Hinterhoeller Niagara 35 Classic — Informationen, Bewertung, technische Daten

1978 – 1990·~260 hulls·Hinterhoeller Yachts Ltd.
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
35' · 10.67 m
Verdr.
14.000 lbs · 6.350 kg
Erstes Baujahr
1978

Die Hinterhoeller Niagara 35 Classic gilt als eines der prägendsten FahrtenyachtEntwürfe von Mark Ellis und wurde von 1978 bis 1990 von Hinterhoeller Yachts in St. Catharines, Ontario, gebaut. Mit einer Länge über alles von 35 Fuß 1 Zoll, einer Wasserlinienlänge von 26 Fuß 8 Zoll und einer Breite von 11 Fuß 5 Zoll weist sie eine Verdrängung von 15.000 Pfund auf, unterstützt durch 5.500 Pfund externen Bleiballast, der an einem verstärkten Ballastschacht verbolzt ist. Ellis stattete sie mit einem langen „Flossenkiel“ im CruisingStil statt mit einem tiefen Profil aus, kombiniert mit einem halbbalancierten Spatenruder ohne Skeg und einer leicht gekrümmten Rumpfform, die an die von der IOR beeinflusste Denkweise der späten 1970er Jahre erinnert. Sie liest sich als moderate, schwere Fahrtenyacht mit einem VerdrängungsLängenVerhältnis (D/L) nahe 329 und einem SegelflächeVerdrängungsVerhältnis (SA/D) von rund 16,5 – Zahlen, die sie eindeutig im Bereich der Fahrtenyachten und nicht der Regattaboote positionieren.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
35 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
26,7 ft
Breite
11,33 ft
Tiefgang
Maximale Stehhöhe
6,25 ft
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser (Balsakern)
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
5.500 lbs (Blei)
Verdrängung
14.000 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
38 ft
Unterliek Großsegel
12,5 ft
Vorsegeldreieck Höhe
45 ft
Vorsegeldreieck Basis
16 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
47,76 ft
Segelfläche
616,5 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,98
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
39,29
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
328,36
Komfort-Ratio
29,23
Kenterungsverhältnis
1,88
Rumpfgeschwindigkeit
6,92 kn

Design und Konstruktion

Hinterhoeller baute die Niagara 35 mit einem Balsaholzkern sowohl im Rumpf als auch im Deck, verwendete einlagige Glasgewebe und verband alle strukturellen Schotten fest mit dem Rumpf. Der Kiel ist massiv in den Rumpf eingepresst und besitzt eine tiefe Bilge. Die Püttinge sind an gut zugänglichen Kniepunkten im Innenraum angeschlagen, die wiederum fest mit dem Rumpf laminiert sind. Ein Brückendeck sorgt für die Sicherheit des Niedergangs, und erhöhte Fußrelinge bieten ein weitaus besseres Gefühl der Sicherheit als einfache Fußleisten. Ein langjähriger Eigner beschrieb in der Zeitschrift Cruising World eine plötzliche Begegnung mit einem Felsen in der schlecht kartierten Georgian Bay, die ihm bestätigte, dass Hinterhoeller ein robustes Boot gebaut hat: Kein Wasser drang ein, und der einzige sichtbare Schaden war deformiertes Blei am Vorschiffskiel. Der Rumpf ist halbgekantet und muss überwacht werden; Niagara 35s sind zudem nicht bekannt für Osmoseprobleme. (1)

Rigg und Handhabung

An Deck verlängert ein kurzer Bugspriet das Vorsegeldreieck und stützt doppelte Ankerrollen, während ein Rod-Bobstag das Anlegen des Ankers erleichtert. Das durchgesteckte Rigg mit einer Saling wird von doppelten Unterwanten stabilisiert und war ursprünglich mit Navtec-Rod-Stehenden bespannt. Spätere Modelle wurden mit einem inneren Vorstag auf dem großen und sicheren Vordeck ausgerüstet, und viele ältere Boote wurden entsprechend nachträglich verstärkt und umgerüstet. Die Fock kann an einer Aluminium-Fußreling am Kajütaufbau oder an einer inneren Schiene auf den breiten Seitendecks gefiert werden, während der Traveller der Großschot ungestört auf dem Kajütdach liegt. Eigner berichten, dass das Boot gut kursstabil läuft und sich leicht manövrieren lässt, wobei sie die Handhabung als überdurchschnittlich bewerten. Auf raumen Kursen gibt es jedoch Stimmen, denen zufolge sie nicht ganz so kursstabil ist, wie sie sein könnte. Sie ist unter Segeln stabil und steif; ein Eigner bemerkte, dass seine Fußreling bei einer Geschwindigkeit von 20 Knoten auf dem Lake Huron nur einmal ins Wasser ging, und er erreichte vor dem Wind über 8 Knoten an einem Tag, an dem kaum andere draußen waren. Practical Sailor fand, dass ihr kleineres Segelplan für windigere Bedingungen und Offshore-Einsätze besser geeignet ist und dass sie die Wellen besser schneidet als ihre kleinere Schwester, obwohl sie nicht so schnell ist und aufgrund der weiten Schotwinkel eher angenehm als spitz Höhe läuft. Der Segeltrimm und die richtige Segelkombination machen den Unterschied beim Aufkreuzen oder bei leichtem Wind aus.

