Design und Konstruktion
Enderlein, der als führender schwedischer Konstrukteur eleganter Yachten der 1960er Jahre gilt, gab der Rasmus 35 eine Rumpflänge von 34' 6" bei einer Wasserlinienlänge von 27' 7", kombiniert mit einer Breite von 10 Fuß und einem Standardtiefgang von 4' 3". Die ersten beiden Rümpfe wurden komplett aus Mahagoni gebaut und erforderten jeweils ein ganzes Jahr für die Fertigstellung. Ab Baunummer 3 wurden jedoch sowohl Rumpf als auch Aufbau im GFK-Verfahren (GRP) angefertigt. Diese Änderung reduzierte die Wartungsarbeiten am Außenrumpf während der Segelsaison auf ein Minimum. Der Innenraum blieb jedoch im Mahagoni gehalten – ein Hartholz, das für seine Wasserdichtigkeit, Fäulnisresistenz und die gute Farbbeständigkeit des Lackes mit attraktivem Maserungsbild bekannt ist. Der Kiel ist aus Stahl und eingegossen in einer tiefen GFK-Bilge; das Boot ist als Langkiel-Konfiguration und nicht als Flossenkiel gebaut. (2)
Rigg und Handhabung
Die Rasmus 35 ist eine Masttoppslup – ein Rigg, das für seine Einfachheit und dafür gewählt wurde, dass es eine gegebene Segelfläche niedriger und mit weniger Krängungsmoment als ein 7/8-Rigg tragen kann. Der Segelplan mit Fock misst 485 Quadratfuß, und das Boot ist im Vergleich zu ähnlichen Segelbooten leicht übertakelt. Der Langkiel bietet eine bessere Kursstabilität als ein entsprechendes Boot mit Flossenkiel, obwohl diese Stabilität das Manövrieren des Bootes in engen Häfen erschwert. Mit einem Tiefgang von etwa 4' 3" bis 4' 6" je nach Beladung kann der Rumpf dennoch in flachen Marinas liegen. Das Kenterungsverhältnis von 1,76 würde das Design allein nach dieser Formel für Hochseeregatten qualifizieren, während das Komfort-Ratio von 28,2 es komfortabler macht als 62 % vergleichbarer Konstruktionen. (2)
Leistungsprofil
Bei einer Verdrängung von 12.125 lbs und einem Kielgewicht von 5.500 lbs weist die Rasmus 35 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 45 % auf – höher als bei 73 % ähnlicher Konstruktionen – was mit einer überdurchschnittlichen Krängungsstabilität einhergeht. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,44 macht sie schlanker als 73 % aller anderen Entwürfe, und der Konstrukteur scheint eine etwas schnellere Rumpfform gewählt zu haben. Das DL-Verhältnis von 249 ordnet sie zu den „moderaten Regattayachten“ ein. Als Motorsailer ist ihre Leistung unter Segeln jedoch naturgemäß geringer als die einer reinen Segelyacht; das SA/D-Verhältnis zeigt, dass sie bei leichtem Wind nur schneller ist als 18 % ähnlicher Boote. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 7,0 Knoten.
Unterbringung
Der Innenausbau der Kabine ist überall aus Mahagoni gefertigt, was das Materialthema der frühen Rümpfe auf die Serien-GFK-Boote überträgt. Die Windschutzscheibe, die die Klasse prägt, schützt das Mittelcockpit und sorgt für die eleganten Linien der Yacht. Dadurch ist die Steuerposition achtern deutlich gut geschützt, ohne dass es zu unverhältnismäßigem Volumen kommt.
Antrieb und Technik
Die Rasmus 35 ist mit einem Volvo Penta MD 21 Dieselmotor mit 45 PS am Kurbelwellenantrieb ausgestattet, einer 2,11-Liter-Einheit mit kraftvollem Motor. Im Laufe der Produktion wurden verschiedene Motorenalternativen angeboten. Die Transporthöhe beträgt 11' 6" mit dem vorderen Windsschutz und 9' 5" ohne, was bei der Trailerung oder im geschützten Winterlager eine wichtige Überlegung ist.
Das Fazit
Die Hallberg-Rassy 35 (Rasmus) ist ein Produkt ihrer Zeit: ein mit Mahagoni verziertes Mittelcockpit-Motorsailer mit geschütztem Steuerstand, einem Langkiel-Rumpf mit echter Kursstabilität und einer Bauzahl, die ihre Beliebtheit auf dem Markt der späten Sechziger- und siebziger Jahre unterstreicht. Sie ist kein Leichtwind-Sprinter, aber ihre Ballast- und Komfortwerte machen sie zu einer stabilen, seegängigen Fahrtenyacht.
Vorteile
- Erste Segelyacht mit Windschutzscheibe; Mittelpflicht ist außergewöhnlich gut geschützt
- Kursstabilität durch Langkiel; Ballastanteil liegt über 73 % der ähnlichen Konstruktionen
- GFK-Rumpf ab Baunummer 3 für geringe saisonale Wartungsaufwände; Mahagoni-Innenausbau
- 760 Boote gebaut über zwölf Jahre – eine bewährte und dokumentierte Produktionsreihe
Nachteile
- Der lange Kiel macht das Manövrieren in engen Häfen schwieriger als bei einem Boot mit Flossenkiel
- Unter Leichtwind ist die Geschwindigkeit unter Segeln geringer als bei den meisten ähnlichen Segelbooten
- Geringer Tiefgang und Motorsailer-Form begrenzen die reine Segelleistung





