Design und Konstruktion
Jones’ Rumpf zeichnet sich durch einen langen Vorstevenüberhang und eine ausgeprägte Kimm aus, die sich von einem niedrigen Freibord im Achterschiff bis zu hohen, leicht ausgestellten Bugspitzen erstreckt – ein Profil, das das Deck bei schwerem Seegang trocken hält. Das Kajütdach ist niedrig gehalten, um eine freie Panoramaaussicht vom Steuerstand aus zu ermöglichen, und die breiten Decks sind mit einer eingeformten rutschfesten Oberfläche versehen. Strukturell nutzt das Boot eine Innenschale, die an den Ringspanten mit dem Rumpf verklebt und mit geschlossenzelligem Schaumstoff injiziert ist. Diese Methode sorgt für Isolierung, eine glatte, pflegeleichte Innenstruktur und bildet die Basis für einen Großteil der Möbel. Die Kiele – als Flossenkiel, Flachkiel oder Flügelkiel erhältlich – sind aus Gusseisen und mit Bolzen an einer GFK-Kielstube befestigt, die Teil des Rumpfes ist. Dies hält das Gewicht niedrig und sorgt für eine tiefe Bilge. Ein tiefes Ruder auf Skeg hielt das Boot mit minimalem Ruderdruck auf Kurs.
Rigg und Handhabung
Die Starlight 35 ist mit einem robusten Deckstapel-Rigg auf einem Seldén-Mast mit zwei Salingen ausgestattet. Das stehende Gut ist großzügig dimensioniert und umfasst Vor- und Achterwanten sowie ein verstellbares Achterstag. Ein Großsegel mit Volllatten arbeitet mit Lazy-Jacks und Luff-Cars, und alle Leinen laufen unter klappbaren Cockpitdeckeln zu zwei Lewmar 30ST-Winschen, während Lewmar 48ST-Ankerleinen die große Genua bedienen. Die Salingen sind nur um 10° nach achtern gepfeilt, sodass der Baum fast bis zum Wind ohne Kollisionen gefahren werden kann. Auf dem Wasser ist sie agil, ausgewogen und leicht zu handhaben; sie wendet souverän durch 80° und läuft bis zu 32° Höhe am scheinbaren Wind. Eigner berichten, dass ihre Sanftmut und Manövrierbarkeit ein sicheres Gefühl vermitteln, und Tester stellten fest, dass ihr bevorzugtes Segelgebiet bei etwa 45° abgefälscht liegt, wo sie bei starkem Wind 7 Knoten erreicht. Die Option mit Flügelkiel soll zusätzlichen Auftrieb am Wind bieten, während der Tiefgang gering bleibt. Tester beobachteten, dass dies keinen größeren Abdrift als ein normaler Flossenkiel erzeugt, mit einer dämpfenden Wirkung, die das Stampfen im Seegang ankernd eindämmt. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Starlight 35 eine geräumige und komfortable Aufteilung, die auf einem Salon mit zwei Sofakojen – jeweils 1,98 mal 0,65 Meter groß und hervorragend als Seekojen nutzbar – sowie einer ausklappbaren Steuerbord-Erweiterung und einem klappbaren Tisch basiert. Eine Vorschiffskabine beherbergt eine Doppelkoje und einen Kleiderschrank; eine Achterkabine wiederholt diese Ausstattung. Die U-förmige Pantry ist für Langstreckenfahrten großzügig dimensioniert und verfügt über zwei tiefe Spülbecken, eine große Kühlbox und einen vollständig kardanisch aufgehängten Herd mit Schutzleiste und Sicherheitsgurt. Ein nach vorn gerichteter Kartentisch im Admiralty-Format befindet sich an Backbord zusammen mit Instrumentenschränken. Die Nasszellen hinter dem Navigationstisch sind komplett mit einer Duschkabine über der Toilette ausgestattet. Die Stehhöhe im Salon und in der Achterkabine beträgt 1,83 Meter. Die Plicht ist gut geschützt, ergonomisch ansprechend und bietet genügend Platz für drei Personen, um ungestört zu arbeiten. Sie wird von einem tiefen, selbstlenzenden Cockpit und einem hohen Brückendeck mit Edelstahl-Geländern begleitet, die für zusätzliche Sicherheit sorgen.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige ergonomische Mängelstellung, die in den damaligen Tests festgestellt wurde, ist, dass die primären Genuawinschen zu weit vorn montiert sind, um sie vom Steuerstand aus zu erreichen. Dies kann das Trimmen mit kleiner Crew am Wind erschweren.
Refits und Eignerschaft
Mehrere Eigner größerer, schwerer Fahrtenyachten wählten die 35 speziell dafür, auf ein kleineres, leichter zu handhabendes und einfacher zu wartendes Boot umzusteigen. Der niedrigere Motorbox-Schacht liegt weit vorn und bietet hervorragenden Zugang für Wartungsarbeiten. Die MkII besaß ein etwas größeres Rigg als die MkI. Ein voll ausgestattetes Exemplar siegte bei der Round the Island Race 1991 gegen reinen Regattabooten, wurde Zweite in der Channel Handicap Class 5 – nur zwei Minuten hinter dem Sieger der Britannia Cup – und sicherte sich damit die Division der unklassifizierten Boote: ein Beweis für eine überdurchschnittliche Leistung bei diesem robusten Langstrecken-Blauwasser-Rumpf.
Das Fazit
Die Starlight 35 ist eine sorgfältig verarbeitete Jones-Fahrtenyacht, die ihre Größe von 35 Fuß übertrifft: ein gut isolierter Rumpf mit Schaumkern und praktischem Deck, ein Rigg, das für einfache Handhabung mit kleiner Crew ausgelegt ist, und ein seegütiges Verhalten unter dem Flügelkiel. Sie belohnt sowohl Fahrtensegler als auch ernsthafte Langstreckensegler gleichermaßen, obwohl die Positionierung der Vorwinsch eine kleine Nachgiebigkeit darstellt.
Vorteile
- Teilt das 39-Fuß-Layout und das Cockpitgefühl in einem leichteren, handlicheren Paket
- Der Flügelkiel sorgt für geringen Tiefgang ohne messbaren Abdriftnachteil
- Geräumige, hochseetaugliche Pantry und sichere Seekojen
- Bewährter Regattasem gegen spezialisierte Regattasegler im Jahr 1991
Nachteile
- Genuawinschen sind für den Steuermann unerreichbar
- Für moderne Maßstäbe relativ schwer







