Design und Konstruktion
Salona baut die 46 mit vakuuminfundierten Laminaten und Vinylesterharzen. Unter der Wasserlinie trägt das Boot einen klaren Gelcoat, sodass das darunter liegende GFK optisch inspiziert werden kann. Zudem wird ein Edelstahlrahmen im Rumpf verklebt, um die Lasten von Kiel, Mast und dem vakuuminfundierten Rigg aufzunehmen. Das Anheben der Bodenbretter des Salons zeigt diesen Rahmen, durch dessen Mitte der Kiel mit zehn M30-Bolzen gesichert ist, während eine geformte Verstärkung vom Rahmen über das Überwasserschiff bis zu den Püttingen verläuft. Der Rumpf hat kurze Überhänge für eine lange Wasserlinie und einen leicht geneigten Heckspiegel, was ihm ein zeitloses Aussehen verleiht. Der Vorsteven steht einige Grad abweichend von der Vertikalen, ist an der Wasserlinie schmal, aber hoch genug an Deck, um die Rollanlage unter das Deck zu schieben. Ein wasserdichtes Schott befindet sich sowohl am Bug als auch am Heck. Unter der Deckslinie sind die einzigen geformten Innenschalen die der Nasszellen, was den Zugang zum Rumpfinneren erleichtert und ermöglicht, dass die Schotten sauber einlaminiert werden können, während die geformten Deckenverkleidungen die luftgefederten Schotten aufnehmen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 46 trägt dieses hochgradig fraktionierte Rigg mit einem Minimalüberlappungs-Vorsegel und einem durchgesteckten Seldén-Mast; die Trimmung wird über einen hydraulischen Rutscher oder zwei Dyneema-Backstagen mit Kaskade eingestellt. Ein Traveller über die gesamte Breite ist in den Plichtboden zwischen den Winschen und den Steuerständen eingelassen. Lewmar 45 Selbstfierer sorgen für die nach achtern geführten Großschoten im deutschen Stil, ein Paar Lewmar 50 an den Sülls bedient das Vorsegel, und ein weiteres Paar 45 befindet sich auf dem Kajütdach, wobei die vordere Großfall oft als elektrische Anlage aufgerüstet ist. Auf dem Wasser drehen sich die relativ tiefen Jefa-Ruderblätter mit einer großen Wirkungsdrehzahl locker unter 1,5 Umdrehungen, und das tiefe Spatenruder sorgt dafür, dass das Boot auch bei provozierendem Wind gutmütig bleibt, wie das Magazin Yachting Monthly in seinem Test feststellte: „Das tiefe Ruder machte das Boot gutmütig.“ Ein einzelnes tiefes Ruderblatt mit einer ausgewogenen Rumpfform bietet reichlich Grip und Rückmeldung über das Rad, die ein Doppelruder vermissen lassen kann. Fußstützen klappen aus dem Plichtboden hoch, um eine Crew am Luv zu sichern, und das massive hölzerne Fußteil ist achtern der Püttinge entlang abgesenkt und abgeflacht, um bequemes Ausreiten zu ermöglichen. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist das Layout hell und luftig, serienmäßig im hellen europäischen Eichenholz ausgeführt. An den Längsseiten unter den Fenstern sowie über dem Niedergang gibt es runde Handläufe, und die Niedergangsstufen sind mit abgeschrägten Kanten für sicheren Halt versehen, auch wenn die Rutschfestigkeit etwas besser sein könnte. Zwei Doppelkabinen achtern sind Standard, wobei im Mittschiff Platz für einen Generatorraum vorhanden ist. Der Kartentisch ist auf der kleineren Seite und am achteren Ende der Koje im Steuerbordsalon montiert – ein Kompromiss, den Puristen bedauern mögen. Ein abnehmbarer Tisch mit klappbaren Blättern und einem Edelstahlrahmen dient gleichzeitig als zentraler Handlauf oder Fußstütze.
Motorisierung, Antrieb und Optionen
Ein Yanmar mit 57 PS ist serienmäßig und trieb das Testboot bei vollem Wind auf fast 9 Knoten sowie bei komfortablen 1.600 U/min auf 6,7 Knoten an – übergetrieben über einen Saildrive und einen Faltpropeller (Standard sind zwei Flügel, wie im Testboot auch drei). Für diejenigen, die es elektrisch bevorzugen, bietet ein von Oceanvolt in Finnland entwickeltes System elektrischen Antrieb mit Hydro-Erzeugung unter Segeln. Dem Testboot wurde ein ausfahrbarer Bugstrahlruder angebracht, und der Deckskasten achterlich des vorderen Wasserschotts fasst Strecktaue, Fender sowie ein oder zwei Downwind-Segel.
Das Fazit
Die Salona 46 ist eine durchdachte Performance-Fahrtenyacht, die ein solides Bodenrahmen- und Kielkonstrukt mit einem sportlichen, aber gut zu handhabenden Rigg sowie einem aufgeräumten, zugänglichen Innenraum verbindet. Sie ist gebaut für Segler, die direktes Feedback und Geschwindigkeit suchen, ohne auf das feinfühlige Ruderverhalten eines Einrumpfbootes und traditionelle Hecklinien verzichten zu wollen.
Vorteile
- Edelstahl-Innengestell mit zehn M30-Kielbolzen und verstärkten Püttingen im Überwasserschiff
- Klare Gelcoat-Struktur unter der Wasserlinie für eine einfache Inspektion des Laminats
- Direktes Jefa-Steuergefühl mit einem tiefen, gutmütigen Einzelruder
- Langgezogener Rumpf mit kurzen Überhängen und schmaler Wasserlinienbreite für optimale Leistung
- Lichter, zugänglicher Innenraum mit serienmäßigen Doppelkojen achtern und Eichenausbau
Nachteile
- Die rutschfeste Decksoberfläche ist weich unter den Füßen
- Die Kartenmaschine ist klein und unhandlich platziert
- Keine Doppelruder oder Knickspant-Rumpf für Segler, die diese Erwartungen haben









