Design und Konstruktion
Die Clipper 42 ist auf einem massiven GFK-Rumpf mit Langkiel und angehängtem Ruder gebaut. Sie trägt 9.000 Pfund Bleiballast bei einer Verdrängung von 23.500 Pfund, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 38,3 führt. Das Deck besteht aus massivem GFK, und das Boot ist mit einem Teakdeck überzogen, um die Holzyachten jener Ära nachzuempfinden. Die Schotten sind einlaminiert (tabbed) im Rumpf. Die hölzernen Außen- und Innenverkleidungen der 42 verleihen ihr das Aussehen eines Holzboots, obwohl die Struktur darunter aus Glasfaser besteht. Die 42 gilt als einer der frühen Pioniere des GFK-Bauens. (1)
Rigg und Handhabung
Die 42 ist eine Ketsch mit Holzmasten und einem im Familienstil gehaltenen Stagsegel-Ketsch-Rigg; die 36 trägt ein Kutter-Ketsch-Rigg mit Yankee, Stagsegel, Großsegel und Besan, und sowohl die 36 als auch die 42 konnten mit einem Stagsegelschooner-Rigg bestellt werden. Das Großsegel verfügt über Rollfock statt des modernen Jiffy-Reffs. Eigner, die an Practical Sailor schrieben, raten davon ab, das Rollgroßsegel auf der 42 zu benutzen. Unter Segeln zeichnet sich der Rumpf und das Segeldesign durch die eines robusten Fahrtenboots aus, das Ozeane überqueren und die harten Schläge des Ankers im Seegang vertragen kann. Es läuft jedoch nicht sehr gut Höhe am Wind, da es versucht, langsam zu segeln, und ein Eigner fand es schwierig, das Ruder auszubalancieren. Die Clipper-Serie mit Langkiel läuft schlecht rückwärts – eine Eigenschaft, die sie mit dem Propeller-Layout der 36 teilt. (1)
Unterbringung
Cheoy Lee bot die 42 mit drei verschiedenen Innenraumaufteilungen an, und ein Eigner bemerkte, dass viele Leute das große Badezimmer in seinem Boot lobten. Dies zeigt, wie großzügig das WC je nach gewählter Aufteilung ausfallen kann. Die Clipper 42 konnte ganz nach den Wünschen des Käufers individualisiert werden, was die bewährte Praxis der Werft für flexible Innenräume fortsetzt. Der vollholzverkleidete Innenraum ist fein gearbeitet, im Stil der luxuriösen Teak-Broschüre der 36, mit Holzverkleidung innen und außen. Die Belüftung der 36 erfolgte über ein Teak-und-Plexiglas-Sonnensegel, eine vordere Luke, fünf Lüfterhauben auf der 42 und zwei Dorades – ein Konzept, das die 42 durch ihre zusätzliche Lüfterhaube fortsetzt.
Bekannte Schwachstellen
Der häufigste Mangel bei diesen Booten ist Wassereintritt. Ein Eigner berichtete, dass er noch nie ein Cheoy Lee ohne Wasserschäden an den Innenverkleidungen gesehen habe, die durch Lecks im Deck verursacht wurden, insbesondere an den Püttingen und Luken. Da der Decksaufbau mit Holzverkleidung versehen ist, läuft das Wasser dahinter herab und tropft an anderer Stelle heraus, was den tatsächlichen Ursprung des Lecks verdeckt und das Holz unsichtbar verrotten lässt. Der Zugang zum Motor auf der 42 ist laut Berichten der Eigner praktisch unmöglich, was Reparaturen unter Deck erschwert. Die 42 verfügt über eine zusätzliche Notpinne, die durch den Boden der Plicht direkt achterlich des Steuerständers geführt wird und mit einem Griff ausgestattet ist – im Gegensatz zu einigen 36er-Modellen, die keine Notrudervorrichtung hatten. Eine weitere Einschränkung ist das Fehlen von Befestigungsmöglichkeiten für Davits, Beiboot, Solarpaneele, Windgenerator, Cockpitschutz, Heckanker oder Gasflaschen, ohne die Linien des Bootes zu verfälschen.
Refits und Unterhalt
Eigner berichten, dass die 42 mit einem Perkins 4-108-Motor ausgestattet war, der 5,5 Knoten bei 1400 U/min lief und etwa drei Viertel einer Gallone pro Stunde verbrauchte – mit ausreichend Leistung gegen starke Strömungen in Flussmündungen oder Marinas. Die Stopfbuchse ist durch die Backskisten im Cockpit leicht zugänglich und bietet genügend Platz zum Arbeiten, was ein seltener Lichtblick gegenüber den oft kritisierten Motorzugängen ist. Angesichts der bekannten Undichtigkeiten muss im Budget für den Unterhalt unbedingt das Sanieren der Püttinge und das Neuabdichten der Luken einkalkuliert werden. Zudem ist ein Umbau des Rollgroßsegels auf ein klassisches Bindereff ratsam.
Das Fazit
Die Clipper 42 ist eine schöne, robust gebaute Luders-Ketsch mit echten Hochseepapieren und einem individuell gestaltbaren, mit Teakholz ausgekleideten Innenraum. Sie ist jedoch eine langsame, anfangs rank wirkende Fahrtenyacht mit Langkiel, die beim Rückwärtsfahren Schwierigkeiten macht. Ihr traditionelles Rigg und der versiegelte Motorraum erfordern ein geduldiges Eingehen auf die Wünsche des Eigners. Die Leckagen sind chronisch und schwer zu lokalisieren, und ihre sauberen Decks bieten keinen Platz für moderne Ausrüstung.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit Bleiballast und hochseetauglicher Konstruktion
- Drei Layout-Optionen mit individuell anpassbarem, teakreichen Interieur
- Hilfs-Pannenpinne und gut zugängliche Stopfbuchse
- Der Perkins 4-108 bietet ausreichend Motorleistung und Wirtschaftlichkeit
Nachteile
- Chronische Decksundichtigkeiten durch verrottetes Gitter und verdeckte Rumpfverkleidungen an Püttingen und Luken
- Fast kein Motorzugang für routinemäßige Wartung
- Rollgroßsegel ist unpraktisch; schwache Leistung am Wind und beim Rückwärtsfahren
- Keine Montagepunkte für Beiboot, Solarpaneele oder Sicherheitsausrüstung ohne Kabel zu beschädigen









