Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, während das Deck injiziert wurde – genau dieser Aspekt sorgt für das „i“ im Modellnamen. Die Werft gab an, dass dieses Verfahren weniger Gewicht, einen tieferen Schwerpunkt und bessere strukturelle Eigenschaften bietet, da die Harzmasse gleichmäßiger verteilt ist. Bei der Deckskonstruktion wird eine unregelmäßige Balsaholzkernbauweise mit massiven GFK-Matten unter den Winschen und anderen Beschlägen verwendet – ein Detail, das bei den Belastungen der um das Cockpit montierten Harken 40- und 46-Winschen eine wichtige Rolle spielt. Ein eiserner Kiel trägt bei dem Standardtiefgang von 7 Fuß 5.629 Pfund Ballast, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 0,30 und einem D/L von 150 führt – Werte, die das Boot fest im Lager der Fahrtenyachten mit moderater Verdrängung positionieren und ihm genügend Steifigkeit für ein sicheres Segeln verleihen. (1)
Rigg und Handhabung
Ihr fraktional geslupptes Rigg trägt ein Standard-Großsegel mit Volllatten und eine 122-prozentige Genua, obwohl das getestete Boot die optionale Seldén-Mastfurlung trug. Durch das Innenliegen der unteren Wanten an der Kajüte und die Außenliege der oberen Wanten am Mast sorgt das Rigg dafür, dass es die Seitendecks frei lässt und für eine berechenbare Segelform sorgt. Alle Leinen zur Segelbedienung wurden vom Mast nach achtern durch Organisatoren zu Fallstoppern und Winschen auf beiden Seiten des Niedergangs geführt. Diese Aufteilung ermöglicht es einer kleinen Crew, die Segel aus der Sicherheit der Plicht zu trimmen. Für bessere Leistung vor dem Wind wurde ein Bugspriet angeboten.
Auf dem Wasser liest sich das Konzept von müheloser Geschwindigkeit und vollkommener Sicherheit als mehr als nur Marketing. Auf einem raumen Kurs bei 9 Knoten Wind vor South Beach in Miami erreichte das Testboot 5,8 Knoten über Grund. Sie lief wie eine Eins aufrecht, wenn sie sich selbst überlassen wurde, und unter dem 54 PS starken Yanmar segelte sie mit etwa 7 Knoten bei 2.400 U/min und gewann rund einen Knoten, wenn der Gashebel weit aufgedreht bei 3.200 U/min stand. Das am Spaten aufgehängte Ruder und die Doppelsteuerung verliehen dem Rudergefühl Stabilität, während sie sich in ihrer eigenen Bootslänge drehte, wobei beim Rückwärtsfahren nur ein leichter Radeffekt nach Backbord auftrat – der schnell behoben war, sobald man Fahrt aufgenommen hatte. (1)
Unterbringung
Die 42 I ist als Zwei-Kabinen-, Zwei-WC-Layout oder als Drei-Kabinen-, Zwei-WC-Plan erhältlich. Die von dem Rezensenten gesegelte Zwei-Kabinen-Version bot eine geräumige Doppelkoje achtern an Steuerbord, eine Nasszelle und eine separate Dusche aus Acrylglas an Backbord am Fuß der Niedergangstreppe sowie einen abgedichteten Stauraum hinter der Dusche, der auch als kleine Werkstatt dienen konnte. Vorne verfügt die Eignerkabine über eine vollwertige Nasszelle mit zweiter Dusche. Überall werden feine Teak-Laminatpaneele und massive Zierleisten verwendet. Die Pantry an Steuerbord ist mit einem zweiflammigen Propangasherd mit Backofen, doppelten Spülen sowie einem obengesteuerten Kühlschrank und Gefrierschrank ausgestattet. Eine Sitzecke vorn der Pantry lässt sich zu einer zusätzlichen Doppelkoje umbauen, und die Navigationsecke an Backbord verfügt über einen Schreibtisch, der beim Benutzen nach vorn und außerhalb des Weges der Sitze schwenkt. Der Hersteller beschreibt das Layout als bereitstellend genug Platz und Stauraum für Langstreckenfahrten und das Leben an Bord.
Cockpit und Decksausrüstung
Die breite, doppelte Plicht verfügt über einen voll funktionsfähigen, klappbaren Teakholztisch und drei große Staufächer, wobei auf der ausgehöhlten Teak-Badeplattform ein eigener Rettungsinselkasten sowie integrierter Stauraum für eine sechsköpfige Rettungsinsel vorhanden sind. Doppelte Ankerrollen im Vorschiff und breite rutschfeste Sülls zeugen von einem Deck, das für sicheres Bewegen auf See konzipiert ist, und Handläufe auf dem Kajütdach reichen bis zum Mast. Die primären Winschen der Harken 46 befinden sich direkt vor jeder Steuerung.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 42 I ist eine komfortable, leistungsorientierte Fahrtenyacht für Küstenfahrten, die dieses Versprechen mit konkreten Daten und einem vernünftigen Decksplan untermauert. Ihr Injektionsgegossenes Deck und der GFK-Rumpf sind zwar konventionell, aber solide ausgeführt. Das von Lombard beeinflusste Rigg und die Steuerung sorgen dafür, dass das Boot auch mit kleiner Crew problemlos zu handhaben ist. Der Innenraum ist großzügig ohne unstrukturiert zu wirken, und die zweikabinige Werkstatt im Achterschiff ist ein seltener Genuss an praktischer Handwerkskunst.
Vorteile
- Doppelsteuerungskonzept mit allen Leinen nach achtern geführt für einfaches Handling mit kleiner Crew
- Injiziertes Deck für geringeres Gewicht und angebliche strukturelle Vorteile
- Zwei-Kabinen-Layout mit wasserdichter achterer Werkstatt/Abteil
- Stabile, berechenbare Kraftübertragung mit kleinem Wendekreis
Nachteile
- Die Version mit geringem Tiefgang trägt mehr Ballast und Verdrängung, was die Leistungsvorteile verringert
- Das Mastfurlung-Rigg ist optional und nicht Standard – prüfen Sie, welches Rigg ein bestimmtes Boot besitzt






