Design und Konstruktion
Die Westsail 43 ist um einen massiven GFK-Rumpf mit einem langen, durchgehenden Kiel und einem angehängten Ruder gebaut – eine Konfiguration, die Agilität gegen Kursstabilität und Schutz bei Grundberührungen eintauscht. Bei einer Verdrängung von rund 31.500 Pfund und 11.000 Pfund Bleiballast fällt das Boot im Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) mit etwa 380 in die Klasse der „ultraschweren Fahrtenyachten“. Nur 8 % vergleichbarer Entwürfe sind schwerer als diese Kategorie. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) liegt bei 35 %, was höher ist als die 27 % ähnlicher Segelboote, während das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) mit 3,30 für mehr Raum sorgt als bei 54 % aller anderen Entwürfe. Ihr Komfort-Ratio von 43,9 wird als komfortabler als bei 96 % ähnlicher Segelboot-Konstruktionen berechnet – ein Wert, der zu der Masse und der breiten Rumpfform passt. Sie trimmt bei etwa 1.509 Pfund pro Zoll Tiefgang, sitzt also tief im Wasser und verändert ihren Trimm unter Last nur sehr langsam. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg trägt mehr Segelfläche als die Hälfte aller ähnlichen Segelboote, und der Segelplan ist eher konservativ als sportlich. Mit dem Referenzsegel nach ISO 8666 liegt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) bei 15,2; mit einer 135 % Genua steigt es auf 18,1. Dennoch zeigt das SA/D-Verhältnis, dass sie bei leichtem Wind schneller ist als nur 12 % ähnlicher Segelboote. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,7 Knoten, bestimmt durch die Wasserlinie von 33 Fuß 4 Zoll. Das stehende und laufende Gut entspricht praktischen Maßen für Fahrtensegler: Die Fallen von Großsegel, Fock/Genua und Spinnaker sind alle 34,1 Meter lang und haben einen Durchmesser von 14 mm, während die Schoten zwischen 13,1 und 32,7 Metern Länge bei 16 mm Durchmesser liegen. Die benetzte Bodenfläche von etwa 462 Quadratfuß und der Langkieler sorgen eher für ein stabiles Kursverhalten als für eine schnelle Beschleunigung.
Unterbringung und Layout
Die Breite von 13 Fuß und die Wasserlinienlänge von 33 Fuß der Westsail 43 ergeben ein voluminöses Innenraumvolumen, das typisch für den Ansatz von Crealock Westsail ist, wobei das Layout mit achterem Cockpit sie von der Westsail 42 unterscheidet. Das Kenterungsverhältnis von 1,65 und die komfortorientierten Kennzahlen deuten auf ein Boot hin, das für das Leben auf See und Langstreckenfahrten konzipiert ist, nicht für Küsten-Sprints. Ihr großer Rumpf und ihre schwere Bauweise bieten die Plattform für ausgedehnte Törns ohne unverhältnismäßigen Leistungsverlust, was angesichts der moderaten theoretischen Rumpfgeschwindigkeit bemerkenswert ist.
Bekannte Schwachstellen
Die bekannten Probleme betreffen vor allem die Leistungsgrenzen – einen Geschwindigkeitsmangel bei leichtem Wind und eine große Tiefgangsvarianz zwischen 1,73 m (5,68 Fuß) und 1,82 m (5,98 Fuß) abhängig von der Zuladung – und nicht Materialfehler.
Das Fazit
Die Westsail 43 ist ein bewusst altmodischer, extrem solide gebauter Kutter für Segler, die Komfort und Seetüchtigkeit über Geschwindigkeit stellen. Sie belohnt geduldiges Reisen und viel Gepäck mit einem Rumpf, der in den Kennzahlen zu den stabilsten und geräumigsten seiner Klasse gehört, verlangt jedoch vom Eigner, sich mit mäßigen Leichtwindleistungen und dem Tiefgang eines Langkiels abzufinden.
Vorteile
- Extrem schwerer Fahrtenyacht-Bau mit hoher Komfort-Ratio (komfortabler als 96 % ähnlicher Konstruktionen)
- Langer Langkiel mit angehängtem Ruder für hervorragende Kursstabilität
- Kutterrigg mit großzügigen Riggmaßen für den Einsatz auf See
- Raumgreifender, breiter Rumpf (geräumiger als bei 54 % vergleichbarer Entwürfe)
Nachteile
- Langsam bei leichtem Wind (schneller als nur 12 % ähnlicher Segelboote unter dem SA/D-Verhältnis)
- Tiefer Tiefgang, der je nach Beladung bis auf fast 6 Fuß variieren kann
- Weniger als 100 gebaut









