Design und Konstruktion
Briands Rumpfform zeigt einen feinen Vorschiffseintritt, ein hohes Freibord, feste Schultern und eine weit nach achtern getragene Breite, während die Mittelsektionen bewusst flachbödig gestaltet sind, um das Innenraumvolumen zu maximieren. Der fast senkrechte Bug trägt zwei Bugrollen, und direkt achterlich der Ankerkiste platzierte das Konstruktionsbüro einen tiefen Segelschrank. Achtern ist der gerundete Heckspiegel mit Teak-Stufen zum Aufstieg ins Cockpit verziert, und das niedrige, elegante weiße Kajütdach liegt auf einem nach vorn geneigten Kajütaufbau mit gutem Gegenrutsch an den abgerundeten Ecken. Der Standardkiel ist ein 2,16 m langer, angebolter Bulbkiel, wobei auch eine flachere Version von 1,70 m und eine höhere Performance-Version als Gusseisen-Kiel von 2,36 m angeboten wurden. Die Rumpffarbe Kingston Gray fiel den Testern besonders auf, obwohl auch der standardmäßige weiße Gelcoat erhältlich war.
Rigg und Handhabung
Das Fahrtenboot ist mit einem konventionellen Aluminiummast mit zwei Salingen ausgestattet – im getesteten Exemplar ein Sparcraft-Stab –, kombiniert mit einer 140-prozentigen Genua auf einer Facnor-Rollanlage. Alle Leinen zur Segelbedienung sind nach achtern zu Fallstoppern und Winschen auf dem Kajütdach geführt. Das Rigg mit geringer Streckung ist ein Kinderspiel für das Segeln mit kleiner Crew, und die Großschot kann auf das Kajütdach oder, optional, über ein deutsches System geführt werden, das die vordere Plicht von arbeitenden Schoten befreit und die vorderen Winschen frei für die Fallen lässt. Die Oberwanten sind an den Püttingen des Rumpfes befestigt, während die Unterwanten an einer Beschläge neben dem Kajütaufbau enden. Tester stellten fest, dass sich das Boot nach Ausbalancieren von Vorsegel und Großsegel am Wind und auf raumen Kursen sehr komfortabel selbststeuern ließ, und ein Eigner beschrieb das Handling als absolut ruckfrei. Mit dem serienmäßigen 75-PS-Yanmar-Motor und der effektiven Schalldämmung gab es bei sieben Knoten nur ein leises Brummen und keinerlei Vibrationen. (1)
Unterbringung
Unter Deck platziert das Drei-Kabinen-Layout eine große Eignerkabine im Vorschiff mit einer Doppel-Inselbett-Koje, separaten Nasszellen mit Dusche und einem Schreibtisch an Backbord, während zwei Achterkojen eine gemeinsame Nasszelle nutzen. Eine vier-Kabinen-, vier-WCs-Version ersetzt den Schreibtisch und einen Teil der Navigationsecke durch zusätzliche Nasszellen und belässt die Dinette sowie die Längsküche unverändert. Der Salon ist riesig und bietet eine U-förmige Sitzecke für zehn Personen, eine Mittelbank, die dem Koch Halt gibt und gleichzeitig Sitzplätze für die Gäste bietet, sowie einen Weinkühlschrank, der rechts neben der Navigationsecke integriert ist. Die Pantry an Backbord erstreckt sich über die gesamte Schiffslänge und verfügt über eine doppelte Spüle, Kühlschrank und Gefrierschrank; das Testboot zeigte eine tiefe Doppelspüle und einen mit einem Deckel versehenen Doppelkühlschrank. Reichlich natürliches Licht strömt durch feste Rumpf- und Kajütaufbauten sowie fünf bis sechs Decksluken, und das Boot bietet außergewöhnlichen Komfort auf See oder vor Anker. Die beiden lederbezogenen Steuerstände und die mit Teakholz bezogenen Steuersitze sorgen für ein sicheres und komfortables Steuern.
Bekannte Schwachstellen
Ein Kompromiss, der durch die Kosten getrieben wurde, zeigte sich im flexiblen Vier-Kabinen-Entwurf: Eine hervorstehende Formung in der Eignerkabine dient als Aufnahme für die optionale vierte Bordwand und wirkt bei einem Boot mit drei Kabinen wie ein unvollendeter Mangel. In Bezug auf die Funktion offenbarte ein begutachtetes Exemplar raue Laminatstellen im Inneren des Rumpfes unter einer Paneele zum Zugang zum Salon sowie Wasser, das sich in flachen Bereichen um den Gaze-Filter der Bilgenwanne ansammelte. Jeanneau teilte dem Rezensenten mit, dass die Bilgenwanne bei späteren Booten neu gestaltet wurde, um diesen Filter überflüssig zu machen. Der Testrumpf wurde daraufhin mit dieser neuen Konstruktion und einem glatteren Wasserweg nachgerüstet. (1)
Refits und Eignerschaft
Der Motorraum ist gut durchdacht und von vorne sowie über zusätzliche Paneele in den Achterkabinen zugänglich. Er bietet zudem Platz für Eigner-Anpassungen wie einen leistungsstarken Lichtmaschine anstelle eines Generators. Eigner haben die Baumhöhe verringert und Segelpaneele hinzugefügt, um die Leistung bei Regatten im Zwielicht zu verbessern. Das Achterstag wurde zudem von fest auf verstellbar umgebaut, wobei eine Umlenkrolle am Steuerstand zum Einsatz kommt. Die optional erhältliche Yanmar-Maschine mit 110 PS sorgt beim Einbau für souveränes Segeln unter Motor. Als Boot für das Wohnen an Bord oder als Charterplattform ist die 49 I bestens ausgestattet, und die bewährte Preis-Leistungs-Tradition von Jeanneau hält sie unter den günstigeren 45- bis 50-Fuß-Booten ihrer Ära.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 49 I ist eine durchdacht konstruierte Briand-Fahrtenyacht, die etwas Regattaprecision gegen echte Einfachheit für kleine Crews und einen bemerkenswert offenen Innenraum eintauscht. Flache Mittelsektionen und die Bulbkiel-Familie bieten Volumen und Tiefgangsoptionen, während das injiziert gegossene Deck mit Balsaholzkern und der Kevlar-verstärkte Bug auf ein modernes Serienproduktionsverfahren hindeuten. Die feinen Formschäden und die frühen Spantkanten im Kiel sind nur kleinere Makel bei einem ansonsten gut gelösten Boot.
Vorteile
- Geräumige Drei- und Vier-Kabinen-Layouts mit großem Salon und praktischer Pantry
- Einfaches Rigg mit allen Leinen nach achtern geführt und optionaler deutschen Großschot
- Effektive Schallisolierung und einfacher Motorzugang
- Mehrere Tiefgangsoptionen für Flachwasser und Performance
Nachteile
- Sichtbare, hervorstehende Formung in der Eignerkabine bei Formen mit flexibler Aufteilung
- Frühes Design des Bilgenwassersammlers führte zu Wassereinbruch durch den Kühlschrank um den Gaze-Filter herum
- Flachbodige Mittelsektionen setzen auf Volumen statt auf Seetüchtigkeit auf hoher See





