Design und Konstruktion
Über der Wasserlinie verwendet die 560 einen infundierten Balsakern mit multidirektionalen Glasfasern, um die Struktur stark zu halten und gleichzeitig das Gewicht zu begrenzen, während unter der Wasserlinie festes GFK gilt. Die resinfundierte Außenhaut bleibt bis zur Wasserlinie aus massivem GFK, wobei Balsa nur im Überwasserschiff und auf dem Deck zum Gewichtseinsparung eingesetzt wird. Isophthalsäure-/NPG-Gelcoat und Vinylesterharz widerstehen Blasenbildung. Längs verlaufende Kimmungen ziehen sich über die Rümpfe, und das Brückendeck folgt der „Gull-Wing“-Form von Lagoon – ein Ansatz des Konstrukteurs, um das Einsetzen in die Welle (Slamming) zu minimieren, ein Problem, mit dem alle Katamarane mehr oder weniger konfrontiert sind. Vertikale Salonfenster verleihen dem Boot sein charakteristisches Aussehen und bieten eine 360-Grad-Sicht vom Salon aus. (1)
Rigg und Handhabung
Die 560 ist mit einem Rigg mit drei Vorstagen und einem Park Avenue-Carbonbaum ausgestattet, optional mit einem Square-Top-Großsegel von 1.356 Quadratfuß und einer Rollgenua von 871 Quadratfuß; auch ein Code Zero von 1.506 Quadratfuß ist optional erhältlich. Alle Leinen laufen zu elektrischen Harken-Winschen auf beiden Seiten der Flybridge nahe einer großen Carbonautica-Kohlefaser-Radsteuerung, was die Segelbedienung extrem einfach macht. In Biscayne Bay setzten Testsegler das riesige Square-Top-Großsegel und rollten die Genua aus, beschleunigten bei 6,5 Knoten wahrem Wind auf 4,2 Knoten und schnitten mit einem riesigen Gennaker im Winkel von 75 Grad zum wahren Wind sauber durch das leichte Kabbelwasser, während sie fast so schnell wie der Wind liefen. Trotz einer Verdrängung von fast 70.000 Pfund bleibt das Boot sehr manövrierfähig. (1)
Unterbringung
Der Innenraum erstreckt sich über drei Ebenen mit einem voluminösen Layout mit vier oder fünf Kabinen und bis zu fünf völlig privaten Kabinen. Es wird eine seitliche oder zentrale Pantry angeboten; die L-förmige Pantry an Steuerbord verfügt über einen vierflammigen Propangasherd über einem großen separaten Ofen, eine doppelte Spüle und eine Geschirrspülmaschine achtern sowie einen Inselküchenblock mit einer kleinen Kühlbox und einem Flachbildfernseher. An Backbord umgibt Sitzplätze für acht Personen einen Esstisch, der auf Tischhöhe geklappt werden kann. Eine breite Schiebetür auf der Mittellinie öffnet den Salon nach draußen, und eine kleine Navigationsecke im Vorschiff bietet eine hervorragende Rundumsicht.
Der Steuerbordrumpf beherbergt eine Deckenhohe Weinkiste neben einem vollwertigen Kühlschrank mit Gefrierfach, gefolgt von einer Eignerkabine mit einer querschiffs angeordneten Doppelkoje, Einbauschranken und einer Nasszelle im Vorschiff sowie an Backbord. Die VIP-Kabine achtern im Backbordrumpf ist nur über die Plicht zugänglich und verfügt über eine Längs-Doppelkoje; die Backbord-Vorschiffskabine ist noch größer und lässt sich durch eine Schiebetür abschließen. In der Fünf-Kabinen-Version befinden sich zwischen den beiden Backbordkabinen obere und untere Einzelkojen sowie eine weitere Nasszelle. Drei separate Außenbereiche – Cockpit, Sonnendeck achtern und Flybridge – vervollständigen das Bild, wobei letztere mit dem Skipperbereich im Vorschiff und einer Sonnenliege im Achterschiff ausgestattet ist.
Antrieb und Systeme
Der Hersteller listet Twin-Motoren mit jeweils 110 PS auf, während in zeitgenössischen Tests Standard-Yanmar-Saildrives mit 75 PS und optionale Yanmar-Motoren mit 110 PS mit herkömmlichem Wellenantrieb und dreiflügeligen Flexofold-Propanen vorkamen. Eigner berichten von etwa 6,5 bis 7 Knoten bei 2.000 U/min mit einem Motor, der rund 1,3 Gallonen pro Stunde verbraucht, was eine Reichweite unter Motor von über 1.700 Meilen ermöglicht; das Motoren mit beiden Motoren bei 2.200 U/min lieferte fast 8 Knoten. Das Boot kann im Innenraum über Joystick-Steuerung, Autopilot und Drosselklappen bedient werden. Die im gesamten Boot installierten LED-Leuchten ziehen nur wenig Strom aus der 420-Ah-Verbraucherbank.
Das Fazit
Der Lagoon 560 ist ein durch und durch moderner Fahrtenkatamaran, der die spartanische Philosophie früherer Generationen gegen Wohnkomfort und einfache Handhabung eintauscht. Die Rumpf- und Rigg-Konstruktion von VPLP, kombiniert mit der Innenarchitektur von Nauta, erzeugt ein Boot, das größer wirkt als seine Länge und sich für 70.000 Pfund mit überraschender Agilität steuern lässt.
Vorteile
- Drei Ebenen mit bis zu fünf Kabinen, echten privaten Kammern und dem Gefühl einer Megayacht
- Gull-Wing-Brückendeck und massiver GFK-Unterwasserschiff für hervorragende Schlagfestigkeit und Blasenresistenz
- Einfache Segelbedienung über elektrische Winschen auf der Flybridge und volle Steuerung im Innenraum
- Starke Leichtwindleistung unter Gennaker; große Reichweite unter Motor mit Einbaumotor
Nachteile
- Der Steuerstand auf der Flybridge ist bei schwerem Wetter etwas ungeschützt
- Die Verdrängung von fast 31 Tonnen schränkt das Segeln bei leichtem Wind ohne Motorunterstützung ein
- Die VIP-Kabine achtern ist nur über die Plicht zugänglich, was die Privatsphäre vom Haupteinstieg her einschränkt