Unterbringung

Der Classic-Innenraum ist ein ungewöhnliches, aber intelligentes Design für längere Küstentörns als Paar. Der Niedergang führt zu einer Achterkabine mit einer etwas kleinen Doppelkoje an Backbord und einer Achterkoje an Steuerbord sowie einem aufrecht stehenden Navigationstisch auf einem großen Schrank am Kopfende der Achterkoje. Türen führen von der Achterkabine zur Nasszelle und zur Pantry, und eine weitere öffnet sich von der Saloonseite zur Nasszelle. Der Salon liegt größtenteils vor dem Mast, bietet über 1,90 m Stehhöhe und wird durch vier feste Fenster, vier zu öffnende Luken und vier Luken erleuchtet; bei geöffneten Türen sieht man die gesamte Länge des Bootes. Die Sofakojen an beiden Seiten des Klapp-Tisches machen mit Leegeschirr hervorragende Seekojen. Bei der Classic-Version ist der Vorsteven komplett für Stauraum reserviert – mit Werkbank, Regalen, Sitzgelegenheit und Schränken –, während die späteren Encore-Versionen eine herkömmliche V-Koje im Vorschiff haben. Practical Sailor weist darauf hin, dass die Sofakojen der Classic 1,99 m lang sind und die Achterdoppelkoje 1,93 m misst, wobei die Stehhöhe im Hauptsalon 1,93 m und achtern 1,88 m beträgt. Ölbaumwollteak-Schotten und Innenausbau mit lackierten Kiefernrähmchen vervollständigen den Ausbau, und ein entleerter, belüfteter Propangasraum achtern fasst zwei 20-Pfund-Tanks.

Bekannte Schwachstellen

Die wichtigsten Punkte im Auge zu behalten sind die Balsakerns. Bei älteren Booten sollten die Decks mit Balsakern auf Feuchtigkeitsschäden im Bereich der Beschläge untersucht werden, und auch der Rumpf mit seinem Sandwichkern benötigt regelmäßige Kontrollen. Die Plicht ist recht großzügig geschnitten – ideal zum Entspannen, aber, wie ein Eigner bemerkte, zu breit, um sich bei Krängung die Füße abzustützen. (1)

Refits und Eignerschaft

Viele ältere Niagara 35 wurden nachträglich mit einem entsprechend verstärkten inneren Vorstag ausgestattet, um sie der späteren Werftpraxis anzupassen. Der Motor befindet sich hinter den Niedergangsstufen und ist zugänglicher als bei vielen Booten dieser Größe, was die Wartung erleichtert. Eine tiefe Pütz im Bug kann für Kette und Leine geteilt werden, und ein Paloma Instant-Gas-Warmwasserbereiter war eine beliebte Option. Zur originalen Decksausrüstung gehörten Barient (später Lewmar)-Winschen und Atkins & Hoyle-Luken, ergänzt durch reichlich Klampen und Klemmen, wie es in den Beschreibungen der Eigner heißt.

Das Fazit

Die Niagara 35 Classic ist eine gut durchdachte Fahrtenyacht mit einer wirklich robusten, fest verklebten Struktur und einem steifen, berechenbaren Verhalten bei Starkwind. Ihr Classic-Layout mit vorderem Werkstattbereich belohnt selbstversorgende Paare, und ihr zugänglicher Motor sowie das sichere Brückendeck eignen sich hervorragend für das Langstreckensegeln an der Küste. Sie ist keine Leichtgewicht-Regattayacht, aber sie trägt ihre Länge auf See mit Gelassenheit.

Vorteile

  • Steifer, stabiler Rumpf mit bewährter Toleranz gegenüber Grundberührungen und ohne Osmoseprobleme
  • Sicheres Brückendeck und erhöhte Sülls; gut zugängliche Püttinge im Innenraum
  • Intelligente Classic-Aufteilung mit durchgehenden Sichtlinien und echten Seekojen
  • Besser zugänglicher Motor als bei Konkurrenzbooten dieser Größe; einfache Ankerbedienung über den Bugspriet

Nachteile

  • Balsakern im Rumpf und Deck erfordert hohe Aufmerksamkeit bei Feuchtigkeit im Bereich der Beschläge
  • Die breite Plicht erschwert das Abstützen der Füße bei Krängung
  • Geringer Am-Wind-Winkel und Leichtwindleistung hängen stark vom Segeltrimm ab
  • Von vielen Blauwasserseglern als zu klein für Langstreckentörns angesehen

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