Design und Konstruktion
Die J/46 präsentiert einen schlanken, aerodynamischen Rumpf mit minimalen Überhängen und einem niedrigen Kajütaufbau, kombiniert mit einem hohen Längen-Breiten-Verhältnis, das dem 46-Fuß-Boot ein agiles, sportliches Profil verleiht. Eine große Auftriebsreserve im Vorschiff und eine bessere Balance der Auftriebsreserven an beiden Enden des Bootes helfen dabei, dass sich der Bug über die Dünung und großen Wellen hinwegschwingt, anstatt hindurchzupassen. Neue Kiel- und Ruderkonfigurationen tragen zu seiner Geschwindigkeit und Leichtgängigkeit bei, wobei ein moderner Bleibulbkiel und ein Spatenruder das Unterwasserschiff definieren.
Konstruktiv wird das Boot von TPI Technologies nach dem patentierten SCRIMP-Verfahren der Werft gebaut, bei dem für Rumpf und Deck eine infundierte Sandwichkonstruktion verwendet wird. Dieser Ansatz ermöglicht ein leichtes, aber dennoch robustes Boot, da das Laminat im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen einen deutlich höheren Glasfasergehalt und weniger Harz aufweist. Die Werft gab an, dass SCRIMP-Laminate sich im Test doppelt so stark wie konventionelle, handaufgelegte Konstruktionen erweisen. Der massive GFK-Rumpf und das Deck tragen 9.400 Pfund Bleiballast bei einer Verdrängung von 24.000 Pfund – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39 Prozent, das für die bemerkenswerte Stabilität des Bootes sorgt. (1)
Rigg und Handhabung
Ein Entwicklungsziel war eine hohe Segelleistung bei einem tiefen Segeldruckpunkt, um auch in rauer See gute Fahrt zu machen. Der Carbonmast – halb so schwer wie ein Aluminiummast – bot hierfür einen wesentlichen Beitrag. Mit einer 110-Prozent-Genua und voller Großsegel kann selbst eine kleine Crew das Boot bei starkem Wind hart segeln lassen. Steigt der Wind über 20 Knoten, rollt man einfach die Fock ein und segelt unter Vollgenua, wobei ab etwa 30 Knoten endlich gerefft wird. Die Basis-Konfiguration aus Großsegel und 100-Prozent-Genua ermöglicht eine erstaunlich einfache Handhabung und sichere Passagen unter den verschiedensten Bedingungen auf offenem Wasser.
Auf dem Wasser stellten die Testsegler des Magazins fest, dass die 46 gut unter nur einer Fock oder nur unter Großsegel segelte und bei mäßiger See keinerlei Tendenz zum Stampfen zeigte. Die Ruderlage ist bemerkenswert; das Boot braucht nur eine volle Umdrehung von einer Kante zur anderen. Die große, t-förmige Plicht trennt den Steuermann von der Crew, wobei der Großschot-Traveller mit seinen Bedienelementen direkt vor dem Steuerstand liegt und alle Fallen sowie Segelbedienungen nach achtern geführt sind, sodass das Großsegel aus der Plicht gefiert und geborgen werden kann. Zwei Lewmar 46 kontrollieren die doppelte Großschot, und Schotwinschen liegen griffbereit auf den konturierten Sitzen.
Unterbringung
Unter Deck ist die J/46 als praktische Fahrtenyacht aufgeteilt. Eine U-förmige Pantry an Backbord bietet dem Koch bei Seegang sicheren Halt mit einem Force 10 dreiflammigen Herd mit Backofen, tiefen Doppelspülen und einer großen Kühlbox (Kühlschrank optional). Gegenüber befindet sich eine Navigationsecke mit einer nach vorn gerichteten Sitzgelegenheit, einem großen Kartentisch mit klappbarem Deckel und einer Schalttafel hinter dem Kopf des Navigators. Eine U-förmige Sitzecke mit Tischplätzen bietet mindestens sechs Personen beim Abendessen Platz, wobei eine Wachkoje außenliegend positioniert ist.
Vorn verfügt die riesige V-Koje über eine zentrale Insel, Außenschränke und -regale, ein großes Decksluk sowie eine größere Nasszelle mit separatem Duschbereich an Backbord. Eine kleine Achterkabine unter dem Steuerbord-Süll bietet eine Doppelkoje, Schubladen und einen Kleiderschrank, ist jedoch kaum groß genug für längeren Aufenthalt. Der Salon ist luftig mit drei zu öffnenden Luken und guter Lüftung durch die Lukendeckel; das Testboot war mit Kirschbaumholz ausgestattet, obwohl Teak eine weitere Option darstellt. Beide Nasszellen nutzen leicht zu reinigende weiße Kunststoffoberflächen.
Bekannte Schwachstellen
Das Deck ist eines der am wenigsten überladenen, auf die der Tester traf, mit gutem Rutschfester und gut platzierten Edelstahl-Geflechtschoten, aber zwei praktische Nachteile traten zutage. Man muss durch die Speichen des teilweise eingelassenen 60-Zoll-Rades greifen, um den Gashebel für den Motor zu bedienen – eine unhandliche Bewegung auf engem Raum. Und die Steuerbord-Achterkabine ist zwar praktisch für Stauraum oder kurze Gästeaufenthalte, aber zu klein, um darin auf längeren Passagen komfortabel zu leben.
Das Fazit
Die J/46 ist eine durchdacht konstruierte Performance-Fahrtenyacht, die ihre J/44-Abstammung würdigt und gleichzeitig die Grenzen dessen aufzeigt, was ein 46-Fuß-Hochseeyacht mit kleiner Crew leisten kann. Ihre Infusionsgeformte Struktur, das ausgewogene Auftriebsverhalten und das Rigg mit tiefem Segeldruck sorgen für die hervorragende Leistung, den außergewöhnlichen Komfort auf See und die Fähigkeit, lange Törns komfortabel zu absolvieren, wie es die Designvorgabe verlangt.
Vorteile
- Infusionsgeformter SCRIMP-Rumpf und -Deck für eine leichte, starke Konstruktion
- Ausgewogene Reserveauftriebskraft und Bleibulbkiel sorgen für ein seetüchtiges, angenehmes Seeverhalten
- Carbonmast und steuerseitige Bedienelemente im Cockpit ermöglichen das Segeln mit kleiner Crew
- Luftige, sichere U-förmige Pantry und echte Sitzecke für sechs Personen
Nachteile
- Der Motorhebel, der durch die Speichen des Rades bedient wird, ist unhandlich
- Die Steuerbord-Achterkabine ist für längere Aufenthalte zu eng
- Nur eine werksseitige Ankerrolle geliefert









