Design und Konstruktion
Bavaria baute die C50 unter anderem mit vakuuminfundierten Laminaten, und der Hersteller gibt an, dass der resultierende Rumpf stabiler, aber auch leichter ist. Das Kajütdach weist eine fließende Linienführung auf, während das Überwasserschiff hoch ist – eine Eigenschaft, die laut Yachting Monthly das Einsteigen im Wasser unhandlicher macht als bei Modellen mit niedrigerem Freibord. Der Kiel ist als Bulbkiel ausgeführt, mit einem Standardtiefgang von 2,30 Metern und einer Option für einen geringeren Tiefgang von 1,85 Metern. Er trägt einen Eisenschwerterballast von rund 4,2 Tonnen, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 29 Prozent führt. Die CE-Klassifizierung lautet A12 / B16 / C18, die RCD-Kategorie ist A. Die C50 ist eine Yacht mit Einzelruder: Zwei Ruderblätter machten dieser Generation einer einzelnen Spatenpumpe Platz – ein bewusster Bruch mit dem Trend zu mehreren Rudern, der bei einigen zeitgenössischen Booten zu sehen war. (2)
Rigg und Handhabung
Die C50 ist mit einem 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, das die Werft als Performance-Rigg bezeichnet und für Geschwindigkeit sowie Sicherheit bei jedem Wetter sorgt. Sie ist mit einer Selbstwendefock ausgestattet, wodurch sich das Kreuzen nach Herstellerangaben besonders einfach gestaltet. Der Standardsegelplan umfasst insgesamt etwa 131 Quadratmeter Segelfläche mit einem 75 Quadratmeter großen Großsegel; als Alternative wird ein Rollgroßsegel mit 61,5 Quadratmetern angeboten. Das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung ist hoch, aber ausgewogen, was der Werft zufolge für hervorragende Segeleigenschaften gepaart mit einfacher, sicherer Handhabung sorgt. Ein VPP-Wert für Segelleistung liegt bei 12 Knoten wahre Windstärke unter Verwendung einer 103-prozentigen Fock und Gennaker auf dem tiefen Kiel. Beide Steuerstände bieten eine klare Sicht auf die Segel und den Kurs voraus, und die Instrumente sind extrem leicht bedienbar. In der Fachzeitschrift Yachting Monthly beschreiben Rezensenten das Boot als konzipiert für Küstenfahrten und das Segeln im Mittelmeer, nicht als Blauwasser-Fahrtenyacht. (1)
Unterbringung
Die C50 wird mit verschiedenen Innenraumaufteilungen angeboten, die als drei oder fünf Kabinen mit drei oder vier Nasszellen dokumentiert sind. Eine bemerkenswerte strukturelle Änderung gegenüber früheren Bavaria-Entwürfen ist die ungerade Pantry im Achterschiff, die laut dem Gutachten nach achtern verlegt wurde und nicht längs an der Seite des Salons verläuft. Neue Modelle der Linie verfügen zudem über eine Beibootgarage im Heck, was das Volumen im Achterschiff ohne externe Davits schont. Die große Breite unterstützt das offene, moderne Innenraumvolumen, das die Marktposition der C-Line gegenüber vergleichbaren 50-Fuß-Fahrtenyachten ausmacht. (2)
Ausrüstung und Systeme
Abgesehen von der bereits erwähnten Rundumsicht am Steuer liegt der Fokus der Elektronik der C50 auf dem Naviop-System von B&G, mit dem über jeden Bildschirm an Bord Navigationsdaten aufgerufen werden können. Die Bildschirme fungieren gleichzeitig als Schaltpaneele, sodass Tankstände kontrolliert und Navigationslampen vom Steuerstand aus geschaltet werden können. Der Überwachung von einem Smartphone aus ist bereits heute möglich; der nächste Schritt ist die Steuerung der Systeme über ein Telefon oder Tablet. Ein praktischer Kritikpunkt aus dem Test betrifft das Fehlen kleiner Staufächer direkt in der Plicht.
Das Fazit
Die Bavaria C50 ist eine durch und durch moderne Volumen-Fahrtenyacht aus der Cossutti-Ära bei Bavaria: leicht, aber stabil im Rumpf, schnell unter einem ausgewogenen Performance-Rigg und für das Segeln an Küsten und Inseln in warmen Gewässern konzipiert, weniger für Langstrecken auf See. Das Einzelruder, die Pantry achtern und die Beibootgarage am Heck markieren eine klare Abkehr von den Gewohnheiten der vorherigen Generation, und das integrierte Navigations- und Schaltsystem ist für diese Klasse wirklich fortschrittlich. Sie ist, um es mit den Worten des Autors zu sagen, kein Blauwasserboot.
Vorteile
- Leichter, stabiler vakuuminfundierter Rumpf mit Bulbkiel und Flachwasser-Option
- Performance-Rigg mit Selbstwendefock und hohem, aber ausgewogenem Segelplan
- Integriertes B&G Naviop mit Steuerungsumschaltung und Telefonüberwachung
- Flexibles Drei- oder Fünf-Kabinen-Layout mit Achterküche und Beibootgarage
Nachteile
- Das hohe Überwasserschiff erschwert das Anlanden an flachen Stegen
- Keine kleinen Stauräume in der Plicht
- Konzipiert für das Segeln im Mittelmeer, nicht für Blauwasserreisen




