit kleiner Crew erleichtert – erweitert ihre Attraktivität nochmals.
Vorteile
- Von Crealock entworfene Langkiel-Fahrtenyacht mit Kanuheck und weiteren Hecksektionen als die 32
- Zwei-Sektor-Rumpf aus handaufgelegtem GFK mit laminiertem Flansch-Rumpf-Deck-Verbindungsteil und Bleiballast, in drei eingegossenen Teilen gegossen
- Mittschiffs-Kokpit-Interieur für das Wohnen an Bord mit großzügigem Stauraum unter Deck
- Optionen für Kutter- oder Ketsch-Rigg; die Ketsch vereinfacht das Segelhandling mit kleiner Crew
- Stabil, leicht auszubalancieren und seetüchtig unter Segeln
Nachteile
- Die schwere Verdrängung und die moderate Segelfläche sind eher für Langstrecken als für Geschwindigkeit geeignet
- Wurde sowohl als Bausatz als auch als fertiges Boot verkauft, sodass sich die Fertigungsqualität von Rumpf zu Rumpf unterscheiden kann
- Die Produktion war über die 1970er Jahre hinweg zwischen Westsail und Jomarco aufgeteilt









