Design und Konstruktion
Die 565 entwickelt das bewährte Oyster-Konzept mit Mittelcockpit und erhöhtem Deckssalon zu einer moderneren Aufteilung. In dieser Generation wurde das Cockpit nach achtern verlegt, sodass die Segel- und Loungebereiche klar getrennt bleiben. Der Cockpittisch und die Bänke sind im Vorschiff platziert, wo eine Sprayhood sie vor den Elementen schützt. Blue Water Sailing beschrieb das Boot als modern und gleichzeitig traditionell geprägt, und wies auf eine außergewöhnliche Sorgfalt bei der Verarbeitung, der Bauweise und dem Engineering hin. Die Plattform wird im Semi-Custom-Verfahren gebaut und lässt sich mit einer langen Liste von Optionen sowie Änderungen anpassen, um den Wünschen des Eigners gerecht zu werden. Der Rumpf trägt einen Bleiballast von knapp unter 15.000 Pfund in einem Bulbkiel mit Spatenruder, eine Breite von 16,8 Fuß und eine Verdrängung von fast 56.000 Pfund. (1)
Rigg und Segelhandling
Das Rigg ist ein einfacher 7/8-Slup mit einem Rollgroßsegel im Mast und einer 110-prozentigen Rollgenua, was das Segeln mit kleiner Crew leicht macht. Zwei Steuerstände positionieren den Rudergänger nahe der Wasserlinie, und alle Segelbedienungen sind im achteren Segelcockpit konzentriert, sodass die Crew das Boot bedienen kann, ohne den Loungebereich im Vorschiff zu stören. Ein inneres Vorstag kann für ein Stagsegel oder eine Sturmfock aufgetakelt werden, während ein festes Bugspriet ein großes Raumwindsegel trägt – und derselbe Spriet dient gleichzeitig als Ankerrolle, die für zwei Anker gleichzeitig ausgelegt ist. Das 7/8-Rigg mit einem moderaten Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von rund 19 deutet auf ein Boot hin, das eher für Kontrolle und Sicherheit auf See als für reine Geschwindigkeit ausgelegt ist.
Unterbringung
Unter Deck bietet die Standardaufteilung eine große Eignerkabine achtern mit eigener Nasszelle, einer umlaufenden Doppelkoje, einer kleinen Sitzecke und reichlich Stauraum. Vor dem Salon befindet sich eine Doppelkabine mit einer Pullman-Koje – bestehend aus einer oberen und unteren Einzelkoje – direkt achtern und an Backbord; diese beiden Kabinen teilen sich eine große Nasszelle auf der gegenüberliegenden Seite. Die alternative Aufteilung kehrt diese Hierarchie um: Die Eignersuite rückt nach vorn als geräumige Privatkabine mit einer zentralen Doppelkoje und einer L-förmigen Sofakoje, während zwei Achterkabinen achtern Doppelkojen bieten, die von der Seite und nicht vom Ende aus zugänglich sind – ein durchdachter Bruch mit der typischen Geometrie von Achterkojen. In beiden Versionen bleiben der Salon und die Pantry weitgehend unverändert.
Die Salondinette an Backbord bietet Platz für sechs Personen mit ein paar Klappstühlen, und die gegenüberliegende Sofakojüte dient auf Törns als komfortable Seekoje. Ein geräumiger, traditioneller Kartentisch achtern der Sofakojüte ermöglicht es dem Navigator, Karten auszubreiten, einen Laptop zu nutzen und Instrumente, Funkgeräte sowie Schiffssysteme zu überwachen. Die Pantry befindet sich im Durchgang nach achtern, wobei die Spülbecken fast auf der Mittellinie platziert sind, sodass sie bei beiden Winden ablaufen; ihnen gegenüber stehen ein großer Herd und Ofen, eine großzügige Arbeitsplatte sowie ein großer Kühlschrank und Gefrierschrank. Oyster beschreibt die Unterbringung als luxuriös, mit gut ausgestatteten Kabinen, hochwertigen Materialien und Stoffen, tiefen Luxusmatratzen, digitaler Bedienung und großzügigen, voll ausgestatteten Nasszellen mit elektrisch zu spülenden Toiletten.
Das Fazit
Die Oyster 565 ist eine durchdacht weiterentwickelte Deckssalon-Fahrtenyacht, die Segeln und gesellschaftliches Leben voneinander trennt, ohne dabei Abstriche bei einem der beiden zu machen. Ihre Semi-Custom-Flexibilität, der solide Ballast und die große Breite sowie das gut durchdachte Hochseegeschirr machen sie zu einer durchaus geeigneten Familien-Fahrtenyacht für Weltumsegelungen, während die Aufteilung – unabhängig vom Layout – die Qualität und die räumliche Logik liefert, die man von diesem Namen erwartet.
Vorteile
- Unterscheidbare Achtersegelplicht und geschützter Vorschiffsloungebereich
- 7/8-Slup mit Mastfurlung, Stagsegel/Sturmfock am inneren Vorstag und Möglichkeit zum Setzen des Bugspriets vor dem Wind
- Semi-Custom-Bauweise mit umfangreicher Optionenliste
- Zwei konsequente Layout-Varianten mit praktischen Seekojen und mittschiffs entwässernden Pantry-Spülen
- Luxuriöse, hochwertig ausgestattete Kabinen mit eigener, elektrisch zu spülender Nasszelle
Nachteile
- Die in der Mittellinie liegenden Pantry-Spülen und die Pantry im Durchgang können eine kochende Person auf See einschränken
- Das alternative Vorschiffsmaster-Layout verzichtet auf die private Eignerkabine achtern






